Twitter & Wikileaks treiben den Präsident aus Tunesien
Die Bilder der Unruhen in Tunesien gehen bereits seit einiger Zeit durch die Medien. Nachdem ein Mann sich aus Protest selbst angezündet hatte, war der Unmut der Bevölkerung ausgebrochen und brachte den tunesischen Präsident Zine El Abidine Ben Ali vergangene Woche dazu, sein Kabinett aufzulösen und das Land zu lassen.
Doch nicht allein auf der Straße fand der Kampf gegen den Präsident und sein Regime statt - auch das Internet zeigte sich von seiner kampfesmutigen Seite. Dies hatte auch die tunesische Regierung erkannt und versucht, das WWW unter ihre Kontrolle zu bringen und Webseiten zu blockieren. Gleichzeitig war das Regime bemüht, mit versteckten Java-Scripten Userdaten und Passwörter von politischen Aktivisten und Demonstranten auszuspähen. Die Folge waren Festnahmen mehrerer Blogger und Aktivisten.
Doch die Regierung hat nicht mit der Unterstützung einiger Hacker-Aktivisten aus dem Kreis von Anonymous gerechnet. Diese mischten nach der Blockade von Wikileaks durch das Regime mit und attackierten ihrerseits die tunesischen Zensoren. Wikileaks hatte vor einigen Monaten begonnen, Dokumente über die Vetternwirtschaft und Korruption in den Reihen der tunesischen Machthaber zu veröffentlichen.
Dass das Internet ein Beteiligter an dem Umsturz des Regimes in Tunesien wurde, ist eine Ironie der Geschichte: 2005 nämlich hatte das Land die UN-Vertreter für die Tunis Agenda geladen und sich als großer Unterstützer des Internets profiliert.
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