Posted on 10. Apr 2018 in My Home | Keine Kommentare

Endlich ist der Frühling da und mit ihm die Lust, sich um den Garten zu kümmern. Dieser beginnt schon zu sprießen, daher stehen verschiedene Arbeiten ganz oben auf der Prioritätenliste.

Zuerst einmal: Ausrüstung besorgen

Wer seinen Garten schon lange hegt und pflegt, wird kaum neue Anschaffung an Ausrüstung tätigen müssen. Doch diejenigen unter den Hobbygärtnern, die erst nach am Anfang stehen, brauchen im Frühling sicherlich das eine oder andere Gartengerät. Dabei geht es nicht darum, die perfekte Ausrüstung für die Gartenarbeit zu finden, sondern um das richtige Gartenzubehör, mit dem sich vieles machen lässt. Ein Vertikutierer ist beispielsweise weniger wichtig, ein gut funktionierender Rasenmäher hat aber immense Bedeutung. Ebenso bedarf es kaum diverser Dünger, um Rasen und Sträucher zu stärken. Setzen Sie besser auf wenige Mittel, die das Wachstum der Pflanzen stärken, als sie mit all den Mittelchen zuzuschütten, die laut Werbung für bestes Wachstum und reichste Blütenpracht sorgen.

Kleine Hilfsmittel machen das Gärtnerleben leichter: Wer eine Hecke sein eigen nennt und diese regelmäßig schneiden muss, wird sich über eine elektrische Heckenschere mit Akku freuen. So ist das Problem des Verhedderns im Kabel keines mehr und wer einmal ein Kabel zerschnitten und den anschließenden Kurzschluss erlebt hat, braucht dieses Erlebnis sicherlich kein zweites Mal. Müssen nur kleine Heckenteile geschnitten werden, tut es in den meisten Fällen auch eine herkömmliche Heckenschere, die manuell bedient wird.

Wer seinen Garten schon lange hegt und pflegt, wird kaum neue Anschaffung an Ausrüstung tätigen müssen. (#01)

Wer seinen Garten schon lange hegt und pflegt, wird kaum neue Anschaffung an Ausrüstung tätigen müssen. (#01)

An die Natur denken

Woran es genau liegt, können nicht einmal die Wissenschaftler erklären. Doch irgendwann kommt in jedem Frühjahr der Aufräum- und Putzwahn der Kleingärtner zum Vorschein. Sie harken und fegen, schneiden und entsorgen, was das Zeug hält. Dabei denken allerdings viele nicht an die Natur! Schon jetzt sind viele Tiere auf der Suche nach geeigneten Nistplätzen und haben in der Ansammlung von Schnittholz oder in der nicht ganz freiwillig angelegten Totholzhecke ihre Nester angelegt. Auch Igel suchen hier Unterschlupf. Wenn möglich, lassen Sie ein Stück des Gartens für die Natur frei – Laubhaufen, ein kleiner Berg aus Ästchen und Zweigen oder nicht geschnittene Sträucher nehmen nicht zu viel Platz in Anspruch, stören die Gesamtwirkung nicht und tun doch so viel Gutes.

Was muss jetzt getan werden?

Stellen Sie am besten eine Prioritätenliste auf, die Sie nach und nach abarbeiten und mit deren Hilfe Sie die wichtigsten Gartenarbeiten nach Dringlichkeit erledigen.

1. Der Rasen
Generell genießt der Rasen eine große Aufmerksamkeit unter Gärtnern und er steht jetzt im Frühling sofort im Fokus der anfallenden Arbeiten. Er muss aber meist nicht vertikutiert werden, um Moos und alte Pflanzenreste zu entfernen. Doch das Vertikutieren ist nur dann sinnvoll, wenn der Rasen das ganze Jahr über stark verfilzt ist. Ansonsten reicht auch bloßes Abharken, um abgestorbene Pflanzenreste zu entfernen und den Rasen zu belüften. Düngen Sie ihn mit einem stickstoffhaltigen Mittel, das stärkt das Gras und lässt Moos und Klee weniger wachsen. Für alle, die nicht gern harken, ein Tipp: Sehen Sie diese Arbeit als sportliche Herausforderung und sagen Sie nicht nur dem Moos, sondern auch den Weihnachtspfunden auf diese Art den Kampf an! Das motiviert ungemein.
Soll der Rasen auf der immer gleichen Höhe gehalten werden, ohne dass Sie ständig zum Rasenmäher greifen müssen, kann ein Mähroboter durchaus hilfreich sein. Das kleine Gerät flitzt los und stutzt das Gras, Sie können ganz entspannt von der Terrasse aus zuschauen.

Informieren Sie sich bei geplanten Neuanpflanzungen vorab über die jeweiligen Standortwünsche der Pflanze und denken Sie eventuell auch an Sträucher, die besonders insektenfreundlich sind. (#04)

Informieren Sie sich bei geplanten Neuanpflanzungen vorab über die jeweiligen Standortwünsche der Pflanze und denken Sie eventuell auch an Sträucher, die besonders insektenfreundlich sind. (#04)

2. Die Beete
Wenn Sie im Sommer eine gute Gemüseernte haben wollen, müssen Sie sich bereits Ende März/Anfang April um die Beete kümmern. Befreien Sie sie von abgestorbenen Pflanzenresten und reichern Sie den Boden mit Kompost an. Damit bringen Sie organischen Langzeitdünger in den Boden ein, der die Saison über anhält und Ihren Pflanzen die nötigen Nährstoffe für ein gutes Wachstum liefert.
Säen Sie nun Möhren und stecken Sie Zwiebeln, decken Sie das Erdbeerbeet mit Schilf- oder Strohhäcksel ab und legen Sie auch die übrigen Beete an, auf die Sie nach und nach die gewünschten Gemüsepflanzen säen oder pflanzen. Im Frühbeet oder Gewächshaus können Sie bereits Salat und Kräuter säen, auch Radieschen werden nun in den Boden gebracht.
Viele Gemüsepflanzen (Tomaten, Gurken, Paprika etc.) müssen nun vorgezogen werden. Das geht am besten auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. So stehen Ihnen schon bald junge Pflanzen zur Verfügung, die nur noch nach draußen gesetzt werden müssen.

3. Blumen und Sträucher
Wenn der Garten zum Mittelpunkt des Lebens werden soll, muss er nicht nur Erträge liefern, sondern soll auch einige idyllische Fleckchen bieten. Diese erreichen Sie mit Blumen und Sträuchern. Informieren Sie sich bei geplanten Neuanpflanzungen vorab über die jeweiligen Standortwünsche der Pflanze und denken Sie eventuell auch an Sträucher, die besonders insektenfreundlich sind. Ein solcher Strauch ist der Goldlack, der nach Honig duftet und vielen Insekten die benötigte Nahrung bietet. Möchten Sie eine Hecke pflanzen, so ist auch dafür jetzt der beste Zeitpunkt gekommen, ebenso wie für das Pflanzen von Obst- und Laubbäumen.

Wenn Sie im Sommer eine gute Gemüseernte haben wollen, müssen Sie sich bereits Ende März/Anfang April um die Beete kümmern. Befreien Sie sie von abgestorbenen Pflanzenresten und reichern Sie den Boden mit Kompost an.(#02)

Wenn Sie im Sommer eine gute Gemüseernte haben wollen, müssen Sie sich bereits Ende März/Anfang April um die Beete kümmern. Befreien Sie sie von abgestorbenen Pflanzenresten und reichern Sie den Boden mit Kompost an.(#02)

Wer hat überlebt?

Nach den letzten Frösten zeigt sich, welche Pflanzen und Sträucher den Winter überstanden haben und woran Sie arbeiten müssen. Stauden treiben nun aus den unterirdischen Teilen aus, denn hier haben sie überwintert. Daher gilt: Bloß nicht zu zeitig entfernen, auch wenn die Pflanzen oberirdisch braun und trocken aussehen! Sollten Sie zu unsicher sein, können Sie ein wenig am Stamm direkt über dem Erdboden kratzen. Meist zeigt sich spätestens Anfang April ein grüner Schimmer, wenn noch Leben in der Pflanze steckt. Möchten Sie die Pflanzen, die den Winter nicht überstanden haben, neu setzen, so sollten Sie die letzten Nachtfröste abwarten, damit die junge Staude oder der kleine Strauch eine Chance zum Anwachsen hat.

Mit der Kontrolle der Pflanzen ist auch der Rückschnitt verbunden. Viele Stauden können jetzt geschnitten werden, was allerdings artenabhängig ist. Denn nicht alle Stauden brauchen wirklich einen jährlichen Schnitt, bei einigen ist ein Turnus von zwei bis drei Jahren völlig ausreichend. Bei der Hortensie warten Sie mit dem Rückschnitt bis zum neuen Austrieb, erst dann werden alte Blütenstände entfernt. Ist sie zu groß geworden, hilft ein Auslichtungsschnitt, bei dem die dicken und alten Triebe herausgeschnitten werden.

Sind die letzten Nachtfröste vorüber, können auch die Pflanzen, die im Wintergarten oder Keller überwintert haben, herausgesetzt werden. Dabei können Sie in kleinen Schritten vorgehen und stellen die Pflanzen zuerst in ein kleines Gewächshaus oder ans Fenster. Die im Frühling rasch herrschenden Temperaturen von mehr als 20 °C sind oftmals ein zu großer Schock für die Kübelgewächse, die bis dahin im Dunkeln gestanden haben.

Zum anderen können Sie eine Sitzgelegenheit am Wasser schaffen: Stellen Sie einen Hochteich auf oder stellen Sie sich eine fertige Teichschale in den Garten. (#03)

Zum anderen können Sie eine Sitzgelegenheit am Wasser schaffen: Stellen Sie einen Hochteich auf oder stellen Sie sich eine fertige Teichschale in den Garten. (#03)

Kleine Oasen im Garten schaffen

Jeder Kleingärtner weiß, dass die Gartenarbeit wartet, doch manchmal braucht es einfach eine Pause von all dem Harken, Säen, Jäten, Mähen und Stutzen. Dafür brauchen Sie eine kleine Oase im Garten, die Sie für Erholungspausen ebenso nutzen können wie für Treffen mit der ganzen Familie. Zum einen bietet sich dafür die Terrasse an, die mit verschiedenen Sitzplätzen gestaltet wird und die Platz zum Sitzen, Grillen und Relaxen bietet. Zum anderen können Sie eine Sitzgelegenheit am Wasser schaffen: Stellen Sie einen Hochteich auf oder stellen Sie sich eine fertige Teichschale in den Garten. In Letztere können Sie eine Pumpe stellen und schon sprudelt das Wasser. Am besten ist dann die Liegemöglichkeit direkt daneben: Teichfreunde kennen nichts Schöneres, als sich mit einem guten Buch auf die Liege zurückzuziehen und eine Auszeit vom Alltag zu genießen.

Natürlich kann auch ein richtiger Gartenteich angelegt werden, allerdings bedarf dies einiger Mühe und letzten Endes auch eines gewissen Fachwissens, damit das Vorbild aus der Werbung so schön im eigenen Garten wirkt.

Wichtig: Passen Sie den Stil der kleinen Oasen auf den restlichen Garten an. So können zum Beispiel Sitzgelegenheiten aus Gabionen perfekt zum Bauerngarten passen, eignen sich aber nicht zur Dekoration in einem nach japanischem Vorbild gestalteten Ziergarten. Überlegen Sie sich daher vorab, was Sie sich wünschen und wie diese Dinge mit dem vorhandenen Gartendesign harmonieren können.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Photographee.eu  -#01:  iliart-#02: HamsterMan -#03: Alexey Stiop -#04: romakoma

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.