Saukopftunnel offen halten und Sanierung beschleunigen
Martin Proba, Geschäftsbereichsleiter der IHK Darmstadt und Carl Thiel, Geschäftsführer der IHK Rhein-Neckar, sind sich einig: „Mit einem intelligenten Baustellenmanagement muss es möglich sein, zumindest während der Stoßzeiten morgens und abends den Tunnel in eine Richtung offen zu halten. Außerdem sollten die Arbeiten rund um die Uhr vorangetrieben werden, um schneller fertig zu werden“. Dies fordern die beiden IHKs vom zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe, das schon versprochen hat, „einen möglichst geringen Eingriff für den Verkehr“ gewährleisten zu wollen.
IHKs fürchten fatale Folgen für das Wirtschaftsleben der Region
Der 1999 eingeweihte Saukopftunnel hat eine Länge von 2.715 Metern und verbindet Weinheim und Birkenau/Nieder-Liebersbach im Odenwald. Nach Ansicht der Industrie- und Handelskammern hätte eine langfristige Tunnelsperrung fatale Folgen für das Wirtschaftsleben der Region: Für tausende von Arbeitnehmern aus dem Weschnitztal und dem Odenwald führt der tägliche Weg zur Arbeit durch den Saukopftunnel. „Wer ein realistisches Bild von der Dimension bekommen will, kann dies allein am nachmittäglichen Pendlerstau vor Mörlenbach ablesen“, so Martin Proba. Die Verbindung ist aber nicht nur für Arbeitnehmer von Bedeutung: Sie ist neben dem Neckartal der zentrale Zugang des Odenwaldes zur Rheinebene. Handwerker und Lieferanten sind auf die Strecke angewiesen, wollen sie ihre Kunden in der Metropolregion erreichen.
Probleme für die Naherholungsfunktion
Carl Thiel, Verkehrsexperte der IHK Rhein-Neckar, hat auch die praktischen Probleme im Blick: „Die Ortsdurchfahrt Weinheim hat Kapazitätsprobleme, wenn der gesamte Verkehr auf die innerörtliche Verbindung Weinheim-Birkenau angewiesen wäre. Schließlich benutzen täglich fast 18.000 Fahrzeuge den Tunnel.“ Aber nicht nur Weinheim bekäme die Folgen hautnah zu spüren. Martin Proba sieht auch Probleme für die Naherholungsfunktion von Weschnitztal, Überwald und Odenwald. „Wenn eine wichtige Naherholungsregion der Metropolregion für ein Jahr verkehrstechnisch abgekoppelt würde, bedeutet dies das Aus für viele Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie, die auf die Wochenendtouristen angewiesen sind“. Einige Hoteliers berichten bereits von kritischen Nachfragen bei Tagungsbuchungen, denn viele Unternehmen der Metropolregion setzen für ihre Schulungen und Seminare auf die schnelle Erreichbarkeit des vorderen Odenwaldes.
Quelle: Pressemeldung Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt, 10. Januar 2007
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