Symposium "Regionale Elektromobilität" in Mainz

| Mainz

Die Reduzierung von klimaschädlichen Emissionen im Straßenverkehr gehört zu den größten Herausforderungen für den Klimaschutz. "Eine klimafreundliche, technologieoffene Mobilität bietet enorme Chancen für Automobilwirtschaft und Arbeitsplätze.

Rheinland-Pfalz geht an den Start, um Konzepte für den Einsatz von Elektrofahrzeugen dort zu erforschen und zu erproben, wo sie am schnellsten realisiert werden können: in den Kommunen und den Regionen", stellt Umweltministerin Margit Conrad fest. Das Land bereitet ein Netzwerk vor, das vorhandene Kompetenzen - von Unternehmen, Energieversorgern bis hin zu Hochschulen - für den Praxistest bündelt. "Wir haben die Potentiale und wir wollen sie stärken. Elektromobilität braucht Strom aus Erneuerbaren Energien. Wir wollen zeigen, wie mit Strom aus Erneuerbaren Energien gespeiste elektrische Mobilität funktioniert. Elektromobilität ist dabei ein wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft gemeinsam mit Hybridtechnik, Wasserstoffmobilität aber auch hocheffiziente Verbrennungsmotoren mit einem signifikanten Anteil an nachhaltigen Biotreibstoffen"

Die Ministerin hat heute Wissenschaftler und Praktiker aus dem In- und Ausland bei dem Internationalen Symposium "Regionale Elektromobilität" zu Gast. In Mainz bietet sich für diese Gelegenheit, mit Vertretern unter anderem von Kommunen, Stadtwerken, Zulieferern und Planern Einsatzmöglichkeiten, Umweltverträglichkeit, Konzepte und Techniken für Elektroautos und ihre Einbindung in die Stromnetze der Zukunft zu diskutieren.

"Elektromobilität ist ein zentrales Zukunftsthema für unsere Volkswirtschaft, weil sie unsere Unabhängigkeit von Ölimporten verbessert", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Alexander Schweitzer. "Für die rheinland-pfälzische Fahrzeugindustrie mit 50.000 Arbeitnehmern ist die Elektromobilität das zentrale Thema des kommenden Jahrzehnts. Zulieferer und Fahrzeughersteller die im Innovationswettlauf um das Elektroauto erfolgreich sind, haben gute Zukunftsaussichten in dieser Branche."

Netzwerk bringt Auto und Stromnetz zusammen

Ministerin Conrad kündigte den Start eines rheinland-pfälzischen Netzwerkes für Elektromobilität an, das mit 2,5 Millionen Euro gefördert wird. Der Aufbau hat bereits begonnen und Ende 2010 soll die Testphase beginnen. Ziel ist es ein Netzwerk zu knüpfen zwischen Stromseite und Automobilseite ("Vehicle to Grid").

Conrad: Wir bringen Auto und Stromnetz zusammen. In Rheinland-Pfalz sind innovative Unternehmen zu finden, die hervorragende Systemkomponenten entwickelt haben. Damit unterstützen wir die Stärken unserer Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Mit diesem Projekt steigen wir - anders als der Autogipfel in Berlin - in die reale klimafreundliche Elektromobilität ein mit der starken Einbindung der Erneuerbaren Energien im Netzwerk und bei Feldtests. Elektromobile werden von Benutzergruppen erprobt, die diese auch in der näheren Zukunft einsetzen können Ziel ist die Erforschung von anwendungsfreundlichen Lösungen. Wir wollen Erfahrungen sammeln und verfügbar machen. Wir wollen die Infrastruktur mit Ladestationen ausnbauen. Dabei geht es nicht zuletzt auch um die Stärkung der Automobilzulieferindustrie in Rheinland-Pfalz."

Mehrere Unternehmen haben bereits ihr Interesse an der Zusammenarbeit in diesem Netzwerk bekundet. "Ein Wissenschaftsverbund begleitet das Netzwerk und führt ergänzende Forschung durch. Mit unserem Projekt flankieren wir das bundesweite Programm und setzen Akzente bei den Stärken der rheinland-pfälzischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen", so Conrad.

Klimafreundlicher Individualverkehr

Unbestritten ist für die rheinland-pfälzische Ministerin, dass Elektroautos nur mit Strom aus Wind, Photovoltaik und anderen erneuerbaren Quellen betrieben werden. "Atomstrom ist keine Option", macht Conrad klar. "Die Erneuerbaren Energien haben das Potential, auch den Individualverkehr klimafreundlich und sicher zu machen." Elektroautos und Erneuerbare Energien passen ausgezeichnet zusammen. Rheinland-Pfalz produziert schon heute 4,5 Milliarden kWh Regenerativstrom - so viel wie ca. 1,8 Millionen E-Autos pro Jahr brauchen würden. Und die Entwicklung geht weiter. Ziel ist es, bis 2020 ca. 9 Milliarden kWh Strom zu erzeugen. Allein durch den Zubau im Land von 167 Megawatt Photovoltaik wie im Jahr 2009 könnten rechnerisch ca. 65.000 Fahrzeuge mit elektrischer Energie CO2-frei versorgt werden.

Der jährliche Stromverbrauch eines einzigen Elektroautos entspricht mit ca. 2.500 kWh pro Jahr im Durchschnitt dem Strombedarf eines Zwei-Personen-Haushaltes. Bereits 2007 wurden bundesweit 85 TWh (85.000 Millionen kWh) Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt - damit ließen sich theoretisch mehr als 30 Millionen Elektrofahrzeuge ein Jahr lang CO2-frei betanken. Der PKW-Bestand in Deutschland liegt bei über 40 Millionen Autos.

Deutschlandweit soll der Anteil der Erneuerbaren bis 2020 von jetzt 16,1 Prozent auf 30 Prozent steigen. "Strom aus Sonne, Wind oder Wasser wird auch für weitere Einsatzbereiche in Haushalten, Industrie und Gewerbe gebraucht, dennoch sind erneuerbare Energien für Kraftfahrzeuge ein Zukunftsmarkt, der zunehmend Stadtwerke und Energieunternehmen interessiert", so Conrad.

Elektro-Mobilität bietet Wachstumsmärkte

Elektro-Mobilität bietet Wachstumsmärkte für die Wirtschaft im Land. Mit rund 50.000 Beschäftigen ist die Fahrzeugindustrie nach der Chemieindustrie die wichtigste Industriebranche in Rheinland-Pfalz. 126 Zulieferbetriebe und 12 Hersteller von Kraftfahrzeugen, Anhängern und Aufbauten sind hier tätig (Betriebe ab 20 Beschäftigte; Stand Ende 2008).Die Branche ist insbesondere von mittelständischen Zulieferbetrieben geprägt. Die Adam Opel GmbH und die Daimler AG haben Werke im Land: Während das Daimler-Werk Wörth als größtes Lkw-Montagewerk der Welt mittlere und große Lkw produziert, ist die Opel-Betriebsstätte ein Komponentenwerk, das insbesondere Pressteile und Motoren für andere Opel-Standorte fertigt. Die Elektromobilität hat große Zukunft in Rheinland-Pfalz, nicht nur bei der Zulieferindustrie. Rheinland-pfälzische Unternehmen sind gemeinsam mit Partnern führend bei der Entwicklung der Elektrotankstellen und intelligenter Stromnetze und Steuer- und Abrechnungssoftware.

Betrachtet man den Status quo, so sind Elektroautos für das Pendlerland Rheinland-Pfalz bisher noch die Ausnahme. Zum 1. Januar 2009 waren 71 Elektro-PKW und 951 Hybridfahrzeuge beim Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet; Rheinland-Pfalz lag damit im Mittelfeld (Deutschland 1.452 Elektro-PKW und 22.330 Hybrid-PKW).

Quelle: Pressemeldung MINISTERIUM FÜR UMWELT, FORSTEN UND VERBRAUCHERSCHUTZ

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