{"id":92,"date":"2014-05-14T08:44:02","date_gmt":"2014-05-14T06:44:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/?p=92"},"modified":"2020-04-19T13:45:49","modified_gmt":"2020-04-19T11:45:49","slug":"fatca-irs-bringt-russland-ins-schleudern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/fatca-irs-bringt-russland-ins-schleudern\/","title":{"rendered":"FATCA: IRS bringt Russland ins Schleudern"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem <strong>FATCA-Abkommen<\/strong> hat der <strong>Internal Revenue Service<\/strong> IRS, die Bundessteuerbeh\u00f6rde der USA haben <strong>Russland<\/strong> ins Visier genommen. W\u00e4hrend die <strong>Wirtschaftssanktionen<\/strong> der westlichen Industriestaaten bisher wenig Wirkung zeigen, d\u00fcrften die neuerlichen Ma\u00dfnahmen der USA deutliche Auswirkungen auf Russlands Wirtschaft und vor allem die Banken Russlands haben.<\/p>\n<p>Die bisherigen Wirtschaftssanktionen zeigen kaum bis gar keine Wirkung. Die russische Regierung erkennt das Referendum des letzten Wochenendes an. Dies ermutigte die prorussischen Aufst\u00e4ndischen im Osten, die dortige Region f\u00fcr unabh\u00e4ngig zu erkl\u00e4ren. Noch hat sich die russische Regierung nicht dazu ge\u00e4u\u00dfert, dennoch erkennt man, dass die Wirtschaftssanktionen des Westens die russische Regierung ganz offenbar wenig beeindrucken.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>FATCA-Abkommen: Welche Auswirkungen muss Russland f\u00fcrchten?<\/h2>\n<p>Seit 2010 gibt es in USA den <strong>Foreign Account Tax Compliance Act<\/strong> (FATCA). Die USA suchen die weltweit t\u00e4tigen Finanzinstitute dazu zu bringen, Details \u00fcber Konten von US-B\u00fcrgern im US-Ausland gegen\u00fcber der US-Steuerbeh\u00f6rde IRS offen zu legen. Sto\u00dfrichtung von FATCA sind ganz klar <strong>Steueroasen<\/strong> (auch <strong>Steuerparadiese<\/strong> genannt, englisch &#8222;<strong>Tax haven<\/strong>&#8222;, &#8222;<strong>Tax shelter<\/strong>&#8222;, &#8222;<strong>Tax exile<\/strong>&#8222;), in die sich mancher US-B\u00fcrger mit seinem Kapital gefl\u00fcchtet hat. Seit 2010 haben bereits einige Gro\u00dfbanken, allen voran die Deutsche Bank und die UBS, den W\u00fcnschen der USA entsprochen.<\/p>\n<p>Der Aufruf an die Banken ist allerdings keine freundliche Einladung, es ist mehr ein gezieltes Unter-Druck-Setzen. Banken, die sich den W\u00fcnschen der USA verschlie\u00dfen, m\u00fcssen damit rechnen, auf ihre Kapitalertr\u00e4ge in USA eine <strong>Quellensteuer<\/strong> in H\u00f6he von 30 Prozent abzuf\u00fchren. Das dr\u00fcckt nat\u00fcrlich auf den Ertrag. Wer als Bank also weiterhin Zugang zum US-amerikanischen Kapitalmarkt haben m\u00f6chte, wird sich den W\u00fcnschen der US-Steuerbeh\u00f6rde aufgeschlossen zeigen.<\/p>\n<h2>Russlands Wirtschaft kr\u00e4nkelt<\/h2>\n<p>Russlands Wirtschaft muss derzeit als eine von mehreren bitteren Pillen eine Kapitalflucht schlucken. Cirka 70 Milliarden Dollar sind im ersten Quartal 2014 aus dem Land geflossen. Was ist die Folge der <strong>Kapitalflucht<\/strong>? Als erstes kam der <strong>Rubel<\/strong> massiv unter Druck, was die Kosten f\u00fcr Russlands Importe deutlich steigen l\u00e4sst. Als w\u00e4re das noch nicht genug, sind auch die Aktienkurse an Russlands B\u00f6rse gesunken. Der <strong>Russian Traded Index<\/strong> (RTX) sank gegen\u00fcber seinem Kurs von 2100 USD seit einem Jahr im Tief bis auf 1500 USD ab. Die internationalen <strong>Ratingagenturen<\/strong> stuften Russlands Bonit\u00e4t herab. Gerade letzteres f\u00fchrt zu einer Verteuerung der <strong>Refinanzierungskosten<\/strong> vor allem der russischen Regierung, aber auch der Unternehmen.  Unternehmen in einer stagnierenden Wirtschaft wie der russischen derzeit sind sehr empfindlich, was ihre Refinanzierungskosten angeht.<\/p>\n<h2>Das Bankgeheimnis Russlands<\/h2>\n<p>Russland hat ein Gesetz zum <strong>Bankgeheimnis<\/strong>. Dieses sichert Russland die Gunst vieler Investoren. Beh\u00e4lt Russland das Bankgeheimnis bei, haben die russischen Banken keine M\u00f6glichkeit, den W\u00fcnschen des IRS zu entsprechen. Die Konsequenz daraus w\u00e4ren immense Zahlungen der russischen Banken an die USA.<\/p>\n<p>Lockert Russland sein Bankgeheimnis, so dass die russischen Banken den Informationsw\u00fcnschen des IRS entsprechen kann, verlieren die russischen Banken an Attraktivit\u00e4t gegen\u00fcber den ausl\u00e4ndischen Investoren. Sowohl die hohen Zahlungen wie der im anderen Fall zu erwartende Kapitalabzug d\u00fcrfte die russische Wirtschaft empfindlich treffen.<\/p>\n<h2>FATCA-Deadline 1. Juli 2014<\/h2>\n<p>Die USA haben bereits mit einer Vielzahl von L\u00e4ndern Abkommen geschlossen, was dazu f\u00fchrt, dass diese Staaten bereits Daten \u00fcber US-B\u00fcrger und ihre dortigen Konten sammeln und an die USA ausliefern. Die Gespr\u00e4che zwischen den USA und Russland wurden anl\u00e4sslich der krim-Krise unterbrochen. Dies ist insofern etwas ungl\u00fccklich f\u00fcr die russische Wirtschaft, als es sich abzeichnet, dass die Gespr\u00e4che wohl nicht mehr vor dem 1. Juli wieder aufgenommen werden d\u00fcrften. Wenn dies so geschieht, sehen sich die russischen Finanzinstitute mit 30% Quellensteuer auf ihre Ertr\u00e4ge aus US-Wertpapieren konfrontiert. Die Kosten hierf\u00fcr und die daraus resultierenden Folgen f\u00fcr die russische Wirtschaft &#8211; nicht nur f\u00fcr den Bankensektor &#8211; d\u00fcrften Russland weit schwerer treffen als alle bisherigen Wirtschaftssanktionen.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle russischen Banken \u00e4ndert sich mit dem 1. Juli 2014 eine grundlegende Angelegenheit. Werden nach dem Stichtag 1. Juli 2014 US-Wertpapiere erworben, so m\u00fcssen auf daraus resultierende Zahlungen von Dividenden oder Zinsen Quellensteuern in H\u00f6he von drei\u00dfig Prozent abgef\u00fchrt werden. Davon sind nat\u00fcrlich nicht nur die russischen banken betroffen, sondern auch alle Investoren, die sich der Dienste der russischen Banken bedienen. Die russischen Banken bef\u00fcrchten nun zu recht, dass Investoren aller Couleur ihre Gelder bei eben diesen Banken abziehen und zu Finanzinstituten in anderen L\u00e4ndern wechseln werden. <\/p>\n<p>Was f\u00fcr die Banken und den Kapitalmarkt derzeit bleibt ist eine latente Unsicherheit. Der <strong>Internal Revenue Service<\/strong> hat mit der <strong>Notice 2013-43<\/strong> bereits im Juli 2013 eine praktische Anwendung der FATCA-Regelungen auf den 1. Juli 2014 verschoben. Zum damaligen Zeitpunkt hat dies vielen Instituten Zeit verschafft, nun jedoch tickt die Uhr, denn der 1. Juli 2014 ist nur noch sechs Wochen entfernt. <\/p>\n<hr>\n<p>Bildnachweis: 62296507 &#8211; \u00a9 rangizzz &#8211; Fotolia.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem FATCA-Abkommen hat der Internal Revenue Service IRS, die Bundessteuerbeh\u00f6rde der USA haben Russland ins Visier genommen. W\u00e4hrend die Wirtschaftssanktionen der westlichen Industriestaaten bisher wenig Wirkung zeigen, d\u00fcrften die neuerlichen Ma\u00dfnahmen der USA deutliche Auswirkungen auf Russlands Wirtschaft und vor allem die Banken Russlands haben. Die bisherigen Wirtschaftssanktionen zeigen kaum bis gar keine Wirkung.<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/fatca-irs-bringt-russland-ins-schleudern\/\" title=\"Jetzt alles lesen\">Jetzt alles lesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":97,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[124,6,287,7,307,87],"tags":[2926,132,127,8,1075,129,125,126,130,133,134,131,135,123,1637,1690,1689,1687,1688,9,128],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v18.2 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.doppelklicker.de\/blog\/fatca-irs-bringt-russland-ins-schleudern\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"FATCA: IRS bringt Russland ins Schleudern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Mit dem FATCA-Abkommen hat der Internal Revenue Service IRS, die Bundessteuerbeh\u00f6rde der USA haben Russland ins Visier genommen. 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