Die Vorstellung des Allianz Safety Sled in Cortina dAmpezzo durch den BSD und das AZT markiert einen Meilenstein für die Sicherheit im Bobsport. Das HIP-System nutzt verstärkte Strukturen vorne und hinten, um Kopfaufprallkräfte zu reduzieren, während das PASS-Gurtsystem automatisch zuschnappt und Athleten nach einem Sturz im Bob fixiert. Umfangreiche Tests im Eiskanal Altenberg bestätigten die Wirksamkeit beider Systeme, die bis Mitte 2028 weltweit in allen Rennschlitten technisch serienreif sein sollen.
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Neue Bob-Technologie in Cortina vorgestellt: HIP PASS für Sicherheit
Mit einer gemeinsamen Presseveranstaltung in Cortina dAmpezzo stellten der Bob- und Schlittenverband für Deutschland und das Allianz Zentrum für Technik am 11. Februar 2026 das Allianz Safety Sled vor. In diesem innovativen Schlitten wurden das HIP-System zur Kopffixierung und das PASS-System, ein automatischer Gurt zur Sicherung nach Stürzen, integriert. Beide Lösungen verfolgen das Ziel, Kopf- und Körperverletzungen im Bobsport zu reduzieren und die Athletensicherheit auf ein neues Niveau zu heben.
HIP System beugt Kopfverletzungen wirkungsvoll vor und verhindert Herausschleudern
Der Vorstände des BSD, Thomas Schwab, zog eine Parallele zum Motorsport und erklärte, dass der Bobsport als schnellste Disziplin im Wintersport ähnlich riskant ist wie die Formel 1. Zur Reduktion von Kopftraumata und gefährlichem Herausschleudern hat der BSD in Zusammenarbeit mit dem Allianz Zentrum für Technik (AZT) das Head Impact Protection (HIP) System sowie das Passive Athlete Safety System (PASS) entwickelt, speziell mit hochfesten Verbundmaterialien optimiert, und die Schutzkleidung systematisch aufgerüstet.
IBSF diskutiert Integration von HIP- und PASS-Systemen im Bobsport
Sobald die HIP- und PASS-Konzepte vollständig ausgearbeitet sind, werden sie in den zuständigen Gremien des IBSF zur fachlichen Prüfung vorgelegt. Die Kommissionen analysieren technische Details, Materialgutachten und Montageanleitungen, um die Systeme an alle Bobbaureihen anpassen zu können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Modularität der Schutzvorrichtungen. Nach positiver Bewertung sollen die Konzepte in Form verbindlicher Richtlinien bis Mitte 2028 global umgesetzt werden, so Thomas Schwab. Ziel ist es, die technische Integration internationaler Bobs einheitlich zu regeln.
FES Berlin realisiert innovative Sicherheitsstruktur für offene Bob-Modelle effektiv
Offene Bob-Schlitten profitieren vom HIP-System, das eine umschlossene Schutzzelle bildet, welche Aufprallkräfte vom Kopf ableitet. Hierfür implementiert man vordere sowie hintere Rahmenmodule in den Schlittenkörper, um maximale Sicherheit zu gewährleisten, ohne die Bewegungsfreiheit beim Einstieg einzuschränken. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München (TUM) und dem FES Berlin wurde eine standardisierbare Konstruktion entwickelt, die universelle Austauschbarkeit bietet und gleichzeitig wartungsfreundlich, langlebig und an unterschiedliche Rennschlittenvarianten anpassbar ist sowie regelkonform zertifiziert.
Neues AZT-Gurtsystem legt automatisch um Becken und verhindert Sturz
Das automatische Gurtassistenzsystem des AZT richtet sich speziell an die hinteren Schlittenpositionen drei und vier. Beim Betreten des Bobs nimmt der Athlet eine geöffnete Schlaufe an der Beckenauslegerposition an. Sobald er korrekt platziert ist, schließt sich der Gurt automatisch und umschließt das Becken mit gleichmäßigem Druck. Diese patentierte Sicherheitslösung verhindert das Herauskatapultieren der Athleten bei Stürzen und reduziert zugleich die Gefahr von direkten Eisverletzungen deutlich effizient robust komfortabel wartungsfreundlich hochperformant.
Altenberg-Versuche des Bob-Teams validieren neue Sicherheitslösungen erfolgreich unter Rennbedingungen
Das Bob-Team Illmann nahm im Eiskanal Altenberg ausgiebige Testreihen mit den beiden neuen Sicherheitssystemen vor, um reale Rennbedingungen zu simulieren. Parallel werden automatische Handgelenkssicherungen evaluiert, die bewusstlose Fahrer bei Stürzen immobilisieren. Die Flexibilität des Systems gestattet schnelle Nachrüstungen in allen standardisierten Bobchassis, ohne zusätzliche Anpassungen am Ablaufschema zu erfordern. Trainer und Techniker können die Module aufgrund des plug-and-play-Designs problemlos integrieren, ohne das gewohnte Wettkampfverfahren zu verändern. Sicherheitsstandards werden dadurch optimiert.
Einführung von HIP und PASS geplant bis Mitte 2028
Entwickelt in enger Kooperation zwischen BSD, Allianz Zentrum für Technik, Technischer Universität München und FES Berlin, bilden HIP und PASS den Kern eines umfassenden Sicherheitsrahmens für den Bobsport. Das HIP-System integriert verstärkte Front- und Rückstrukturen zum signifikanten Kopfschutz, während das PASS-System Athletinnen und Athleten nach Stürzen automatisch per Gurtsystem fixiert. Mit modularer Konstruktion für alle Bob-Modelle ist eine weltweite Adaption bis Mitte 2028 geplant, um Kopfverletzungen signifikant, effektiv zu reduzieren.

