{"id":3607,"date":"2018-07-16T08:00:11","date_gmt":"2018-07-16T06:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/?p=3607"},"modified":"2018-07-23T15:14:35","modified_gmt":"2018-07-23T13:14:35","slug":"waterloo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/waterloo\/","title":{"rendered":"Waterloo: Napoleons gr\u00f6\u00dfte Niederlage"},"content":{"rendered":"<p>Waterloo ist der Inbegriff der Niederlage schlechthin. Was f\u00fcr die Franzosen das Ende des napoleonischen Zeitalters markierte, war f\u00fcr den Rest Europas ein erster Vorgeschmack auf Allianzen der Zukunft \u2013 aber auch auf den Nationalismus des folgenden Jahrhunderts.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Das Ende der napoleonischen Kriege<\/h2>\n<p>Zwischen 1803 und 1815 eroberte der franz\u00f6sische Feldherr und Kaiser Napoleon Bonaparte ganz Europa. Bis nach \u00c4gypten und vor die Tore Moskaus f\u00fchrten ihn seine Feldz\u00fcge \u2013 und obwohl er nicht immer erfolgreich war, blieb er bis zum heutigen Tage ein Mythos in der Milit\u00e4rgeschichte. F\u00fcr die Franzosen ist er eine ambivalente Figur, die viel Leid und Zerst\u00f6rung, aber auch gro\u00dfe Fortschritte im Bereich der b\u00fcrgerlichen Zivilgesellschaft brachte. Noch heute gilt der Code Napoleon, die Basis des juristischen Systems, als eine unbestrittene Errungenschaft.<\/p>\n<p>Sogar das deutsche Gegenst\u00fcck, das BGB, geht auf den Einfluss des Franzosenkaisers zur\u00fcck. Aber was genau passierte damals in Waterloo, das einer j\u00fcngeren Generation erst wieder durch den Hit der schwedischen Popgruppe ABBA zum Begriff wurde? Die belgische Ortschaft, die Schauplatz einer der wichtigsten Schlachten der europ\u00e4ischen Geschichte war, steht jedenfalls bis heute f\u00fcr die Niederlage Napoleons \u2013 und merkw\u00fcrdigerweise weniger f\u00fcr den Sieg Wellingtons.<\/p>\n<h2>Die erste multinationale Streitmacht stellt sich in Waterloo zum Kampf<\/h2>\n<p>Wellington, der britische General, der mit der Aufgabe betraut war, den aus seinem ersten Exil auf der Insel Elba geflohenen Kaiser der Franzosen aufzuhalten, konnte nur zu einem geringen Teil auf britische Soldaten zur\u00fcckgreifen. Tats\u00e4chlich kommandierte er wohl eine der ersten multinationalen Streitm\u00e4chte, wie wir sie aus dem 20. Jahrhundert kennen. Und ob wir es glauben oder nicht: Sogar der Begriff der \u201eUnited Nations\u201c entstammt jenen Tagen. Churchill griff ihn in einer Beschw\u00f6rung des Zusammenhalts freier V\u00f6lker w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs erneut auf und verwies darauf, dass man einem Tyrannen durch vereinte Kr\u00e4fte Einhalt gebieten konnte.<\/p>\n<p>Die Armee Wellingtons bestand neben englischen Soldaten aus Truppen des niederl\u00e4ndischen K\u00f6nigreichs (zu dem Belgien damals geh\u00f6rte), aus Streitkr\u00e4ften verschiedener deutscher Herrschaftsgebiete wie Braunschweig sowie aus belgischen Truppen. Hinzu kamen die Preu\u00dfen, die am Tage der Schlacht von Waterloo am Morgen des 18. Juni 1815 allerdings noch nicht vor Ort waren.<\/p>\n<h2>Video: Schlacht bei Waterloo (1815)<\/h2>\n<p><iframe src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/wduSwUZxtFY\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<h2>Bl\u00fcchers Wettlauf nach Waterloo<\/h2>\n<p>General Bl\u00fccher musste seine Soldaten erst von Osten her heranf\u00fchren und befand sich damit in einem Wettlauf mit der Zeit. Konnte er es schaffen, die Engl\u00e4nder auf ihrer verwundbaren Flanke zu entlasten, bevor dem nahezu unbesiegbaren Bonaparte der Durchbruch gelang? Es stand einiges auf dem Spiel. Nach der R\u00fcckkehr aus seinem Exil sammelte er erneut Unterst\u00fctzer und vor allem Truppen in seiner Heimat. Er konnte tats\u00e4chlich einen betr\u00e4chtlichen Teil der Armee wieder unter seine Kontrolle bringen, die eigentlich dem neuen K\u00f6nig Ludwig XVIII verpflichtet waren. Es war klar, dass die anderen europ\u00e4ischen Nationen diesem Affront nicht tatenlos zusehen und die Wiedereinsetzung des von ihnen favorisierten K\u00f6nigs verlangen w\u00fcrden. Also ergriff der Feldherr einmal mehr die Initiative.<\/p>\n<p>Er konnte es sich nicht leisten, auf eine \u00dcbermacht aus preu\u00dfischen und englischen Truppen zu warten, die auf Paris marschieren w\u00fcrden. Vielmehr wollte er ihnen zuvorkommen. Frankreich schickte seine Armee daher nach Belgien. Sollte es gelingen, das K\u00f6nigreich der Niederlande entscheidend zu schw\u00e4chen, w\u00e4re ein politischer, geographischer und milit\u00e4rischer Keil zwischen die Briten und ihre Mitstreiter getrieben. W\u00fcrde es Bonaparte gelingen, Br\u00fcssel zu erobern, h\u00e4tte er gute Chancen auf eine Konsolidierung seiner Macht gehabt. London, Berlin, Wien und alle anderen Beteiligten waren sich dar\u00fcber einig, dass man dem Kaiser der Franzosen nicht erneut erlauben durfte, seine Kr\u00e4fte so weit zu sammeln, dass er abermals zu einer Bedrohung f\u00fcr diese M\u00e4chte werden w\u00fcrde.<\/p>\n<div id=\"attachment_3706\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Waterloo-die-groesste-Niederlage-Napoleons.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3706\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3706\" src=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Waterloo-die-groesste-Niederlage-Napoleons.jpg\" alt=\"Das Dorf Waterloo liegt rund 15 Kilometer s\u00fcdlich von Br\u00fcssel und bietet landschaftlich einige Voraussetzungen, die es zum Schlachtfeld pr\u00e4destiniert haben. (#01)\" width=\"800\" height=\"431\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3706\" class=\"wp-caption-text\">Das Dorf Waterloo liegt rund 15 Kilometer s\u00fcdlich von Br\u00fcssel und bietet landschaftlich einige Voraussetzungen, die es zum Schlachtfeld pr\u00e4destiniert haben. (#01)<\/p><\/div>\n<h2>Warum Waterloo?<\/h2>\n<p>Das Dorf Waterloo liegt rund 15 Kilometer s\u00fcdlich von Br\u00fcssel und bietet landschaftlich einige Voraussetzungen, die es zum Schlachtfeld pr\u00e4destiniert haben. F\u00fcr Wellington war Waterloo die beste M\u00f6glichkeit, die Franzosen so lange wie m\u00f6glich aufzuhalten, um den Vorsto\u00df nach Br\u00fcssel zu verhindern und zu hoffen, dass die preu\u00dfischen Truppen unter Bl\u00fccher noch rechtzeitig eintreffen w\u00fcrden. F\u00fcr beide Seiten stand also viel auf dem Spiel, der Charakter einer Entscheidungsschlacht war allen Beteiligten bewusst. Vielleicht \u00fcbernahm Bonaparte auch deshalb pers\u00f6nlich das Oberkommando, doch neben der Tatsache, dass seine Anwesenheit auf dem Schlachtfeld einem Mythos gleichkam, hatte er schlicht und einfach keinen Feldmarschall, dem er diese Verantwortung h\u00e4tte \u00fcbertragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der einzige, der von seiner alten Kommandeurstruppe geblieben war, der diese F\u00e4higkeiten gehabt h\u00e4tte, war mit der Verteidigung von Paris betraut. Die restlichen Gener\u00e4le sahen sich entweder ihrem Eid gegen\u00fcber dem K\u00f6nig verpflichtet oder verf\u00fcgten schlicht nicht \u00fcber die Erfahrung und die F\u00e4higkeiten, eine solche Schlachtordnung zu f\u00fchren. Im Verlaufe des Kampfes sp\u00fcrte Bonaparte, dass ein Mangel an f\u00e4higen Kommandeuren auf der taktischen Ebene zum Verh\u00e4ngnis werden k\u00f6nnte. Dennoch lie\u00df er sich auf das Spiel ein, denn f\u00fcr ihn war es die einzige M\u00f6glichkeit, noch einmal zu alter Gr\u00f6\u00dfe aufzusteigen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3707\" style=\"width: 808px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Waterloo-verschenkter-Sieg-von-Napoleon.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3707\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3707\" src=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Waterloo-verschenkter-Sieg-von-Napoleon.jpg\" alt=\" Tats\u00e4chlich gehen viele Historiker davon aus, dass Bonaparte den gr\u00f6\u00dften Fehler beging, als er am 17. Juni mit seiner \u00dcbermacht nicht nachsetzte und Wellingtons Truppen erdr\u00fcckte, lange bevor die preu\u00dfischen Soldaten eingreifen konnten. (#02)\" width=\"798\" height=\"454\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3707\" class=\"wp-caption-text\">Tats\u00e4chlich gehen viele Historiker davon aus, dass Bonaparte den gr\u00f6\u00dften Fehler beging, als er am 17. Juni mit seiner \u00dcbermacht nicht nachsetzte und Wellingtons Truppen erdr\u00fcckte, lange bevor die preu\u00dfischen Soldaten eingreifen konnten. (#02)<\/p><\/div>\n<h2>Hat Napoleon den Sieg vor Waterloo verschenkt?<\/h2>\n<p>Am Morgen des 18. Juni 1815 sammelten sich die Truppen beider Seiten nach einigen Tagen der Verz\u00f6gerungsgefechte durch die Alliierten in der N\u00e4he von Waterloo. Tats\u00e4chlich gehen viele Historiker davon aus, dass Bonaparte den gr\u00f6\u00dften Fehler beging, als er am 17. Juni mit seiner \u00dcbermacht nicht nachsetzte und Wellingtons Truppen erdr\u00fcckte, lange bevor die preu\u00dfischen Soldaten eingreifen konnten. In der Nacht zuvor hatte es stark geregnet und die Sicht war auch am Morgen noch sehr schlecht, was die Aufkl\u00e4rungslage f\u00fcr beide Armeen erschwerte. Hinzu kam die Tatsache, dass das h\u00fcgelige Gel\u00e4nde f\u00fcr Wellington gut zu verteidigen war und ein gro\u00dfes Geh\u00f6ft auf halbem Wege die perfekte Verz\u00f6gerungsstellung bildete. Napoleon hingegen musste erahnen, was Wellington vorhatte und au\u00dferdem die noch immer nicht aufgetauchten Preu\u00dfen in die Gleichung einbeziehen. Waren sie bereits vor Ort und er wusste es nicht? Oder konnten sie Waterloo nicht mehr rechtzeitig erreichen, bevor Wellingtons Armee zerschlagen w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Die Alliierten sahen sich dem Problem gegen\u00fcber, dass die erfahrenen Veteranen der franz\u00f6sischen Armee \u2013 insbesondere die Imperiale Garde \u2013 ihren eigenen Truppen sehr gro\u00dfen Respekt einfl\u00f6\u00dften. Die Moral im Schlachtenget\u00fcmmel nicht einbrechen zu lassen, war eine der gr\u00f6\u00dften Aufgaben f\u00fcr die Wellington und seine Verb\u00fcndeten. Diejenigen Truppen unter seinem Kommando, die nicht aus neuen Rekruten bestanden, hatten in den vergangenen Jahren schon \u00f6fter den napoleonischen Soldaten gegen\u00fcbergestanden und wussten, was auf sie zukam. Napoleon verschob den Angriff, der eigentlich f\u00fcr 9 Uhr geplant war. Angeblich geschah dies deshalb, damit die Kanonen der Artillerie sich auf dem durchn\u00e4ssten Boden besser bewegen konnten. So lautet zumindest die Legende.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich brachten sich viele der Truppen erst gegen 11 Uhr in Stellung und Fachleute gehen davon aus, dass es nicht am feuchten Erdreich lag, sondern an der Ersch\u00f6pfung der Soldaten. Den Anfang machte der Franzose mit einem Scheinangriff, der Wellington dazu verleiten sollte, Truppen vom linken Fl\u00fcgel abzuziehen, um dann mit geballter Kraft an der Schwachstelle durchzubrechen. Wellington hingegen k\u00fcmmerte sich gar nicht weiter um diesen Angriff, weil er darauf vertraute, dass das gut befestigte Geh\u00f6ft lange genug gehalten werden konnte. Statt also die gegnerischen Truppen mit dem Scheinangriff zu binden, band Napoleon schlie\u00dflich seine eigenen Verst\u00e4rkungen an den Vorsto\u00df auf das Geh\u00f6ft. Diese Truppen fehlten ihm allerdings beim sp\u00e4teren Hauptangriff.<\/p>\n<div id=\"attachment_3708\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Waterloo-Niederlage-die-ewig-in-Erinnerung-bleibt.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3708\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3708\" src=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Waterloo-Niederlage-die-ewig-in-Erinnerung-bleibt.jpg\" alt=\"Tats\u00e4chlich gelang es den Franzosen nicht, auch nur einen erfolgreichen Angriff auf diese Karrees zu f\u00fchren. Besonders kritisch war die Lage um den Hof von La Hye Sainte. Knapp 400 Mann der King's German Legion trotzten dort verzweifelt den Franzosen, obwohl ihnen die Munition ausging.\" width=\"800\" height=\"324\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3708\" class=\"wp-caption-text\">Tats\u00e4chlich gelang es den Franzosen nicht, auch nur einen erfolgreichen Angriff auf diese Karrees zu f\u00fchren. Besonders kritisch war die Lage um den Hof von La Hye Sainte. Knapp 400 Mann der King&#8217;s German Legion trotzten dort verzweifelt den Franzosen, obwohl ihnen die Munition ausging. (#03)<\/p><\/div>\n<h2>Die franz\u00f6sische Kavallerie war gef\u00fcrchtet wie der Teufel<\/h2>\n<p>Besonders verheerend wirkte sich die franz\u00f6sische Kavallerie auf die Infanterie der Verteidiger aus. Bei einem Angriff dieser heute am ehesten mit der Panzertruppe zu vergleichenden Waffengattung, m\u00e4hte sie derart viele von Wellingtons Soldaten nieder, dass er zu einer ungew\u00f6hnlichen, aber wirkungsvollen Taktik wechselte. Er ordnete an, dass die Infanterie sogenannte Karrees bilden sollte, die an ihren Au\u00dfenseiten Gefallene und tote Pferde gegen den Feind aufwarfen. Im Zentrum der Karrees wurden alle Verwundeten quasi mitgezogen und gleichzeitig vor Feindbeschuss gesch\u00fctzt. Obwohl man mit einer solchen Formation nur defensiv agieren kann, gen\u00fcgte das Wellington, der ja nur Zeit kaufen und das Geh\u00f6ft bis zum Eintreffen von Bl\u00fccher halten wollte.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gelang es den Franzosen nicht, auch nur einen erfolgreichen Angriff auf diese Karrees zu f\u00fchren. Besonders kritisch war die Lage um den Hof von La Hye Sainte. Knapp 400 Mann der King&#8217;s German Legion trotzten dort verzweifelt den Franzosen, obwohl ihnen die Munition ausging. Auch als die Franzosen die Scheune, in der sich die Gegner verschanzt hatten, in Brand steckten, hielten die Truppen Wellingtons so lange aus, wie sie nur konnten. Am Ende mussten sie sich zur\u00fcckziehen, doch vermutlich hat genau diese Verz\u00f6gerung Napoleon den Sieg gekostet. Als er endlich das Geh\u00f6ft passieren kann, schickt er alles los, was er noch hat. Vor allem seine Elitetruppe der Kaiserlichen Garde, die haupts\u00e4chlich aus Veteranen seiner Feldz\u00fcge bestand, galt als unbesiegbar.<\/p>\n<p>Die Soldaten der Verb\u00fcndeten Wellingtons bereiteten sich auf das Schlimmste vor, doch als die Franzosen unter starkes Artilleriefeuer der britischen Kanonen gerieten und realisierten, dass von Osten endlich die Truppen von Bl\u00fccher eingetroffen waren, ergriffen sie die Flucht. Das hatte zwei Dinge zur Folge: F\u00fcr die Soldaten der Alliierten war es wie ein Befreiungsschlag, dass die legend\u00e4re Imperiale Garde die Flucht ergriff. Von diesem Gef\u00fchl berauscht, setzten sie umso heftiger nach und jagten die Franzosen vor sich her. F\u00fcr die franz\u00f6sischen Truppen hingegen war es eine Katastrophe: Wenn sogar die Garde floh, wie sollte dann ein normaler Rekrut gegen den Feind bestehen? Die Aufl\u00f6sungserscheinungen konnte auch Bonaparte pers\u00f6nlich nicht mehr aufhalten.<\/p>\n<h2>Das Ende f\u00fcr den Kaiser kam nach Waterloo<\/h2>\n<p>Der geschlagene Kaiser zog sich zur\u00fcck, gesch\u00fctzt von seinen verbliebenen Truppen. Die Preu\u00dfen vereinigten sich mit ihren Verb\u00fcndeten und noch heute sehen viele Milit\u00e4rhistoriker die Kooperation dieser europ\u00e4ischen Armeen als eine Art Vorl\u00e4ufer von NATO und UN. Ob man dieser Einsch\u00e4tzung nun folgen mag oder nicht; bemerkenswert ist tats\u00e4chlich die Vereinigung von Streitkr\u00e4ften vieler Nationen, um einen gemeinsamen Feind zu schlagen. Obwohl Bonaparte noch einmal nach Paris zur\u00fcckkehrte, r\u00fcckten am 7. Juli die Truppen von Wellington und Bl\u00fccher in der franz\u00f6sischen Hauptstadt ein. Damit war die Niederlage des Kaisers komplett, er wurde abermals in die Verbannung geschickt \u2013 diesmal jedoch nicht nach Elba, sondern auf die entlegene Atlantikinsel St. Helena, wo er einige Jahre sp\u00e4ter starb.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bildnachweis:\u00a9Shutterstock-Titelbild: Everett &#8211;#01: Morphart Creation\u00a0 -#02: Morphart Creation\u00a0 -#03: Mario Breda<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Waterloo ist der Inbegriff der Niederlage schlechthin. 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