Aufgeschobene Rentenversicherung: Definition, Steuererklärung & mehr

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Die aufgeschobene Rentenversicherung ist eine Form der privaten Rentenversicherung, die man heute auf jeden Fall kennen sollte. Denn eins ist sicher: Ohne private Altersvorsorge droht häufig Geldmangel im Alter.

Aufgeschobene Rentenversicherung: Was ist das eigentlich?

Wer sich für eine private Altersvorsorge interessiert, geht zunächst einmal sicherlich einen guten Weg. Denn ohne private Rentenversicherung haben heutige Arbeitnehmer und hier ganz besonders die jüngere Generation vermutlich Probleme, im Alter den Lebensstandard zu halten. Ein frühzeitiger Abschluss einer privaten Altersvorsorge ist daher unbedingt empfehlenswert. Nur welche? Denn nicht nur von Seiten des Gesetzgebers gibt es einige Produkte, die den Bürger vor einer Altersarmut bewahren sollen, auch private Versicherungen haben mittlerweile ein großes Portfolio mit den verschiedensten Produkten im Angebot. Da fällt es häufig nicht ganz so leicht, den Überblick zu behalten.

Eine Form der privaten Versicherung ist die aufgeschobene Rentenversicherung. Sie hat ihren Namen daher, dass zwischen dem Abschluss des Vertrages und damit auch dem Beginn der Beitragszahlungen und dem Beginn der Zahlungen durch die Versicherung, also der zusätzlichen Rente, in der Regel viele Jahre vergehen. Die Zahlungen damit also aufgeschoben werden.

Die Phase, in der der Versicherte seine Beiträge in die Altersvorsorge zahlt und damit für seine zusätzliche spätere Rente spart, nennt man Aufschubphase oder auch Aufschubzeit.

Es gibt zwei unterschiedliche Formen der aufgeschobenen Rentenversicherung, in Bezug darauf, wie man die Beiträge ansparen kann:

  • Regelmäßige Beitragszahlungen
  • einmalige Beitragszahlung

Video: Vorsicht bei privaten Rentenversicherungen | Servicezeit | WDR

Regelmäßige Sparraten bei der aufgeschobenen Rentenversicherung

Die erste Form, wie man eine private Altersvorsorge betreiben kann, ist die aufgeschobene Rentenversicherung mit regelmäßigen Beitragszahlungen. Hierbei zahlt man einen vorher vereinbarten Betrag in die Rentenversicherung – und zwar regelmäßig. Meist ist dies einmal pro Monat, es gibt jedoch auch Versicherte, die nur einmal pro Jahr Beiträge in die aufgeschobene Rentenversicherung einzahlen.

Der Versicherer legt die Beiträge dann zu einem bestimmten Zinssatz an. Es gibt aber auch die Variante, bei der der Versicherer die Beiträge in Anlagefonds, also in den sogenannten Fondspolicen anlegt. Diese Form der Anlage zählt nicht als klassische, verzinsliche Anlage, sondern als anteilgebundene Versicherung, die eben vom Aktienmarkt abhängt.

Je nach Lage an den Aktienmärkten muss man hierbei mit einer unterschiedlichen Rendite rechnen. Während man aktuell noch mehr Rendite bei der fondsgebundenen Anlage erzielen kann, muss das nicht immer so sein. Ein Crash am Aktienmarkt würde sich nämlich auch ganz unmittelbar auf das angesparte Guthaben und damit letztlich auch auf die Höhe der Rentenzahlungen im Alter auswirken.

Vor diesem Szenario muss man sich bei einem festgelegten Zinssatz nicht fürchten. Allerdings liegt die Rendite bei dieser Altersvorsorge aktuell so niedrig, dass sie meist durch die Inflation aufgefressen wird. Eine schwierige Entscheidung also, die gut durchdacht werden will.

Entscheidet man sich für die aufgeschobene Rentenversicherung mit einer einmaligen Beitragszahlung, schließt man mit dem Versicherer einen Vertrag über einen vorher festgelegten Zinssatz, zu dem die spätere REntscheidet man sich für die aufgeschobene Rentenversicherung mit einer einmaligen Beitragszahlung, schließt man mit dem Versicherer einen Vertrag über einen vorher festgelegten Zinssatz, zu dem die spätere Rente verzinst wird. (#01)ente verzinst wird. (#01)

Entscheidet man sich für die aufgeschobene Rentenversicherung mit einer einmaligen Beitragszahlung, schließt man mit dem Versicherer einen Vertrag über einen vorher festgelegten Zinssatz, zu dem die spätere Rente verzinst wird. (#01)

Die aufgeschobene Rentenversicherung als Einmalzahlung

Interessenten, die über den Abschluss einer aufgeschobenen Rentenversicherung nachdenken, haben aber auch eine weitere Option: Wer zu einem bestimmten Zeitraum relativ viel Geld (beispielsweise aus der Zahlung einer anderen Versicherung oder vielleicht sogar einem Gewinn oder einer Erbschaft) zur Verfügung hat, der kann diesen Betrag auch einmalig anlegen und sich damit die regelmäßigen Beitragszahlungen sparen.

Klingt zuerst vielleicht verlockend für einige Sparer, denn so muss man nicht monatlich Beiträge zahlen, sondern kann diese auf andere Weise einplanen, kann aber im Alter trotzdem auf eine private Rente hoffen. Gerade für Anleger, die lieber aktuell in Aktienfonds oder am Markt spekulieren kann diese Form der aufgeschobenen Rentenversicherung interessant sein, hat man damit nämlich mehr Kapital zur Verfügung, um es in Aktien anzulegen.

Was es zu bedenken gibt: Entscheidet man sich für die aufgeschobene Rentenversicherung mit einer einmaligen Beitragszahlung, schließt man mit dem Versicherer einen Vertrag über einen vorher festgelegten Zinssatz, zu dem die spätere Rente verzinst wird. Bevor man eine Vertrag über die aufgeschobene Rentenversicherung abschließt, sollte man sich daher den genauen Faktor, zu dem die späteren Rentenzahlungen geleistet werden sollen, mitteilen lassen. Denn gerade in der heutigen Zeit mit der aktuellen Niedrigzinslage, muss man unter Umständen mit Abstrichen rechnen. Aber nicht nur die Leitzinsen bestimmen die Höhe der Zahlungen aus der späteren privaten Altersvorsorge mit, sondern auch das Alter des Versicherungsnehmers.

Trotzdem kann die aufgeschobene Rentenversicherung, die durch eine Einmalzahlung bespart wird, gerade für ältere Versicherte interessant sein. Wer im Alter eine größere Summe Geld zur Verfügung hat und sich außerdem bester Gesundheit erfreut, der kann unter Umständen von den Leistungen der aufgeschobenen Rentenversicherung profitieren.

Diese Auszahlungsvarianten gibt es bei der aufgeschobenen Rentenversicherung

So wie man die Möglichkeit hat, sich zwischen zwei verschiedenen Modi bei der Ansparung seiner aufgeschobenen Rentenversicherung zu entscheiden, hat man auch die Option, zwei verschiedene Auszahlungsarten zu wählen. Entweder man entscheidet sich für regelmäßige monatliche Zahlungen, oder man wählt einen einmaligen Betrag, den man von seiner Versicherung ausbezahlt bekommt. Welche Form profitabler ist, hängt von den persönlichen Verhältnissen des Versicherten ab.

Übrigens: Zwischen den verschiedenen Auszahlungsmodi darf man nur wählen, wenn in dem Vertrag zur aufgeschobenen Rentenversicherung ein sogenanntes Kapitalwahlrecht vereinbart ist.

Entscheiden Sie sich für eine einmalige Auszahlung des angesparten Betrags, sollten Sie bedenken, dass sich diese Form nur dann noch richtig lohnt, wenn Sie den Vertrag über die aufgeschobene Rentenversicherung vor dem 01. 01. 2005 abgeschlossen haben. Verträge, die nach diesem Termin geschlossen wurden, werden nämlich besteuert, wie herkömmliche Lebensversicherungen auch. Daher sollte man diesen Schritt wohl überlegen und gut durch rechnen, um nicht am Ende große finanzielle Abstriche in Kauf nehmen zu müssen.

Wer im Alter eine größere Summe Geld zur Verfügung hat und sich außerdem bester Gesundheit erfreut, der kann unter Umständen von den Leistungen der aufgeschobenen Rentenversicherung profitieren. (#02)

Wer im Alter eine größere Summe Geld zur Verfügung hat und sich außerdem bester Gesundheit erfreut, der kann unter Umständen von den Leistungen der aufgeschobenen Rentenversicherung profitieren. (#02)

Die Vorteile einer aufgeschobenen Rentenversicherung

Unter Umständen kann es für Versicherte interessanter sein, eine aufgeschobene Rentenversicherung als private Altersvorsorge abzuschließen. Denn im Gegensatz zu einer Lebensversicherung entfällt bei der aufgeschobenen Rentenversicherung die Gesundheitsprüfung des zukünftigen Versicherten. So können auch Menschen mit gesundheitlichen Problemen eine private Altersvorsorge abschließen, die ansonsten vielleicht Probleme hätten, einen entsprechenden Versicherer zu finden.

Eine Ausnahme gibt es auch hier: Wer im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine aufgeschobene Rentenversicherung abschließen möchte, der muss eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Das hängt aber daran, dass sich die Anbieter einer Berufsunfähigkeitsversicherung bestmöglich gegen Schadenfälle absichern möchte – und dazu zählt bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung eben ganz zentral die Gesundheit des Versicherten.

In der Regel kann man bei einer aufgeschobenen Rentenversicherung von einem günstigeren steuerlichen Satz profitieren, sofern man einige Dinge beachtet. In der Regel müssen die Einkünfte aus der aufgeschobenen Rentenversicherung voll versteuert werden, es gibt jedoch Ausnahmen: Ist der Versicherte über 60 Jahre alt und lief der Vertrag länger als 12 Jahre, dann kann man von einem günstigeren steuerlichen Satz profitieren und muss im besten Fall nur die Hälfte der Rente versteuern. Möglich macht das das sogenannte Alterseinkünftegesetz.

Wählen Sie eine aufgeschobene Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht, häufig auch unter dem Begriff Bezugsrecht bekannt. Bei dieser Form der Auszahlung, können Sie entscheiden, ob Sie sich den angesparten Betrag als monatliche Rente oder als Gesamtbetrag auszahlen lassen wollen. hier gilt es zu unterscheiden, bis wann man das Kapitalwahlrecht ausüben darf. Natürlich ist es zu bevorzugen, wenn man sich erst kurz vor dem Renteneintritt entscheiden muss. Denn im Renteneintrittsalter weiß man, ob man unter Umständen eine große Summe auf einmal für eine einmalige Anschaffung oder auch eine große Reise benötigt, oder ob man sich lieber auf die monatliche Rente verlässt.

Unser Tipp:

Achten Sie beim Abschluss Ihrer aufgeschobenen Rentenversicherung darauf, dass sie eine Klausel zur Beitragsrückgewähr enthält. Diese Klausel macht es nämlich möglich, dass im Todesfall des Versicherten noch während der Ansparphase, die bereits eingezahlten Beiträge rückerstattet werden. Gerade für Versicherte mit einer Familie kann diese Klausel äußerst sinnvoll und ratsam sein, so können die Angehörigen wenigstens auf das angesparte Kapital zugreifen. Ohne diese Klausel in der Versicherungspolice würde das angesparte Sparvermögen verfallen.

Die meisten Versicherer bieten eine Beitragsrückerstattung in ihren Verträgen an – allerdings wird das etwas teurer, kann dafür aber umso lohnenswerter sein. Übrigens: In einigen Verträgen nennt man diese Form des Schutzes der Hinterbliebenen und Angehörigen auch Rentengarantiezeit. Da genau dadurch nämlich für eine gewisse Zeitspanne den Hinterbliebenen ein garantierter Rentenbetrag ausgezahlt wird.

Die Vorteile der aufgeschobenen Rentenversicherung im Überblick:

  • Gesundheitsprüfung des Versicherten entfällt
  • günstigere steuerliche Beiträge
  • Kapitalwahlrecht bei den meisten Versicherern

Video: Böses Erwachen Wenn der Staat auf die private Altersvorsorge

Der Unterschied zwischen einer aufgeschobenen Rentenversicherung und der Sofortrente

Aufgeschobene Rentenversicherung und Sofortrente sind zwei verschiedene Enden einer Skala, oder anders ausgedrückt: Zwei komplett gegensätzliche Produkte. Während man mit einer Sofortrente – wie der Name es bereits andeutet – sofort von den Rentenzahlungen profitieren kann, dauert dies bei einer aufgeschobenen Rentenversicherung in der Regel mehrere Jahre.

Die Unterschiede: Bei einer Sofortrente wird ein einmaliger Betrag eingezahlt, der gewissermaßen sofort verzinst wird und somit der Versicherer auch sofort mit der Rentenzahlung beginnt – normalerweise regelmäßig einmal pro Monat.

Die Idee der aufgeschobenen Rentenversicherung dagegen besteht darin, dass monatlich feste Beträge in die Versicherung einzahlt, die zu einem bestimmten Satz verzinst werden und Jahre später, meist zum Renteneintrittsalter, dem Versicherten ausbezahlt werden. Hier kann er wählen zwischen der Auszahlung eines einmaligen


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