Dieter Grünewald setzt also auf Vielseitigkeit. Kunst, Kultur und natürlich Kulinarisches aus einer Hand, das ist es, was den Genießertreff Grünewald von Mitbewerbern unterscheidet. Nur durch das vielschichtige Angebot seien er und seine Frau Heidi in der Lage, überhaupt Delikatessen anzubieten. "Der eine Absatzbereich fördert den anderen. Ohne ein ausgeklügeltes und vernünftiges Konzept kann man heutzutage keine Gastronomie machen", ist Dieter Grünewald überzeugt.
"Uns ist es im Laufe der Zeit gelungen, eine Klientel an uns zu binden, die in den mittleren Einkommensbereichen anfängt und bis in die hohen geht." Diese Käuferschicht habe es dem Ehepaar möglich gemacht, die entsprechenden Dinge qualitativ hochwertig anzubieten. Der Blick auf den Dom und andere Sehenswürdigkeiten rund um den 700-Quadratmeter-Bereich im oberen Stock des Kaufhauses Wehmeyer am Markt tut ein übriges, die lukullische Angebotspalette an den Mann oder die Frau bringen.
Immer mehr Jugendliche besuchten den Treff wie überhaupt die Klientel altersmäßig sehr gemischt sei, freut sich der stets präsente Gastronom, der seine Stammgäste noch persönlich begrüßt. Inzwischen ist sein Konzept so bekannt, dass ihn auch viele Prominente besuchen. "Natürlich kennen wir Kurt Beck, Angela Merkel und Gerhard Schröder, Schauspielerin Ellen Schwiers und viele ihrer männlichen Kollegen. Man kann bei uns damit rechnen, dass man neben sich eine prominente Persönlichkeit sitzen hat."
Nina Hagen traf er in Berlin, kam mit ihr ins Gespräch – mit dem Ergebnis, dass die exzentrische Sängerin ihm versicherte: "Dieter, ick besuch dir in Meenz." Live Events wie Vernissagen, Jazzmatineen, politische Foren, kulinarische Ereignisse wie "Chocolate meets Wine" oder auch mal eine indische Hochzeit wie am Abend des Gesprächs sind im Genießertreff allemal drin. "Man muss riechen, wie man Entwicklungen macht, die zügig anpacken und unbürokratisch realisieren."
Dabei kam das Ehepaar eher zufällig zur Gastronomie. "Ich habe meine Frau in London kennen gelernt, wo ich für ein deutsches Unternehmen die Geschäftsleitung übernommen und geführt habe", erzählt Dieter Grünewald. Ehefrau Heidi ist gelernte Fotokauffrau. Später im Lebensmittelbereich im Vertrieb in verschiedenen Ländern unterwegs pflegte er den Kontakt zu den Nahrungsmittelerzeugern und den Zentraleinkäufern, deckte so Marktnischen auf. "Das Konzept ist das Ergebnis meiner Tätigkeit in anderen Bereichen, ich kann weder kochen noch servieren." Die erste Gastronomie führte das Ehepaar dann in seiner Heimatstadt Münster. "Ahnend, dass die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung nicht so stabil bleiben würde wie sie einmal war, haben wir 1999 den Free-Flow-Restaurantbereich in Mainz übernommen", so der weitblickende Geschäftsmann.
Am 17. März wird Fritz Rau, einer der bekanntesten deutschen Konzertmanager, den Treff besuchen, ein Ereignis, für das es nur noch wenige Karten gibt. Konzerte mit Duke Ellington, den Rolling Stones und Jimi Hendrix, von Marlene Dietrich bis Madonna, von Muddy Waters über Udo Lindenberg zu Miles Davis hat Fritz Rau gemanagt, und das sind nur einige wenige Namen. Musikalisch angereichert wird das Ereignis durch Blues- und Boogie-Baron Alexander von Wangenheim.
Dieter Grünewald, eher Gastgeber als Gastronom, erfüllt seine Aufgabe mit Leidenschaft: "Ich finde es großartig, einen engen und nahen Kontakt zu Gästen zu haben.." Die Liste der Künstler ist inzwischen lang. Hazy Osterwald, Ulrike Neradt, Herbert Christ, Peter Petrel, Paulo Alderigi . . ., "zu dem haben wir ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut." In Sachen Vernissagen wird der ideenreiche Geschäftsmann vielleicht künftig einen anderen Weg beschreiten. "Ich will diesen Bereich etwas professioneller gestalten durch die ständige Zusammenarbeit mit einer Galerie, um noch wertigere Ausstellungen anzubieten."
Ein weiterer Baustein im Gesamtkonzept ist für Grünewald die Mitarbeitermotivation: "Unser Personal ist handverlesen, wir geben uns viel Mühe und testen eine Person, die zu uns stoßen will." Kaum schlechte Erfahrungen habe er damit gemacht. Durch den unkomplizierten Umgang untereinander und das gute Klima mache es Spaß, bei Grünewald´s zu arbeiten. "Vor einem solchen Hintergrund ist es nicht schwierig, an gutes Personal zu kommen." Weiter gehende Pläne hat Dieter Grünewald auch: "Ganz aktuell haben wir ein Vertriebskonzept erarbeitet, dass multiplizierbar ist." Damit deutet Grünewald an, dass er Voraussetzungen für ein Franchise-Konzept geschaffen hat, um seine Idee nach Berlin Frankfurt, München, Hamburg zu transportieren.
Weitere Infos finden Sie unter www.gruenewald-geniessertreff.de.