Erfolgreiche Rehabilitationsarbeit weiterentwickeln

| Mainz

Dr. Walter Steinmetz wird neuer Geschäftsführer der Werkstätten für behinderte Menschen. Ab dem 01. Oktober 2007 ist Dr. Walter Steinmetz neuer Geschäftsführer der WFB Fertigung und Service - Werkstätten für behinderte Menschen Mainz gGmbH. Ein halbes Jahr lang wird Steinmetz das Amt gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer der WFB, Hans Joachim van Son, ausfüllen, bis dieser im April 2008 in die Passivphase der Altersteilzeit wechselt.

„Die WFB leistet in Mainz seit vielen Jahren sehr wichtige Arbeit für die Teilhabe Behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben“, sagte Jugend- und Sozialdezernentin Birgitt Collisi heute anlässlich der Einführungsfeierlichkeiten. „Ich bin überzeugt, dass mit Dr. Walter Steinmetz ein Mann mit der erforderlichen Erfahrung und Kompetenz das Ruder bei der WFB übernimmt“, so die Dezernentin.

Dr. Walter Steinmetz ist 40 Jahre alt und hat Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Kaiserslautern studiert. Dort arbeitete er ab 1992 als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls für Industriebetriebslehre und Arbeitswissenschaft und am Institut für Technologie und Arbeit. An eben diesem Institut leitete Steinmetz nach seiner Promotion 1998 bis ins Jahr 2000 den Bereich Arbeit und Soziales.

Danach war Steinmetz unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im Bereich Qualitätsmanagement für soziale Organisationen tätig, zunächst als Geschäftsführer der SQ Cert GmbH, ab 2002 dann der Paritätischen Gesellschaft für Qualität und Management mbH.

„Mit den während seiner Laufbahn gesammelten Erfahrungen gilt Steinmetz als ausgewiesener Kenner von Werkstattszene und Sozialpolitik. Er ist Fachmann für Qualitäts- und Personalmanagement, Pädagogik, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Arbeitsplatzgestaltung – Themen mit denen er sich auch freiberuflich und in zahlreichen Publikationen eingehend beschäftigt hat“, sagte Dezernentin Birgitt Collisi.

„Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Personal den eingeschlagenen erfolgreichen Weg fortzusetzen. Je nach Möglichkeiten und Beeinträchtigungen des Einzelnen wollen wir auch zukünftig ein breites Angebot an Arbeitsfeldern bieten und weiterentwickeln, um für jeden behinderten Mensch eine bestmögliche Teilhabe am Arbeitsleben zu erreichen“ führte Steinmetz aus. Bei der Bildung und der Integration in den Arbeitsmarkt gehöre die WFB Fertigung und Service bereits zu den führenden Werkstätten in Rheinland-Pfalz.

Steinmetz verwies aber auch darauf, dass „wir dabei diejenigen Menschen, für die eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt unerreichbar bleibt, nicht vergessen dürfen.“ Ein vielfältiges und maßgeschneidertes Angebot als Partner der Menschen mit Behinderung und als Partner der Wirtschaft bleibe der Schlüssel zum Erfolg.

Die WFB Fertigung & Service wurde 1964 gegründet und beschäftigt derzeit über 600 behinderte Mitarbeiter in den Werkstätten Mainz (350) und Nieder-Olm (250). Dazu kommen noch 24 Menschen in der angeschlossenen Tagesförderstätte und 60 Menschen im ambulanten Wohnen. Insgesamt hat die WFB 160 Angestellte, die den Behinderten – beispielsweise im hauseigenen Sozialdienst oder im Rahmen des Förder- und Bildungsplans – je nach Bedarf mehr oder weniger stark unter die Arme greifen.

Das Unternehmen will so die behinderten Menschen besser ausbilden und in das Arbeitsleben integrieren, ihre persönliche Entwicklung fördern und ihnen damit größere Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Sein Anspruch: mit den von Behinderten erstellten Produkten und Dienstleistungen wirtschaftlich rentabel am Marktgeschehen teilnehmen.

Die Liste der von der WFB seit Jahren erfolgreich betriebenen Arbeitsbereiche ist lang: Wäscherei, Autowaschstraße und Autopflege, Schreinerei, Metallwerkstatt, Landschafts- und Gartenbau, Küche, Montage, Verpackung, Konfektionierung, Mirkroverfilmung, EDV-Dienstleistungen, Fotokopierdienste, Elektrorecycling, Aktenvernichtung, Keramik. Zusätzlich ist die WFB mit mehreren Außengruppen in der Staatskanzlei, beim ZDF, Schottglas und an der Universität tätig.

Wichtig ist den Machern der Werkstätten die Persönlichkeitsförderung der behinderten Menschen, um sie auf diese Weise in Arbeit und Gesellschaft einzugliedern. „Bei entsprechender Förderung verrichten behinderte Menschen anspruchsvolle Arbeiten in hervorragender Qualität und steigern durch die Marktfähigkeit der Produkte und Dienstleistungen ihr Selbstbewusstsein und ihre persönliche Entwicklung.“, erklärte der scheidende WFB-Geschäftsführer Joachim van Son.

Quelle: Pressemeldung Stadt Mainz Pressestelle, 04.10.2007

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