Posted on 5. Nov 2018 in Mobile Geräte | Keine Kommentare

Das Handy ist für viele zum unentbehrlichen Begleiter geworden. Je teurer ein aktuelles Smartphone ist, umso wichtiger ist ein adäquater Schutz vor Beschädigungen. Außerdem ist ein verantwortungsvoller Umgang wichtig, damit die Handynutzung nicht zum Suchtproblem wird.

Das Handy ist immer auch ein Statussymbol

Mobiltelefone gehören längst zum Alltag der meisten Menschen dazu. Waren sie früher ein Luxusartikel, der nur für wenige erschwinglich war, besitzt heute rein rechnerisch jeder Bürger gleich mehrere Handys. Das liegt unter anderem daran, dass die Entwicklungszyklen der Handyhersteller und der Ausbau schneller Mobilfunk-Verbindungen durch die Netzbetreiber die Lebensdauer von Handymodellen stark verkürzt haben. Obwohl sie technisch meist noch voll funktionsfähig sind, möchte kaum jemand mit einem veralteten Smartphone durch die Gegend laufen. So, wie der reine Besitz des legendären Motorola-Knochens aus den 90ern ein Statussymbol war, gilt der Kauf des jeweils neuesten Modells des bevorzugten Herstellers als Muss.

Besonders die Marktführer Samsung und Apple liefern sich regelmäßig ein Rennen um die neuesten Gadgets, die für Nutzer und Netzbetreiber mehr oder weniger wichtig werden. Je neuer die Telefone sind, desto teurer sind sie auch – wie üblich zahlt man für die neueste Technologie in der Regel einen Aufschlag. Obwohl Netzbetreiber und Provider Mobiltelefone nach wie vor durch langfristige Verträge subventionieren, kann sich längst nicht jeder das jeweils neueste Modell leisten.

Doch egal, ob man nun das neueste iPhone oder Galaxy sein Eigen nennt oder mit einem Vorjahresmodell zufrieden ist: Fällt es einmal herunter, sind Schäden am Gehäuse oder Display beinahe zwangsläufig. Dazu muss ein Smartphone nicht einmal aus großer Höhe herunterfallen. Da solche Schäden nicht von der Garantie der Hersteller gedeckt sind, müssen Nutzer dann entweder eine sehr teure Reparatur bezahlen oder mit dem Kratzer oder Sprung im Gehäuse leben. Bei Jugendlichen ist dieses Phänomen scherzhaft auch als „Spider-App“ bekannt (in Anlehnung an die oft spinnennetzförmigen Sprünge). Aber es gibt Möglichkeiten, Display und Gehäuse vor Beschädigungen zu schützen.

Es ist schon merkwürdig, dass manche Menschen viele hundert Euro in ein Telefon investieren, aber für einen adäquaten Schutz oft keinen Cent übrig haben.

Es ist schon merkwürdig, dass manche Menschen viele hundert Euro in ein Telefon investieren, aber für einen adäquaten Schutz oft keinen Cent übrig haben. (#01)

Warum verzichten viele darauf, das Handy zu schützen?

Es ist schon merkwürdig, dass manche Menschen viele hundert Euro in ein Telefon investieren, aber für einen adäquaten Schutz oft keinen Cent übrighaben. Dabei kosten gute Handyhüllen gar nicht viel. Wenn man sich vor Augen hält, dass etwa 80 Prozent der Schäden an Smartphones durch Stürze verursacht sind, ist es noch weniger verständlich. In den letzten Jahren haben die Beschädigungen von Displays trotz neuer Entwicklungen wie dem superstabilen Gorilla-Glas eher noch zugenommen. Denn im Vergleich zu früher ist die Fläche der Displays viel größer geworden und reicht meist bis zum Rand der Geräte, bei einigen Modellen sogar um diesen herum.

Hinzu kommt, dass immer mehr Handys wasserdicht oder zumindest spritzwassergeschützt sind. Um das Handy wirklich dicht zu bekommen, setzen viele Hersteller auf eine Komplettverglasung des Telefons. Doch dadurch erhöht sich wiederum die Anfälligkeit bei Stürzen. Insbesondere ein Sturz auf die Kante (der als Regelfall gilt) führt fast immer sofort zu Schäden am Gehäuse und/oder am Display. Dass viele Nutzer keine Handyhüllen benutzen, wird oftmals mit der Optik begründet. Tatsächlich sind einige Optionen optisch nicht besonders ansprechend, insbesondere dann nicht, wenn man ein Handy als Statussymbol einsetzt und es möglichst sichtbar bei sich tragen möchte.

Die folgenden Optionen für den Schutz von Smartphones sind am gängigsten:

  • Displayfolien
  • Bumper
  • Plastikhüllen
  • Silikonhüllen
  • Klapphüllen
  • Hüllen mit eingebautem Zusatzakku

Vor- und Nachteile der Schutzprodukte für das Handy

Alle Produkte, mit denen man ein Handy schützen kann, haben ihre Vor- und Nachteile. Es gilt: Je umfassender und besser der Schutz für das ganze Gerät, desto problematischer die Optik. Trotzdem gibt es gute Lösungen, Smartphones im Alltag zu schützen und trotzdem komfortabel zu nutzen. Bei vielen Anbietern findet man eine große Auswahl an Hüllen und anderem Zubehör für das Handy.

Displayfolien Sie eignen sich vor allem dazu, Kratzer auf dem Display zu verhindern.

Displayfolien: Sie eignen sich vor allem dazu, Kratzer auf dem Display zu verhindern.(#02)

Displayfolien

Sie eignen sich vor allem dazu, Kratzer auf dem Display zu verhindern. Gerade das Verstauen und Herausholen der Smartphones in Taschen sorgt häufig für verkratzte Bildschirme. Dazu reicht manchmal schon der Schlüssel, der sich in der gleichen Tasche befindet. Displayfolien haften von selbst, sind rückstandslos wieder abziehbar und bieten einen relativ guten Schutz für das Display. Probleme gibt es manchmal beim Anbringen, denn nicht immer ist es einfach, die dünnen Folien ohne die Bildung von Luftblasen auf das Display zu kleben.

Außerdem können Displayfolien die Farbbrillanz und Lichtstärke leicht dämpfen – was besonders dann ärgerlich ist, wenn man das Handy vor allem wegen des guten Displays gekauft hat. Keinen Schutz bieten Displayfolien bei Stürzen, denn die Kanten und die Rückseite des Gehäuses bleiben ungeschützt. In Verbindung mit einer zusätzlichen Handyhülle können die Folien allerdings punkten.

Bumper

Das englische Wort für „Stoßstange“ oder „Stoßdämpfer“ gibt dem Bumper seinen Namen. Sie werden für alle gängigen Smartphone-Modelle angeboten und sind je nach Preisklasse und Verarbeitungsqualität mehr oder weniger passgenau. Insbesondere die Aussparungen für Ladegeräte, Kopfhörer oder die Knöpfe für Bedienelemente sollten möglichst exakt sein, um die volle Funktionalität des Telefons zu erhalten. Bumper umspannen lediglich den Rahmen und schränken somit die Optik nur sehr gering ein – bieten aber dann auch nur Schutz bei Stürzen auf die Kante. Sie sind meist aus Plastik oder Silikon gefertigt.

Vor allem die Rückseite des Telefons ist durch Plastikhüllen gut zu schützen. Beim Kauf sollte man wiederum auf Passgenauigkeit achten, vor allem bei den Aussparungen für die Kamera. (#03)

Vor allem die Rückseite des Telefons ist durch Plastikhüllen gut zu schützen. Beim Kauf sollte man wiederum auf Passgenauigkeit achten, vor allem bei den Aussparungen für die Kamera. (#03)

Plastikhüllen

Vor allem die Rückseite des Telefons ist durch Plastikhüllen gut zu schützen. Beim Kauf sollte man wiederum auf Passgenauigkeit achten, vor allem bei den Aussparungen für die Kamera. Zudem laufen gute Plastikhüllen um den Rand herum, so dass sie abgesehen vom Display das gesamte Gerät schützen, wenn es auf den Boden fällt. Plastikhüllen brechen allerdings selbst relativ schnell bei Gewalteinwirkung. Dafür lassen sie sich sehr gut personalisieren, etwa als Art-Cover mit besonders bedruckten Rückseiten oder einer besonderen Farbgebung. Auch Fotodruck ist möglich.

Silikonhüllen

Vom Konzept her sind Silikonhüllen den Plastikhüllen sehr ähnlich, besitzen aber einen entscheidenden Vorteil. Das weiche Silikon dämpft bei einem Aufprall recht gut und kann somit Schäden an den Kanten und auf der Rückseite fast immer verhindern. Ungeschützt bleibt hingegen auch bei Silikonhüllen das Display. Vielen Nutzern ist die bessere Griffigkeit der Silikonhüllen wichtig. Auch bei diesen Hüllen gilt: Passgenauigkeit muss sein, um die Funktionalität nicht einzuschränken. Obwohl sich Silikonhüllen auch personalisieren lassen, stehen weniger Designoptionen zu Verfügung.

Vom Konzept her sind Silikonhüllen den Plastikhüllen sehr ähnlich, besitzen aber einen entscheidenden Vorteil.

Vom Konzept her sind Silikonhüllen den Plastikhüllen sehr ähnlich, besitzen aber einen entscheidenden Vorteil.(#04)

Klapphüllen

Besonders bei Geschäftsleuten sind Klapphüllen sehr beliebt. Das Handy wird dann von einer speziell für das jeweilige Modell zugeschnittenen Klapphülle geschützt, die meist aus Leder gefertigt ist. Der große Vorteil: Hier sind die Geräte von allen Seiten geschützt. Der Nachteil: Man muss sie immer aufklappen, wenn man das Telefon nur kurz in die Hand nehmen möchte, um etwa Benachrichtigungen zu checken. Beim Fotografieren kann das Design der Klapphülle ebenfalls stören. Viele Klapphüllen haben zusätzliche Taschen für Kreditkarten. Für Nutzer, die das Handy möglichst prominent zur Schau stellen wollen, ist die Klapphülle ebenfalls ungeeignet.

Hüllen mit Zusatzakku

Je leistungsfähiger und schmaler die Geräte, desto schneller scheinen sich die modernen Akkus zu entladen. Das liegt daran, dass die Bauformen immer dünner werden sollen und zum anderen die leistungsfähigen Prozessoren immer mehr Strom benötigen. Wer zwischendurch keine Möglichkeit zum Aufladen hat und auch keine sperrige Powerbank mitschleppen möchte, kann eine maßgeschneiderte Hülle mit Zusatzakku kaufen. Diese Hüllen entsprechen von der Schutzfunktion her den bereits erwähnten Plastik- und Silikonhüllen und haben ähnliche Eigenschaften. Durch den zusätzlich verbauten Akku sind sie allerdings in der Regel etwas dicker. Das Handy dockt über die Aufladebuchse an ein entsprechendes Gegenstück in der Hülle an und wird somit wieder aufgeladen. Diese Hüllen sind natürlich auch deutlich teurer.

Besonders bei Geschäftsleuten sind Klapphüllen sehr beliebt. Das Handy wird dann von einer speziell für das jeweilige Modell zugeschnittenen Klapphülle geschützt, die meist aus Leder gefertigt ist.

Besonders bei Geschäftsleuten sind Klapphüllen sehr beliebt. Das Handy wird dann von einer speziell für das jeweilige Modell zugeschnittenen Klapphülle geschützt, die meist aus Leder gefertigt ist.(#05)

Handysucht: Wenn die Smartphonenutzung ausartet

Viele Eltern sind besorgt, wenn sie Jugendliche sehen, wie sie ihre Handys kaum noch aus der Hand legen können. Doch selbst, wenn Mobiltelefone das Leben der Jugendlichen heute allerorten begleiten, kann man daraus nicht sofort auf ein Suchtproblem schließen. Sowohl viele Elternteile als auch die Kinder nutzen ihre Telefone heute über den ganzen Tag hinweg – manchmal sogar in der Nacht, um den Schlaf zu überwachen. Es gibt trotzdem bestimmte Anzeichen, die Erziehungsberechtigte im Auge behalten sollten.

Die Smartphonenutzung komplett zu verbieten, ist dabei kein guter Weg, denn es macht Jugendliche schnell zum Außenseiter. Obwohl viele Schulen die Smartphonenutzung mittlerweile verbieten, gibt es auch Gegenbeispiele, bei denen das Handy als Recherchequelle sogar im Unterricht ausdrücklich erlaubt ist. Erst wenn die Nutzung des Telefons zum Zwang wird, spricht man von echter Handysucht. Dann ist das Verlangen so groß, dass das Handy ständig zur Hand genommen wird.

Übrigens sind auch Eltern nicht davon ausgenommen: Oftmals wird das Handy von Arbeitgebern dazu missbraucht, Mitarbeiter rund um die Uhr erreichen zu können. Das sollte man nicht zulassen, zumal es auch arbeitsrechtlich klar geregelt ist, dass man (abgesehen von bestimmten Notdienst-Verpflichtungen) außerhalb der Arbeitszeiten nicht für den Chef erreichbar sein muss. Wer es nicht schafft, das Handy auch mal abgeschaltet zu lassen, leidet unter Umständen bereits unter einer Vorstufe der Handysucht oder begünstigt das Entstehen dieses Problems.

Deutliche Hinweise sind, wenn:

  • der Nutzer die meiste Zeit mit dem Handy umgeht
  • die Gedanken des Nutzers nur um Soziale Netzwerke und das Handy kreisen
  • der Nutzer es nicht schafft, das Handy wegzulegen oder die Nutzung einzuschränken
  • der Nutzer aggressiv oder gereizt reagiert, wenn das Handy nicht genutzt werden kann

Hilfe bei Verdacht auf Suchtprobleme bekommt man bei verschiedenen Anlaufstellen. Es gibt gute Beratungsstellen für Suchtprävention sowie Therapieeinrichtungen, die sich mit den unterschiedlichsten Suchtkrankheiten beschäftigen. Weitere Informationen gibt es beispielsweise bei den folgenden Ansprechpartnern.

Sammlung von Kontaktadressen für die Bewältigung von Medienabhängigkeit:
http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/91.html

Beratungsstelle für Eltern von suchtkranken Jugendlichen ELSA:
https://www.elternberatung-sucht.de/kontakt

Klinik für akute Suchtsymptomatik und Behandlung von Suchtkrankheiten:
https://www.klinik-am-hahnberg.de/Home/Themen/Medizin/Akutpsychosomatik-Jugendliche/Gesundheitslexikon/H/Handysucht.aspx

Das Handy vor Beschädigungen zu schützen ist einfach. Wer viel Geld für aktuelle Mobiltelefone ausgibt, sollte auch noch ein paar Euro für eine gute Handyhülle übrig haben.

Das Handy vor Beschädigungen zu schützen ist einfach. Wer viel Geld für aktuelle Mobiltelefone ausgibt, sollte auch noch ein paar Euro für eine gute Handyhülle übrig haben.(#06)

Fazit:

Das Handy vor Beschädigungen zu schützen ist einfach. Wer viel Geld für aktuelle Mobiltelefone ausgibt, sollte auch noch ein paar Euro für eine gute Handyhülle übrighaben. Je nach Bedarf und Vorstellungen gibt es verschiedene Optionen, Displays und die Geräte vor Schäden zu schützen. Darüber hinaus kann die übertriebene Nutzung von Mobilfunk heutzutage durchaus auch zu einem Suchtproblem führen.

Eltern und Lehrer sind hier besonders gefragt, um frühzeitig Anzeichen einer Sucht bei Jugendlichen zu erkennen. Allerdings ist nicht jeder gleich handysüchtig, nur weil er viel Zeit damit verbringt, auf das Handy zu schauen. Verantwortungsvolle Mediennutzung war schon immer wichtig.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  Antonio Guillem-#01: Bojan Milinkov-#02: Rashevskyi Viacheslav -#03: _Marko Poplasen -#04: Margo Basarab  -#05:  Artsplav-#06: Vladimir Borovic

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.