Posted on 20. Dez 2017 in Versicherungen | Keine Kommentare

Die gesetzliche Rente ist immer wieder ein wichtiges Thema für alle Bundesbürger. Wie sehen die Prognosen tatsächlich aus? Muss man auch privat vorsorgen oder ist das unnötig?

Die Zukunft der gesetzlichen Rente

Entsprechend des Berichts der deutschen Rentenversicherung sollen die gesetzlichen Rentenzahlungen bereits im Jahr 2018 angehoben werden, während die Beiträge reduziert werden. Das ist jedoch nur eine vorübergehende Verbesserung für die Betroffenen. Umso mehr Relevanz bekommt die private Vorsorge der deutschen Bürger. Im Rentenalter droht deshalb vielen Deutschen eine Rentenlücke. Finanzielle Einbußen machen eine private Vorsorge nötig, wie die Untersuchungen der Finanzdienstleister und Rentenexperten zeigen.

Das Finanzunternehmen Swiss Life stellt eine Berechnung auf, die aufzeigt, dass in Deutschland nicht genug für die private Altersvorsorge getan wird. Bei der aktuellen Bevölkerungsentwicklung fällt der Blick in die Zukunft eher negativ aus. Man rechnet bis ins Jahr 2050 mit einem Rentenrückgang von aktuell 70 % auf nur noch 50 % des Nettolohns. Damit könnte nur noch eine Grundsicherung auf dem Niveau der Sozialhilfe gewährleistet werden.

Die Studie vom Versicherungs- und Finanzberatungsunternehmen Swiss Life liefert detaillierte Daten zu den Umfragen.(#02)

Die Studie vom Versicherungs- und Finanzberatungsunternehmen Swiss Life liefert detaillierte Daten zu den Umfragen.(#02)

Es muss sich etwas ändern

Allein mit den gesetzlichen Rentenzahlungen kommen die Deutschen in Zukunft kaum noch aus. Sie werden ihren Standard im Rentenalter nicht aufrechterhalten können, auch wenn die Rente zunächst angehoben wird. Im Grunde genommen wissen wir, wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Altersarmut ist. Trotzdem scheinen die Menschen die Augen davor zu verschließen.

Die Studie vom Versicherungs- und Finanzberatungsunternehmen Swiss Life liefert detaillierte Daten zu den Umfragen. Gleichzeitig stellt das Unternehmen alle wichtigen Antworten für die Betroffenen zusammen und informiert sie über die Notwendigkeit, etwas an der Altersvorsorge zu ändern.
Die folgenden Grundregeln der gesetzlichen Rentenversicherung sollten berücksichtigt werden:

  • Arbeitnehmer zahlen als Beitrag 9,35 % vom Bruttolohn in die Rentenversicherung ein.
  • Die spätere Rentenhöhe wird auf der Basis des letzten Bruttolohns sowie der Beitragsjahre ermittelt.
  • Durch freiwillige Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung kann die spätere Altersrente erhöht werden.
  • Wenn die erforderlichen Beitragsjahre erreicht sind, braucht man nicht bis zum regulären Renteneintrittsalter zu arbeiten, sondern kann Frührente beantragen.
  • In Ostdeutschland fallen die Löhne geringer aus, daher wird das Gehalt bei der Rentenberechnung als höher bewertet.

39 % der deutschen Bürger haben nicht privat vorgesorgt

In der Studie von Swiss Life wurde festgestellt, dass die Deutschen nur unzureichend vorsorgen. An dieser Online-Studie haben 1.500 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren teilgenommen. Lediglich 61 % dieser Teilnehmer haben einen privaten Altersvorsorgeplan. Von den anderen 39 % hat etwa die Hälfte nicht vor, diese private Vorsorge nachzuholen. Als Grund dafür wird die aktuelle Situation angegeben. Doch auch, wenn es finanziell knapp ist, raten die Experten zur Vorsorge. Schon das Zurücklegen von kleinen Beträgen hilft dabei, sich auf das Alter vorzubereiten, gerade wenn die Laufzeit lang ist. Hier kann der Zinseszins für eine gute Steigerung des angelegten Geldes sorgen.

Die Finanzexperten von Swiss Life beraten die Interessierten gerne zu den Versicherungsmöglichkeiten und orientieren sich dabei an dem finanziellen Spielraum sowie an der Zukunftsorientierung. Wer mehr über das vielfältige Angebot des Unternehmens wissen möchte, findet auf dem Swiss Life Youtube Kanal informative Videos.

In dem Rentenversicherungsbericht sind neben den kurzfristigen Prognosen auch Vorausberechnungen enthalten. Hier können jedoch nur die Trends eingeschätzt werden, denn eine detaillierte Vorhersage ist nicht möglich. (#03)

In dem Rentenversicherungsbericht sind neben den kurzfristigen Prognosen auch Vorausberechnungen enthalten. Hier können jedoch nur die Trends eingeschätzt werden, denn eine detaillierte Vorhersage ist nicht möglich. (#03)

Wie sicher sind die Prognosen?

Auch wenn die Prognosen dahingehen, dass die Renten in den nächsten zehn bis 15 Jahren steigen werden, fordern die Bürger mehr Leistungen von der Politik. Sie wünschen sich mehr Verantwortungsgefühl und Unterstützung von der Bundesregierung. Etwa 66 % fordern eine Rentenerhöhung, die im Jahr 2018 auch kommt. In dem Rentenversicherungsbericht sind neben den kurzfristigen Prognosen auch Vorausberechnungen enthalten.

Hier können jedoch nur die Trends eingeschätzt werden, denn eine detaillierte Vorhersage ist nicht möglich. Auch wenn die Aussichten momentan gut aussehen, kann man nicht mit Sicherheit sagen, wie es in Zukunft weitergeht. Aktuell wird damit gerechnet, dass es eine 3-prozentige Steigerung der gesetzlichen Renten im Jahr 2018 gibt und dass die jährliche Steigerungsrate bis ins Jahr 2031 bei etwa 2,2 % liegt.

Die weitere Entwicklung der Rentenbeiträge: Laut Prognose

Die Rentenversicherungsbeiträge sind mit 18,7 % vom sozialversicherungspflichtigen Einkommen momentan recht niedrig und sinken in 2018 auf 18,6 %. Die Beitragssenkung wird durch die Reserven von ca. 33 Milliarden Euro möglich, die in der Rentenkasse lagern. Bei dieser Situation ist die Regierung zur Beitragssenkung verpflichtet. Im aktuellen Rentenversicherungsbericht wird prognostiziert, dass der Beitragssatz bis 2022 bei 18,6 % bleibt. Anschließend wird es vermutlich zunächst eine geringe Anhebung auf 18,7 % geben. Für das Jahr 2024 rechnet man mit einem sprunghaften Anstieg auf 19,8 % und in den folgenden Jahren wird der Beitragssatz vermutlich weiter ansteigen, bis er im Jahr 2031 21,9 % erreicht hat.

Schwerbehinderte können relativ früh ins Rentenalter eintreten, ohne dass es deshalb zu Abschlägen kommt. Allerdings ist darauf zu achten, dass sie mindestens 35 Jahre versichert sind. (#04)

Schwerbehinderte können relativ früh ins Rentenalter eintreten, ohne dass es deshalb zu Abschlägen kommt. Allerdings ist darauf zu achten, dass sie mindestens 35 Jahre versichert sind. (#04)

Details zum Renteneintrittsalter

Das Renteneintrittsalter ist abhängig vom Geburtsjahr sowie von der Dauer der Berufstätigkeit. Viele berufstätige Personen möchten jedoch nicht bis zum regulären Eintrittsalter arbeiten, sondern früher in den Ruhestand treten. Dabei sollte man die Zahlen genau kennen, um genügend Frührente zu erhalten.
Die Berechnungen für die Jahrgänge um 1970 zeigen, dass ein privater Vorsorgeaufwand von mindestens 2,5 % nötig wäre, um im Renteneintrittsalter 70 % vom Nettoeinkommen zu beziehen.

Für langjährig Versicherte gibt es eine Mindestversicherungsdauer von 35 Jahren. Hier ist allerdings mit Abschlägen bei der Rente zu rechnen. Für jeden Monat der vorgezogenen Altersrente werden 0,3 % Abschlag kalkuliert. Wer beispielsweise schon zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht, muss 7,2 % weniger Rente in Kauf nehmen. In diesem Fall fehlen dem Versicherten die Entgeltpunkte, die er bei der Einhaltung des regulären Rentenalters gesammelt hätte.
Für Personen mit einer besonders langjährigen Rentenversicherung gilt die Mindestversicherungszeit von 45 Jahren. Hier erhöht sich das Eintrittsalter und es kommt nicht zu Abschlägen. Erst wenn man schon vor der Regelaltersgrenze zu arbeiten aufhört, reduziert sich die Rente.

Schwerbehinderte können relativ früh ins Rentenalter eintreten, ohne dass es deshalb zu Abschlägen kommt. Allerdings ist darauf zu achten, dass sie mindestens 35 Jahre versichert sind. Zudem sollte man die Grenzen bei den Geburtsjahrgängen kennen. Die spezifischen Informationen hierzu findet man bei der Rentenversicherung sowie bei anderen Versicherungsträgern.

Selbständige und die gesetzliche Rentenversicherung

Immer wieder wird über die Angleichung von Angestellten und Selbständigen gesprochen, was sich momentan vorrangig auf die Krankenversicherung bezieht. Doch auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es spezielle Regelungen für Selbständige. Einige Berufszweige wie Optiker, Hebammen und Bäcker gehören zu den Pflichtversicherten im Rentensystem.

Im Gegensatz zu den Arbeitnehmern, bei denen der Arbeitgeber eine Hälfte des Beitrags übernimmt, müssen die pflichtversicherten Selbständigen den kompletten Beitrag bezahlen. Die 18,7 % fallen gerade den Kleinunternehmern schwer. Gegebenenfalls ist es einfacher für die Betroffenen, wenn sie monatlich einen Pauschalbeitrag bezahlen. Für Existenzgründer steht außerdem die Option zur Verfügung, innerhalb der ersten drei Gründungsjahre nur einen reduzierten Beitrag zu bezahlen. Während dieser Zeit sammeln sie dementsprechend weniger Rentenpunkte.

Die meisten Deutschen hoffen darauf, zwei bis drei Jahre früher in Rente zu gehen. Die dadurch entstehende Lücke lässt sich jedoch auch mit einer privaten Vorsorge wie Riester nicht immer schließen. Darum ist es so wichtig, genau zu kalkulieren und gegebenenfalls den Renteneintritt noch etwas hinauszuschieben. (#01)

Die meisten Deutschen hoffen darauf, zwei bis drei Jahre früher in Rente zu gehen. Die dadurch entstehende Lücke lässt sich jedoch auch mit einer privaten Vorsorge wie Riester nicht immer schließen. Darum ist es so wichtig, genau zu kalkulieren und gegebenenfalls den Renteneintritt noch etwas hinauszuschieben. (#01)

Wie sinnvoll ist die Riester-Rente?

Ursprünglich sollte die Riester-Rente als Ergänzung des Rentensystems funktionieren. Doch der Anreiz auf das Sparen für die Zukunft reicht nicht aus, zudem sind Verbesserungen bei den Riester-Konditionen gefragt. Hier wird einerseits eine Vereinfachung im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung gewünscht, andererseits stören sich viele Riester-Sparer an der nachträglichen Besteuerung im Alter. Einige Experten befassen sich mit der Überlegung, ob eine Pflicht für Vorsorgepläne wie Riester sinnvoll wäre. Doch auch die Befürworter der Sparverträge sehen die Verantwortung bei den Verbrauchern und möchten niemanden dazu verpflichten.

Die Meinung der Gesellschaft

Aktuell sieht es nicht unbedingt positiv für die zukünftige Entwicklung aus, denn den Deutschen droht eine Überalterung. Dieses Problem muss öffentlich diskutiert werden, doch diejenigen, die in den nächsten Jahrzehnten in Rente gehen, möchten nicht ständig daran denken, dass es für sie eventuell knapp wird.
Tatsächlich sagen viele Menschen: Wir möchten lieber jetzt unser Geld zur Verfügung haben, und nehmen es in Kauf, im Rentenalter schlechter zu leben. Die Finanz- und Rentenexperten sehen die Angelegenheit aus einer anderen Perspektive und denken über längere Arbeitszeiten und eine höhere Privatvorsorge nach. Gleichzeitig soll der Konsum angekurbelt werden.

Die meisten Deutschen hoffen darauf, zwei bis drei Jahre früher in Rente zu gehen. Die dadurch entstehende Lücke lässt sich jedoch auch mit einer privaten Vorsorge wie Riester nicht immer schließen. Darum ist es so wichtig, genau zu kalkulieren und gegebenenfalls den Renteneintritt noch etwas hinauszuschieben.


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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.