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Dienstag, 2. Januar 2007

Galileo in der Testphase

Dem Start für den Testbetrieb des EU-Projekts Galileo steht quasi nichts mehr im Wege. Ab Februar läuft das Projekt an und soll auf sechs Bergen nahe der österreichischen Grenzen installiert werden.

Das gemeinsame Projekt der EU und der europäischen Weltraumorganisation ESA „Galileo“ wird ab Februar 2007 den Testbetrieb aufnehmen. Dann soll auf sechs Bergen nahe der österreichischen Grenze der GPS-Konkurrent die Datenübertragung aus dem All simulieren. Hintergrund des Projekts ist das Ziel der Schaffung eines leistungsfähigen Pendants zum US-Navigationssystem Global Positioning System (GPS). Ähnlich wie bei dem russischen GLONASS (das wie GPS auch militärisch genutzt wird) könnten die entsprechenden Nationen jederzeit aus Sicherheitsgründen den Betrieb für die zivile Nutzung sperren. Dennoch soll Galileo die Kompatibilität zu beiden Systemen besitzen. Ab Februar soll das EU-Projekt in einer Testphase soweit angewendet werden, um mögliche Fehler aufzuspüren und den Einsatz unter möglichst realen Bedingungen auf Bit und Bytes zu überprüfen. Dafür wurden einige Unternehmen eingeladen, an der Testphase teilzunehmen. Ab Mai 2007 steht das Projekt auch anderen interessierten Unternehmen offen – allerdings gegen eine stattliche Gebühr von bis zu 18.400 Euro/Woche. Die endgültige, d.h. marktreife Einführung von Galileo ist für 2011 vorgesehen. Allerdings haben in der Vergangenheit immer wieder technische wie auch finanzielle Probleme für eine Korrektur des Zeitplans gesorgt.

Brutale Computerspiele sind des aggressiven Kindes Lieblingsspielzeug

Nach Auskunft der Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kristen wird die Aggressivität von Kindern viel weniger durch brutale Computerspiele gesteigert. Stattdessen werden solche Spiele viel häufiger von bereits aggressiven Kindern bevorzugt.

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte Astrid Kristen, Erziehungswissenschaftlerin an der FU Berlin, die Ergebnisse einer demnächst veröffentlichten Untersuchung, die stellvertretend unter 280 Berliner Kindern durchgeführt wurde. Die Schüler aus vier Berliner Bezirken aus den Schulklassen 3./4. und 5./6. (im Alter von 8 bis 13 Jahren) wurden in einem Intervall von einem Jahr zu ihren bevorzugten Computerspielen und der Häufigkeit des Spielens befragt. Außerdem wurde in der Untersuchung mithilfe der Selbsteinschätzung der Kinder erfasst, wie sie mit Frust bzw. Ärger fertig werden. Das Ergebnis: Die meisten Schüler wählen die Spiele, die zu ihrer Persönlichkeitsstruktur und sozialen Kompetenz am besten passen. Das Gros der befragten Kinder bevorzugt übrigens weniger die gewaltighaltigen Spiele, sondern eher Rollenspiele oder solche, die edukativ wertvoll sind oder die Geschicklichkeit trainieren. Dennoch räumten die Wissenschaftler ein, dass der Anteil von Ego-Shooter-Spielen innerhalb des untersuchten Jahreszeitraums gestiegen sei, vor allem bei den Schülern, die bereits bei der ersten Erhebung als „tendenziell rüpelhaft“ in Erscheinung getreten waren.

Freitag, 29. Dezember 2006

Kopierschutz von HD-DVD geknackt?

Noch nicht richtig auf dem Markt, hat es angeblich ein Programmierer bereits geschafft, den Kopierschutz für das hochauflösende Format HD-DVD zu umgehen. Geschützt wird der DVD-Nachfolger mit dem Rechtemanagement-System AACS, das nach Angaben der Hersteller bei weitem nicht so leicht zu knacken sei wie bei DVDs. Offensichtlich ist jedoch auch dieser Kopierschutz nicht unfehlbar: Zum Beweis veröffentlichte der anonyme Programmierer in einem Internet-Forum ein Video seines Werks sowie den Softwarecode, mit dem er den kompletten HD-DVD-Inhalt auf seine Festplatte kopieren konnte.

Bundesnetzagentur als Anlaufstelle etabliert

Einhunderttausend schriftliche Beschwerden sind seit ihrer Gründung am 15. August 2003 in der Bundesnetzagentur eingegangen. Für den Präsidenten der Agentur, Matthias Kurth, ist das ein klares Zeichen für die Etablierung der Behörde im Bewusstsein der Verbraucher: „Dies zeigt, dass die Bundesnetzagentur als Anlaufstelle für Fragen und Beschwerden zum Thema Rufnummernmissbrauch bekannt ist und von den Verbrauchern angenommen wird.“ Eingerichtet wurde die Agentur im Rahmen der Gesetzesrealisierung zur Bekämpfung des Missbrauchs von (0)190er/(0)900er Mehrwertdiensterufnummern. Im Verlauf seit ihres Bestehens konnte die Bundesnetzagentur zahllose Maßnahmen aufgrund des Rufnummernmissbrauchs ergreifen, die von Abmahnungen über Rufnummernabschaltungen bis zum Verbot der Rechnungslegung und Inkassierung reichen. In etwa 170 Fällen wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet.
Die Bundesnetzagentur ist telefonisch unter der Hotline 0291 9955-206 erreichbar.

Bei Fragen zum Missbrauchsgesetz und zu Dialern:
Bundesnetzagentur
Außenstelle Meschede
Nördeltstr. 5
59872 Meschede
E-Mail: dialer.postfach@bnetza.de

Bei Fragen zu Rufnummern-Spam über Telefon, Fax, SMS oder E-Mail:
Bundesnetzagentur
Außenstelle Neustadt
Schütt 13
67433 Neustadt
Fax: 0 6321 934-111
E-Mail: rufnummernspam@bnetza.de

Donnerstag, 28. Dezember 2006

Microsofts Ansinnen auf ein RSS-Feed-Patent sorgt für Unruhe

Seit Microsoft zwei Patente auf das Lesen und Verwalten RSS-Feeds eingereicht hat, geht ein Raunen durch die Blogosphäre. Viele Blogger befürchten Gebühren, sollte Microsoft beim Patentamt Erfolg haben.

Bereits vor achtzehn Monaten hatte Microsoft zwei Patente auf das Lesen und Verwalten von News-Feeds angemeldet. Nun ist die reguläre Geheimhaltungsfrist ausgelaufen, und manche Blogger befürchten mögliche Gebühren – wenn denn Microsoft von der US-amerikanischen Patent-Behörde den Segen zugesprochen bekommt. Microsoft hatte Mitte 2005 den Gang zum Patentamt gewagt, nachdem das Unternehmen den Plan gefasst hatte, für den Internet Explorer 7 sowie für Windows Vista eine RSS-Plattform zu spendieren. Ob die Patente tatsächlich an den Redmonder Software-Giganten gehen, bleibt abzuwarten. Google hatte im letzten Jahr einen ähnlichen Vorstoß gewagt und ein Patent auf eine Lösung angemeldet, mit der die Auslieferung von Werbung mittels RSS-Feeds realisiert werden kann.

VMware-Workstation als Vista-fähige Beta veröffentlicht

Lediglich eine kurze Registrierung ist nötig, um die Beta-Version der VMware-Workstation aus dem Internet herunterzuladen. Erweitert wurde die Workstation um den Support für Windows Vista als Host-Betriebssystem sowie für USB-2.0-Geräte.

Die virtuelle Maschine VMware-Workstation ist in der jetzt veröffentlichten Beta-Version nun auch in der Lage, den XP-Nachfolger Windows Vista als Host-Betriebssystem anzuerkennen. Außerdem haben die Entwickler dem System den Support für USB 2.0 spendiert, so dass die entsprechenden Geräte nahtlos an die Virtuelle Maschine weitergereicht werden können. Viele weitere Neuheiten sind in den Release Notes veröffentlicht. Wann die finale Version auf den Markt kommen soll, ist noch nicht bekannt, dennoch verspricht der Hersteller bereits jetzt den Headless-Betrieb der Workstation, wie es bereits in ähnlicher Form beim VMware-Server der Fall ist. Auf diese Weise wird der Betrieb weiter gehalten, selbst nach Beendigung der Benutzeroberfläche – das ermöglicht die Remote-Control des Systems für Wartungsarbeiten und Server-Aufgaben. Nach Angaben des Herstellers unterstützt die VMware-Workstation außer Windows Vista jetzt zudem Solaris 10.

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Wikiasari vs. Google

Jimmy Wales, Gründer der Online-Enzyklopädie Wikipedia, will mit seinem neuen von Amazon mitfinanzierten Projekt „Wikiasari“ die Herausforderung annehmen, sich mit dem Suchmaschinen-Riesen Google zu messen. Gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ räumte Wales jedoch ein, das die Entwicklung noch in einem „frühen Stadium“ stecke. Geplant ist eine Art Social-Suchmaschine, mit der die Anwender selber entscheiden können, wie ihre Suchanfragen abgearbeitet werden. Diese sollen die Möglichkeit erhalten, direkt in das Ranking der Suchergebnisse einzugreifen und Kommentare abzugeben. Wichtigster Geldgeber für „Wikiasari“ ist nach Auskunft von Wales der Online-Händler Amazon. Über einen endgültigen Namen des Projekts wurde noch nicht entschieden – genauso wenig gibt es einen festen Starttermin.

Amazon zieht nach dem Weihnachtsgeschäft positive Bilanz

Vier Millionen Produkt-Bestellungen an einem Tag, davon träumen die meisten Einzelhändler – für den Online-Händler Amazon wurde dieser Traum beim diesjährigen Weihnachtsgeschäft zur erfreulichen Realität. Auch die deutschen Internet-Shopper brachten es auf über 600.000 Bestellungen an einem Tag, die Zahl entspricht sieben Artikeln in der Sekunde! Die Bilanz: Weihnachten 2006 hat sämtliche bislang gehaltenen Umsatzrekorde bei Amazon gebrochen. Verkaufsschlager war die Spiel-Konsole Wii von Nintendo, die bis zu 600 Mal in der Stunde verkauft wurde, gefolgt von den Produktsparten MP3-Player, Digitalkameras und Navigationssystemen.

Freitag, 22. Dezember 2006

Wie steht es mit Online-Tageszeitungen?

Dieser Frage ging eine aktuelle Umfrage von „werben & verkaufen“ (w&v) nach mit mehr oder weniger überraschenden Ergebnissen. Hinsichtlich der Zahlungswilligkeit der Leserschaft für Online-Inhalte sieht es jedoch nach wie vor mau aus.

Nach einer aktuellen Umfrage unter 1001 Internet-Nutzer, die das Magazin „werben & verkaufen“ (w&v) bei dem Institut TNS Emnid in Auftrag gegeben hatte, ist die Bindung an die Printausgabe von Tageszeitungen eines der Hauptmotive für den Besuch des Online-Pendants. Etwa zwei Fünftel der befragten Internet-User (zwischen 14 und 49 Jahren) gaben an, täglich bzw. nahezu täglich die gedruckte Ausgabe einer Tageszeitung zu lesen. Dem gegenüber steht knapp ein Fünftel, die mehrmals in der Woche die Internetpräsenz einer Tageszeitung aufsuchen. Nach den Ergebnissen der Umfrage ist der Anteil der Online-Leser, die auch die gedruckte Ausgabe lesen, überdurchschnittlich hoch. Michael Voß (TNS Emnid): „Dieser Leserschaft dienen die Online-Seiten der Tageszeitung vor allem als Bindung an die Printausgabe des favorisierten Titels.“ Dagegen würde lediglich nur jeder dritte Internet-Surfer, der keine Printausgabe liest, wenigstens einmal in der Woche die Online-Ausgabe von Tageszeitungen aufsuchen. Noch größer ist der Anteil derjenigen, die das Online-Angebot gerade mal einmal in zwei Wochen wahrnehmen. Das Fazit dieser Studie: Der Mehrwert von Online-Ausgaben ist gering bzw. von geringer Relevanz. Was die Zahlungswilligkeit der User für Online-Angebote betrifft, dürfen die Verlagshäuser nach wie vor auf keinen nennenswerten Stimmungsumschwung hoffen: Nur jeder Zehnte könnte sich mit der Vorstellung anfreunden, für den Service etwa den halben Preis für ein Monats-Abo zu zahlen.

Entwicklung der Quaero-Technologie ohne Deutschland

Angedacht war die Entwicklung der Technologie für das europäische Suchmaschinen-Projekt „Quaero“ als Gemeinschaftsprojekt von Deutschland und Frankreich. Jetzt scheint es, als wolle Deutschland einen Rückzieher machen.

Die „Akte Quaero“ sei für Deutschland noch nicht geschlossen, betonte die Sprecherin der staatlichen Agentur für Industrielle Innovation (AII), Armelle Ceglec. Weiterhin seien deutsche Unternehmen an dem europäischen Suchmaschinen-Projekt beteiligt, es habe sich aber die „Konstellation“ ihrer Beteiligung geändert. Mit dieser Auskunft widersprach Ceglec ersten Meldungen in der Presse, die Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich wäre total geplatzt. Zuvor hatte nämlich der Staatssekretär Hartmut Schauerte bekannt gegeben, die deutsche Bundesregierung hätte sich aus dem Quaero-Konsortium zurückgezogen zugunsten des rein deutschen Projekts „Theseus“, das unter anderem von SAP, dem Fraunhofer Institut, Siemens und der Bertelsmann-Tochter Empolis entwickelt wird. „Theseus“ ist – anders als „Quaero“ - eine Suchmaschinen-Lösung, die ihren Einsatz hauptsächlich bei Unternehmen und Organisationen finden soll.

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