Die eintägige Fortbildung DSG Stroke Unit Winter School auf der ANIM zeichnete sich durch exzellente Beiträge führender Wissenschaftler aus. In kleinen Gruppen erforschten Ärztinnen, Pflegefachkräfte und Therapeutinnen neue klinische Evidenz, die unmittelbar in die gezielte Therapie von Schlaganfallpatienten einfließen kann. Intensive Pausengespräche und Moderationsrunden förderten den interdisziplinären Dialog und schufen ein belastungsfähiges Netzwerk. Dieses unterstützt langfristig den fachlichen Austausch und trägt zur kontinuierlichen Qualitätssteigerung in der Versorgung bei.
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Intensiver fachlicher Austausch fördert personalisierte Konzepte in klinischer Versorgung
Die Bilanz der Veranstaltung war insbesondere für Prof. Waltraud Pfeilschifter beeindruckend: Kleine Gruppenstärke ermöglichte intensive Auseinandersetzungen mit evidenzbasierten Studien und praxisorientierten Erfahrungsberichten. Referenten vermittelten neue Therapieansätze, die direkt in die klinische Rehabilitation überführt werden können. Gezielte Diskussionsformate und informelle Pausengespräche intensivierten den interdisziplinären Dialog, festigten das berufliche Netzwerk und förderten den zügigen Wissenstransfer, der eine nachhaltige Optimierung der Patientinnen- und Patientenversorgung unterstützt. Alle Teilnehmer erhielten praxisnahe Impulse für evidenzbasierte Entscheidungen.
240 Patienten untersuchten Trachealkanülen: Studie zeigt Verletzungsrate und Fehlpositionierungsrate
Die Analyse von Dr. Bettina Otto bei 240 behandelten Patienten offenbart, dass fast ein Fünftel durch Trachealkanülen bedingte Schleimhautverletzungen erlitt und bei 65 Prozent der Sonden die Positionierung nicht den empfohlenen Standards entsprach. Ihr Resümee betont die Notwendigkeit, dass Pflege- und Ärzteteams in der Akutversorgung eine proaktive Überwachung der Kanülenplatzierung implementieren und regelmäßig den Sitz der Atemhilfen verifizieren, um Schäden an den Atemwegen vorzubeugen. Risikomanagement und Qualitätskontrollen sind hierbei essenziell.
Frühe Tracheotomie zeigt keine Vorteile, Setpoint-Studie empfiehlt nun Extubation
Mit der Setpoint-Studie 2 lieferte Prof. Julian Bösel belastbare Daten zur Bewertung des optimalen Timing für Tracheotomien in der Frührehabilitation. In dem multizentrischen Projekt zeigte sich keine signifikante Differenz zwischen frühen Tracheotomien und Extubationsversuchen bezüglich intensivmedizinischer Entwöhnungsdauer. Auf Basis dieser Evidenz fordert Bösel, Extubationsstrategien konsequent anzuwenden und individuell anzupassen. Er betont, dass eine sorgfältige Risikobewertung und interdisziplinäre Entscheidungsfindung vor invasiven Maßnahmen essenziell sind, um Patientenergebnisse nachhaltig und sicher zu optimieren.
Etablierung frühzeitiger FEES-Steuerung verbessert aspirationfreies klinisches Schlucken und Therapieerfolg
Im Fachbereich neurologische Frührehabilitation am Universitätsklinikum Frankfurt initiierte PD Dr. Sriramya Lapa die routinemäßige Anwendung der Fibreoptic Endoscopic Evaluation of Swallowing (FEES). Mit dieser Methode lassen sich verschluckbare Konsistenzen exakt bestimmen und Aspirationsrisiken frühzeitig minimieren. Die sofortige Integration dieser Befunde in die Schlucktherapie ermöglicht eine personalisierte Nahrungsaufnahmeplanung. Dadurch werden ernährungsbedingte Risiken gesenkt und der Beginn einer effektiven Rehabilitation beschleunigt. Qualitätsstandards im Team werden gestärkt und Behandlungsleitlinien evidenzbasiert umgesetzt. Teamkommunikation optimiert
DSG-Präsidentin lobt APNs als wertvolle Verstärkung für interdisziplinäre Versorgungsteams
Carmen Lange, Jens Renner und Bianca Schmidt-Maciejewski haben im APN-Netzwerk das Modell der evidenzbasierten Pflegeforschung umfassend erläutert. Sie stellen die Rollenverteilung, methodische Standards und ethische Aspekte wissenschaftlicher Studien durch Pflegefachkräfte anschaulich dar. Durch diesen systematischen Ansatz werden Forschungsergebnisse in praxistaugliche Handbücher überführt, die in interdisziplinären Teams Anwendung finden. Prof. Waltraud Pfeilschifter lobte die Advanced Practice Nurses als wesentliche Treiber für qualitativ hochwertige, patientennahe Innovationen in der klinischen Versorgung. Sie bereichern
Interprofessionelle Tagung diskutiert kulturelle Konflikte und Lösungsstrategien in Kliniken
Abdul Aziz Batarfi, PD Dr. Farid Salih und PD Dr. Nazife Dinc fokussierten sich auf die Integration von internationalen Fachkräften und die damit verbundenen Kommunikationshürden. Sie skizzierten gängige Konfliktfelder, wie fehlende sprachliche Präzision, unterschiedliche Umgangsformen und hierarchische Differenzen. Mit praxisnahen Beispielen zeigten sie auf, wie strukturierte Feedbackprozesse, interkulturelle Coachings und Teambuilding-Maßnahmen zur Verbesserung des Miteinanders beitragen. Abschließend wurden evaluierbare Maßnahmen zur Erfolgskontrolle vorgestellt. Sie unterstrichen die Notwendigkeit, Verantwortlichkeiten zu definieren und kulturelle Potenziale für innovative Problemlösungen zu nutzen.
Suboptimale Kanülenpositionen bei Schlaganfallpatienten erfordern regelmäßige proaktive ärztliche Überprüfung
PD Dr. Lapa stellte auf der Winter School der DSG Stroke Unit bei der ANIM die zentrale Rolle der frühzeitigen FEES-Diagnostik für eine zielgerichtete Schluckrehabilitation heraus. Sie präsentierte praxisnahe Verfahren zur Bestimmung aspirationsfreier Konsistenzen und zeigte, wie sofortige Therapieansätze integriert werden. Ergänzende Studien zu Tracheotomie-Indikationen und Extubationsstrategien untermauerten Empfehlungen. Interprofessionelle Workshops förderten den Austausch zwischen Neurologie, Pflege und Logopädie und legten Grundsteine für optimierte Versorgungsprozesse. Veranstaltung lieferte Kriterien zur Qualitätssicherung.

