Posted on 8. Aug 2016 in Haustiere | Keine Kommentare

In einem Aquarium kann der Einsatz eines Nitratfilters sinnvoll sein, um das Wachstum von Algen zu minimieren und bessere Lebensbedingungen für die Fische zu schaffen. Deshalb verwenden viele Aquarianer Nitratharz im Filter, um einen niedrigen Nitratwert zu erzielen.

Was ist Nitrat?

Bei den Nitratprodukten handelt es sich um Stoffe, die beim Abbau der Stickstoffverbindungen im Aquarium entstehen. Grundsätzlich ist Nitrat ungiftig, aber bei einer höheren Konzentration regt es das Algenwachstum an und hindert gleichzeitig die Fische am Wachsen. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Nitratwert im Aquarium möglichst gering zu halten. Häufig kommen zu diesem Zweck Stein-Nitratfilter bzw. Nitratharze zum Einsatz, die für die unterschiedlichen Aquarien in mehreren Ausführungen erhältlich sind.

Das Nitratharz, das bei vielen Filtern verwendet wird, besteht aus Kunststoffkörpern, die die elektrisch geladenen Nitrat-Ionen binden und so das Aquariumwasser reinigen. Mit seiner reaktiven Oberfläche ist das Harz auf die Nitratmoleküle abgestimmt, sodass der Nitratgehalt verringert wird. Das Harz hat durch seine Beschaffenheit nur eine eingeschränkte Kapazität, dennoch ist es effektiver als ein Ionentauscherharz, das man für einen Außenfilter verwendet.

Eignung der Filtersysteme

Im Allgemeinen sind die Nitratharze, die zum Einsatz kommen, für das Wirbelbettverfahren entwickelt worden. Bei einem steigenden Wasserdruck im Filter würden die Harzteile zusammengepresst werden, was die Nitrataufnahme einschränkt und die Matrix beeinträchtigt. Allerdings können sich diese Nitratharze regenerieren, indem man sie in einer Wasser-Kochsalz-Lösung gründlich rückspült und danach mit klarem Wasser nachspült.

Ein Filter mit Nitratharz lässt die Fische wachsen und hällt das Wasser sauber.

Ein Filter mit Nitratharz lässt die Fische wachsen und hällt das Wasser sauber. (#01)

Ein leistungsfähiger, mechanischer Vorfilter sollte unbedingt zusätzlich zum Nitratharz eingesetzt werden. Bei der Durchflussgeschwindigkeit sind einige Richtwerte zu berücksichtigen, damit die Filtereigenschaften durch einen übermäßigen Druck nicht beeinträchtigt werden. Die Nitratfilter eignen sich vorzugsweise für den Dauerbetrieb und sollten stets in einer feuchten Lagerung aufbewahrt werden.

Voraussetzungen für einen Nitratfilter

Vor dem Einsetzen eines neuen Filters sollte man das gesamte System kontrollieren, denn nicht immer ist es erforderlich, Nitratharz zu verwenden. Wenn die Nitratkonzentration beispielsweise bei nur 20 mg pro Liter liegt, dann kann sie beim Einsatz eines Filters auf einen extrem niedrigen Wert von nur 0,1 mg pro Liter fallen. Ein solcher Nitratmangel kann ebenso wie ein erhöhter Anteil zu negativen Folgen führen. Die Aquaristik-Experten wissen über die Optimalwerte und den richtigen Umgang mit den Filtersystemen aus und helfen gerne mit einer Beratung zum Thema Nitratharz weiter. Ohne eine solche fachkundige Unterstützung kommt es womöglich zu Bedienungsfehlern, die man unbedingt vermeiden sollte.

Ein wunderschönes Aquarium: Bestimmt ist da ein Filter mit Nitratharz eingebaut.

Ein wunderschönes Aquarium: Bestimmt ist da ein Filter mit Nitratharz eingebaut. (#02)

Das Nitratharz darf also normalerweise nur ab einem bestimmten Nitratwert verwendet werden und braucht die richtige Einstellung, die vermeidet, dass die Konzentration unter 5 mg pro Liter sinkt. Gegebenenfalls nimmt man einen Teil vom Substrat aus dem Filter heraus oder stellt ihn auf Intervall, um die Durchflussleistung zu reduzieren. Die kleinen Nitratfilter lassen sich oft besser handhaben, allerdings zeigen sich die größeren Modelle leistungsstärker.

Welcher Nitratwert ist ideal?

Ein natürlicher Nitratwert ist im Aquarium kaum herzustellen, auch wenn die Aquarianer ihren Fischen die besten Umgebungsbedingungen bieten möchten. In der Praxis sollte man sich jedoch bewusst machen, dass ein Aquarium kein natürliches Umfeld darstellt. Deshalb lassen sich die Messwerte nicht direkt übertragen. Eine pauschale Richtlinie für den Nitratwert gibt es nicht, denn dieser richtet sich nach den Aquariumpflanzen und den eingesetzten Fischen. Ein Blick auf das Algenwachstum und die Gesundheit der Fische zeigt, wie hoch der Nährstoffanteil ist und ob man mehr Nitratharz verwenden muss.


Bildnachweis:© vlad61-#01:Sergii Figurnyi-#02: Kolevski.V

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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