Workshop "Standortfaktor Kreativität"
In Rheinland-Pfalz sind derzeit mindestens 35.000 Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft - das sind zusammengefasst alle Tätigkeiten rund um Entwurf, Herstellung und Vertrieb von kreativ-innovativen Gütern - tätig.
Sie arbeiten in mehr als 8.000 Unternehmen und erwirtschaften einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro. Zu der Veranstaltung in Pirmasens hatte die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) Experten aus der Modebranche, darunter die Designerin Anja Gockel, eingeladen.
Der Workshop war Teil der Veranstaltungsreihe "Standortfaktor Kreativität", die gemeinsam mit der Multimediainitiative Rheinland-Pfalz und den zuständigen Ministerien der Landesregierung initiiert wurde und im Rahmen der Initiative "2009 - Jahr der Innovation und der Kreativität in Europa" stattfand. Ziel der Reihe ist die Untersuchung sechs ausgewählter Bereiche der rheinland-pfälzischen Kunst-, Kultur- und Kreativwirtschaft auf ihre Bedeutung als Wirtschaftsfaktor. Die Zahlen der im Herbst 2008 erschienenen Studie der ZIRP belegen die Bedeutung dieser Branche: So betrug im Jahre 2006 der Anteil der rheinland-pfälzischen Kultur- und Kreativwirtschaft mit rund 3,3 Milliarden Euro 1,9 Prozent an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung von rund 175 Milliarden Euro. "Für Rheinland-Pfalz ist dieser Wirtschaftszweig als Standortfaktor von großer Wichtigkeit", betonte Schweitzer.
Grund sei unter anderem die bis ins 19. Jahrhundert zurück reichende Tradition der Bereiche Schuhe/Lederverarbeitung im Raum Pirmasens sowie Schmuck und Edelsteine im Raum Idar-Oberstein. In Pirmasens stellten in der Blütezeit der 60er Jahre bis zu 277 Betriebe mit nahezu 33.000 Beschäftigten Damen-, Herren- und Kinderschuhe her, die in Deutschland und im Ausland verkauft wurden. Heute arbeiten in der rheinland-pfälzischen Schuhindustrie knapp 2.000 Mitarbeiter, die in einer Handvoll Betrieben sehr hochwertige Schuhe herstellen.
Idar-Oberstein ist mit rund 450 Unternehmen, annähernd 4.000 Beschäftigten und einer über 500-jährigen Tradition das Zentrum der deutschen Schmuck- und Edelsteinindustrie. "Der Stellenwert des Bereichs Kleidung/Textilien wächst. Rheinland-Pfalz ist auf diese Entwicklung gut vorbereitet, denn die Fachhochschule Trier gehört zu den wenigen Hochschulen in der Mitte Deutschlands mit einem Fachbereich für Modedesign, neben Düsseldorf, Frankfurt/M. und Halle", so Schweitzer.
Anja Gockel berichtete von ihren Erfahrungen in der Mode-Branche und sprach über Aspekte wie Ausbildung, Zusammenarbeit mit Banken, Kammern und Ministerien. Die international bekannte Mode-Designerin arbeitete für Agatha Ruiz de la Prada (1992) und Vivienne Westwood (1995) und gründete im Jahr 2000 die Anja Gockel GmbH in Mainz. Ihre Botschaft: "Das Selbstverständnis der Kreativen fördern mit der Botschaft: Auf eigene Stärken setzen sowie die eigenen Schwächen erkennen und sich hierfür Unterstützung suchen."
Quelle: Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
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