{"id":2554,"date":"2017-05-15T08:00:43","date_gmt":"2017-05-15T06:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/?p=2554"},"modified":"2017-05-31T10:21:04","modified_gmt":"2017-05-31T08:21:04","slug":"woelfe-in-starnberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/woelfe-in-starnberg\/","title":{"rendered":"W\u00f6lfe in Starnberg \u2013 zur\u00fcck zur Natur"},"content":{"rendered":"<p>Im April 2017 kam es im Landkreis Bad T\u00f6lz-Wolfratshausen zum Tod von vier Schafen, die gerissen wurden. Erst war unklar, welches Tier daf\u00fcr verantwortlich ist. Nun kam heraus: Der Wolf hat sich die Schafe geholt und erobert sich die Natur zur\u00fcck.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Die Geschehnisse in Sankt Heinrich<\/h2>\n<p>Im M\u00fcnsinger Ortsteil Sankt Heinrich war die Aufregung an einem Morgen im April gro\u00df. Als ein Halter einer Gruppe Schafe nach den Tieren schauen wollte, fand er vier Kadaver auf der Weide. Die Kadaver waren mit Bissspuren versehen. Inzwischen hat das Landesamt f\u00fcr Umwelt feststellen k\u00f6nnen, dass der \u00dcbelt\u00e4ter ein Wolf war. Um dies herauszufinden, wurden von den Bissstellen der toten Schafe Speichelspuren genommen. Diese gingen in die genetische Untersuchung.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist deutlich und f\u00fcr Starnberg bedeutet dies, dass der Wolf sich in der Region niedergelassen hat und auch in Zukunft mit weiteren Angriffen auf Schafe und anderes Vieh zu rechnen ist. Es konnte sogar bereits nachverfolgt werden, woher der Wolf stammt. So lebt in den Alpen ein Rudel, dem der Wolf zugeordnet werden kann. Bisher ist man sich in Starnberg jedoch nicht sicher, ob der Wolf auf Dauer bleibt und noch in den W\u00e4ldern ist, oder ob er sich f\u00fcr die weitere Wanderung entschieden hat. Es ist noch gar nicht so lange her, dass in Oberammergau ein Wolf gesichtet wurde. Ob es sich um dasselbe Tier handelt, lie\u00df sich nicht feststellen.<\/p>\n<h2>Video: W\u00f6lfe in Deutschland &#8211; Die wichtigsten Fragen und Antworten<\/h2>\n<p><iframe src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/c_qLbZI-Y2A\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<h2>Ist der Wolf eine Gefahr f\u00fcr Wanderer?<\/h2>\n<p>Unruhe macht sich in Starnberg breit zwischen den Wanderern, die gerne auch durch den Wald streifen und die Ruhe zu sch\u00e4tzen wissen. W\u00e4hrend es einige Wolf-Liebhaber gibt, die gerne das Tier sehen w\u00fcrden, haben andere den Gedanken an die Gefahr vor Augen, die eine Begegnung mit sich bringen k\u00f6nnte. Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen sich jedoch keine Sorgen gemacht werden. Der Wolf selbst ist ein sehr scheues Tier, das die N\u00e4he von Menschen nicht sucht, sondern diese meidet. Oft kann er schon lange, bevor die Menschen schlie\u00dflich in seiner N\u00e4he sind, diese riechen und sucht sich einen anderen Weg. In den letzten Jahren zeigt sich immer mehr, dass die W\u00f6lfe in Deutschland zunehmen. Angriffe hat es nicht gegeben. Wenn es dennoch soweit kommt, dass man sich einem Wolf gegen\u00fcber steht, gilt der Tipp: Keine hektischen Bewegungen. Der Wolf selbst wird sich langsam in eine andere Richtung bewegen und der Mensch kann ebenfalls den R\u00fcckzug antreten.<\/p>\n<p>Schwierig wird es, wenn Menschen auf einen Wolf treffen, die sich speziell auf die Suche nach diesen Tieren machen. Oft wird hier die Vorsicht au\u00dfer Acht gelassen. Das Ergebnis ist, dass diesem dem Tier folgen, es m\u00f6glicherweise nerv\u00f6s oder aggressiv machen. Auch F\u00fctterungsversuche werden get\u00e4tigt. Es kann jedoch passieren, dass der Wolf dann seine Scheu verliert und in den Lebensraum der Menschen eindringt.<\/p>\n<p>Hinweis: Wer mit einem Hund unterwegs ist und in Ber\u00fchrung mit einem Wolf kommt, der braucht sich zwar grunds\u00e4tzlich keine Sorgen machen. W\u00f6lfe sehen Hunde als Artgenossen und haben durchaus Interesse daran, mehr \u00fcber diese zu erfahren. Dennoch ist es wichtig, den Wolf zu vertreiben. Das funktioniert \u00fcber lautes Rufen und Klatschen. Aggressivit\u00e4t gegen\u00fcber Hunden ist jedoch nicht bekannt, wenn diese nicht aggressiv werden.<\/p>\n<h2>Welche Sichtungen gibt es bisher in der Region?<\/h2>\n<p>Tats\u00e4chlich war das Rei\u00dfen der Schafe nicht der erste Hinweis darauf, dass es in der Region Starnberg W\u00f6lfe gibt. Bisher konnten zwar keine Beweise erbracht werden. Immer wieder wurden jedoch Sichtungen gemeldet. Schon 2014 und 2015 gingen Meldungen ein. Auch Fotofallen wurden schon durch den Wolf ausgel\u00f6st. Oft wird davon ausgegangen, dass es in Deutschland gar keine oder nur sehr wenige W\u00f6lfe gibt. Das ist so jedoch nicht korrekt. W\u00e4hrend es eine Zeit lang gar keine W\u00f6lfe mehr in Deutschland gab, hat sich das bereits seit 1996 wieder ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Allein im Alpenraum in Deutschland und \u00d6sterreich sind 40 Rudel bekannt. In Deutschland selbst wird davon ausgegangen, dass es rund 45 Rudel gibt. Auch Paare sind unterwegs. Aus den Alpen machen sich gerade junge W\u00f6lfe immer wieder auf den Weg \u00fcber die Grenzen. Die Wanderungen sind ein nat\u00fcrlicher Vorgang, denn wenn die jungen R\u00fcden \u00e4lter werden, m\u00fcssen sie ein eigenes Rudel aufbauen und suchen daf\u00fcr Gebiete, in denen sie sich aufhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Video: Welt der Tiere Der Starnberger Wolf<\/h2>\n<p><iframe src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Y8Fg6bapyjw\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<h2>Der \u00c4rger der Weidetier-Besitzer<\/h2>\n<p>Die neue Besiedlung der W\u00f6lfe sorgt jedoch nicht nur f\u00fcr Freude, sondern auch f\u00fcr \u00c4rger \u2013 vor allem bei den Besitzern von Weidetieren. Diese haben nun Probleme damit, ihre Tiere zu sch\u00fctzen. Damit der Wolf nicht mehr an die Schafherden kommt, m\u00fcssten diese eingez\u00e4unt werden. Es braucht dabei einen Zaun in H\u00f6he von wenigstens einem Meter. Ideal ist es, den Zaun unter Strom zu stellen. Das bringt jedoch hohe Kosten mit sich, die Tierhalter oft nicht tragen k\u00f6nnen. Daher fordern die Tierbesitzer nun, die Almgebiete frei von W\u00f6lfen halten zu d\u00fcrfen. W\u00f6lfe stehen unter sehr strengem Schutz. Es ist verboten, diese zu jagen und zu schie\u00dfen. Hohe Geldstrafen sind keine Seltenheit. Erst 2013 wurde ein J\u00e4ger verurteilt und musste eine Geldstrafe in H\u00f6he von 3.500 Euro zahlen, weil er einen Wolf geschossen hat. Diese Strafe war noch mild. Der Versto\u00df gegen das Artenschutzgesetz kann bis zu 50.000 Euro kosten. J\u00e4gern kann sogar die Lizenz entzogen werden.<\/p>\n<h2>Darum sind W\u00f6lfe wichtig f\u00fcr die Natur<\/h2>\n<p>Es gibt Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass der Wolf so stark gesch\u00fctzt wird. Dies h\u00e4ngt nicht nur damit zusammen, dass dieser in Deutschland 150 Jahre lang ausgestorben war. Auch f\u00fcr das \u00d6kosystem ist er besonders wichtig. W\u00f6lfe sorgen aktiv daf\u00fcr, dass das \u00d6kosystem \u00fcberhaupt im Gleichgewicht gehalten werden kann. Das Jagdverhalten der W\u00f6lfe sieht vor, dass sie vor allem kranke und alte oder sehr junge Tiere jagen. Dadurch f\u00f6rdern sie die Fortpflanzung der kr\u00e4ftigen und gesunden Tiere. Ein Wolfsrudel schafft es nur selten, die Beute komplett selbst zu fressen. Den Rest vom Kadaver lassen sie liegen. Dadurch haben die Aasfresser neue Nahrung und es bilden sich Grundlagen f\u00fcr Organismen, die f\u00fcr die Natur besonders wichtig sind. Damit kann der Wolf also aktiv den Wildbestand regulieren. Auch in Deutschland wird sich dies positiv auf die Natur auswirken. Michael Cummings<\/p>\n<div id=\"attachment_2563\" style=\"width: 809px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Woelfe-in-Starnberg-Gefahr-fuer-Wanderer-.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2563\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2563\" src=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Woelfe-in-Starnberg-Gefahr-fuer-Wanderer-.jpg\" alt=\"Viele Menschen sind begeistert davon, dass sich immer mehr Wildtiere, wie W\u00f6lfe und B\u00e4ren, einen Lebensraum zur\u00fcckerobern, der ihnen durch den Menschen genommen wurde. Diese Begeisterung ist verst\u00e4ndlich, denn zahlreiche der Tiere wurden get\u00f6tet oder vertrieben aus der Angst der Menschen heraus, dass diese ihnen oder ihrem Vieh etwas antun k\u00f6nnten. (#01)\" width=\"799\" height=\"442\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2563\" class=\"wp-caption-text\">Viele Menschen sind begeistert davon, dass sich immer mehr Wildtiere, wie W\u00f6lfe und B\u00e4ren, einen Lebensraum zur\u00fcckerobern, der ihnen durch den Menschen genommen wurde. Diese Begeisterung ist verst\u00e4ndlich, denn zahlreiche der Tiere wurden get\u00f6tet oder vertrieben aus der Angst der Menschen heraus, dass diese ihnen oder ihrem Vieh etwas antun k\u00f6nnten. (#01)<\/p><\/div>\n<h2>Die Faszination der wilden Natur<\/h2>\n<p>Viele Menschen sind begeistert davon, dass sich immer mehr Wildtiere, wie W\u00f6lfe und B\u00e4ren, einen Lebensraum zur\u00fcckerobern, der ihnen durch den Menschen genommen wurde. Diese Begeisterung ist verst\u00e4ndlich, denn zahlreiche der Tiere wurden get\u00f6tet oder vertrieben aus der Angst der Menschen heraus, dass diese ihnen oder ihrem Vieh etwas antun k\u00f6nnten. Ein wenig bedenklich ist dagegen der Trend, der sich herausbildet. So gibt es Reisende, die sich extra auf den Weg in die Regionen machen, wo W\u00f6lfe gesichtet wurden. Sie spazieren durch die W\u00e4lder, versuchen die Spuren zu lesen und beginnen damit, den Wolf zu jagen f\u00fcr ein Foto oder ein besonderes Erlebnis. Das ist nicht nur gef\u00e4hrlich, sondern auch f\u00fcr den Wolf sehr viel Stress.<\/p>\n<p>Durch die zunehmenden Besucher in den W\u00e4ldern kommt es dazu, dass die Tiere gest\u00f6rt werden. Wer gerne Wildtiere in ihrer nat\u00fcrlichen Umgebung sehen m\u00f6chte, der kann besser gef\u00fchrte Rundreisen, beispielsweise durch Afrika, \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.thobareisen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Thobareisen<\/a> buchen. Die geplanten Reisen f\u00fchren an Routen entlang, die zum Schutz der Tiere abseits gehalten sind. Die Guides wissen genau, wo die Wildtiere zu finden sind und k\u00f6nnen \u00fcber deren Lebensraum und Verhalten informieren.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bildnachweis:\u00a9Shutterstock-Titelbild: Michael Cummings -#01: Nadezda Murmakova<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April 2017 kam es im Landkreis Bad T\u00f6lz-Wolfratshausen zum Tod von vier Schafen, die gerissen wurden. Erst war unklar, welches Tier daf\u00fcr verantwortlich ist. 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