Die Debatte um verpflichtenden Elementarschutz in der Wohngebäudeversicherung nimmt Fahrt auf: In einer Civey-Umfrage im Auftrag der DEVK befürworten 62 Prozent der Deutschen eine Pflichtversicherung gegen Naturgefahren, lediglich 25 Prozent lehnen sie ab. Die DEVK nutzt seit 2011 ein Opt-out-System, das Elementarschäden automatisch einschließt. Die Regierungskoalition und der GDV haben im Koalitionsvertrag die Einführung einer Pflichtdeckung gegen Hochwasser, Starkregen und Erdrutsch vorgesehen, um Versicherungslücken zu schließen.
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Vage Koalitionspläne zum Schutz vor Elementarschäden sorgen für Kritik
Mit ansteigender Schneeschmelze und höherem Hochwasserpotenzial wird der Schutz gegen Überschwemmungen im Koalitionsvertrag als Pflichtversicherung für Elementarschäden vorgeschlagen, doch konkrete Gesetzentwürfe und Terminpläne sind bis dato unklar. In einer repräsentativen Civey-Befragung im Auftrag der DEVK befürworten 62% der Befragten diese Versicherungslösung, während 25% sie ablehnen. Unter Immobilieneigentümern liegt die Zustimmung mit 72% besonders hoch, was den politischen Handlungsdruck weiter erhöht. Klare Vorgaben zu Prämienhöhe, Deckungssumme und Ausnahmen fehlen weiter jedoch.
Versicherer wie DEVK bieten seit 2011 automatische Elementardeckung Standardtarif
Typische Wohngebäudeversicherungen inkludieren Sturmschäden und Hagel als Standardleistung, schließen jedoch Elementargefahren wie Überschwemmungen, Erdbeben und Lawinen aus. Um einen umfassenden Schutz gegen diese Risiken zu erhalten, ist eine separate Elementarschadendeckung erforderlich. Nach Erhebung der DEVK haben 71 Prozent der Hauseigentümer diese ergänzende Police abgeschlossen, während GDV-Zahlen für 2024 nur einen Abdeckungsgrad von 57 Prozent ausweisen. Daraus ergibt sich, dass ein erheblicher Anteil von Häusern ungeschützt bleibt guter Planung ist nötig.
Vertragsänderung sieht Opt-out-Modell für Elementarschutz vor aktuell in Prüfung
Laut Koalitionsvertrag soll künftig jede Wohngebäudeversicherung automatisch einen verpflichtenden Schutz gegen Elementarschäden enthalten, um Eigentümer vor existenzbedrohenden Folgen von Hochwasser, Starkregen und Erdrutsch zu bewahren. Auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag antwortete die Bundesregierung lediglich, dass ein Opt-out-Modell in Prüfung sei. Konkrete zeitliche Vorgaben, belastbare Regelungen zur Abwahl der Deckung sowie ein verbindliches Datum für den Start der Pflichtversicherung wurden bislang nicht festgelegt.
DEVK-Angebotspflicht für Elementarschutz verhindert unangenehme Schadensüberraschungen und sorgt automatisch
Seit 2011 nutzt die DEVK ein Opt-out-Verfahren, bei dem jeder Abschluss einer neuen Wohngebäudeversicherung automatisch eine Elementarschadendeckung beinhaltet, die Versicherungsnehmerinnen und -nehmer erst nach aktiver Abwahl ihres Vertrags verlieren. Dr. Michael Zons, Mitglied des Vorstands, hebt hervor, dass dieses Modell vor unvorhergesehenen Schadensfolgekosten bei Hochwasser oder Erdgleiten schützt und mit einer Neugeschäftsquote von 67 Prozent attestiert dem Angebot eine deutlich höhere Verbreitung als im Branchendurchschnitt und schafft Rechtssicherheit für Eigentümer.
Viele Eigentümer fühlen sich nicht betroffen und bleiben ungeschützt
Die Befragung ergab, dass mehr als 27 Prozent der deutschen Haushalte keinen Elementarschadenschutz abgeschlossen haben. 41 Prozent dieser Personen behaupten, ihre Wohnlage sei vor Hochwasser, Starkregen und Erdrutsch sicher. 32 Prozent argumentieren, dass Eigentümer allein verantwortlich für den Erhalt der Bausubstanz und Schutzvorkehrungen seien. Unter allen Immobilienbesitzern bleibt somit jeder siebte ohne Versicherungsschutz gegen elementare Naturgefahren. Diese Lücke im Versicherungsschutz kann im Schadensfall existenzbedrohende finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. sofort.
Vorschlag: Staat, Bauwirtschaft und Versicherer kooperieren für umfassende Risikoprävention
Der GDV spricht sich für ein eng abgestimmtes Elementarschadenschutzsystem aus, das staatliche Investitionen in Schutzinfrastruktur, eine stringent geplante Bebauung und eine objektive Risikoeinschätzung integriert. Die DEVK unterstützt dies durch umfassende Datenerhebung, Analyse historischer Schadensfälle, individuelle Beratung zur Deckungsgestaltung und Anreizstrukturen für verbesserte Absicherung. Ein entsprechend aufbereitetes Positionspapier des Branchenverbands wurde im Dezember 2025 veröffentlicht und liefert einen detaillierten Fünfjahresplan sowie konkrete Handlungsempfehlungen. Es umfasst strukturierte, regelmäßige ergänzende Schulungsangebote und Monitoringinstrumente.
Elementarschutz-Pflicht stärkt dauerhaft Resilienz von Eigenheimen gegen wachsende Naturgefahren
Ein verpflichtender Elementarschutz in der Wohngebäudeversicherung dient dem langfristigen Schutz vor existenzbedrohenden Folgekosten durch Überschwemmungen, Starkregen oder Erdrutsche. Finanzielle Nöte werden durch automatische Deckungen verhindert und Eigentümer bleiben abgesichert. Das Opt-out-Modell der DEVK bietet eine einfache Möglichkeit, Schutz zu erhalten, sofern er nicht ausdrücklich abgelehnt wird. Wichtig sind nun eindeutige gesetzliche Regelungen im Koalitionsvertrag sowie ein integratives Gesamtkonzept für Prävention, Risikoeinschätzung und Bauleitplanung, damit breite Unterstützung in der Bevölkerung einsetzt.

