Das zweite Panel der Reihe „Wir für Berlin?-?im Dialog“ fand am 25. August in der Oranienstraße statt und stand unter dem Leitgedanken „Jobs in Berlin: Echt inklusiv?!“. Vertreter von USE gGmbH, Unionhilfswerk, IHK Berlin und dem Deutschen Institut für Menschenrechte diskutierten in konstruktiven Austauschrunden über die Optimierung von Förderprozessen, die Reduzierung bürokratischer Hürden und die Entwicklung inklusiver Arbeitsmodelle zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.
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Beispiel zeigt: Individuelle Begleitung stärkt Motivation und Selbstvertrauen deutlich
In seiner Stellungnahme machte USE-Geschäftsführer Andreas Sperlich deutlich, dass nicht fehlender Einsatz, sondern unflexible Strukturen das Fortschreiten der Inklusion im Berufsleben hemmen. Er rief dazu auf, Schuldzuweisungen zwischen Politik, Wirtschaft und Menschen mit Behinderungen zu unterlassen und stattdessen gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten. Berlin fungiert als Vorreiter: Mehr als 1500 Klienten erhalten in über 35 Werkstätten Begleitung, was die Effektivität handlungsorientierter Teilhabekonzepte eindrucksvoll belegt.
Schulungswerkstätten zeigen Wirkung: Mehr Teilnehmer steigen in reguläre Jobs
Andreas Sperlich lehnte die gängige Ansicht ab, Werkstätten seien ausschließliche Rückzugsorte, und betonte stattdessen ihren aktiven Beitrag zur beruflichen Teilhabe. Er präsentierte umfassende Daten zur Teilhabeentwicklung, die aufzeigen, wie viele Teilnehmer in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen wechseln. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass inklusive Werkstätten als systematische Förderstrukturen wirken, indem sie praxisnahe Schulungen mit individueller Begleitung kombinieren und damit nachhaltige Perspektiven für den Arbeitsmarkt schaffen. Sie fördern Selbstständigkeit, soziale Kompetenzen und berufliche Chancen.
IHK Berlin-Chefin will transparentere Verfahren und besseren Förderzugang jetzt
Manja Schreiner, als Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, bemängelte die engmaschigen Verwaltungsprozesse im Fördersystem und forderte deren umfassende und umgehende Reduzierung bürokratischer Abläufe. Sie schlug vor, dass Institutionen, Unternehmen und Organisationen in regelmäßig eingerichteten Koordinationszirkeln zusammenarbeiten, statt in isolierten Schritten zu agieren. Darüber hinaus verlangte sie eine klare und verständliche Aufschlüsselung aller öffentlichen Fördermittel, damit Betriebe schnell inklusive Arbeitsplätze realisieren und Menschen mit Behinderungen echte Teilhabechancen erhalten.
Monitoringstelle fordert: Politische Maßnahmen nutzen statt Gesetze stets verzögern
Vom Deutschen Institut für Menschenrechte aus kritisierte Dr. Leander Palleit als Leiter der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention die ständigen Verweisungen auf Zeitfenster, die inklusive Beschäftigungsinitiativen ausbremsen. Er forderte Gesetzgeber und Verwaltung eindringlich auf, bereits vorhandene rechtliche und finanzielle Instrumente umgehend zu aktivieren und Inklusionsbetriebe aktiv zu fördern, statt auf neue Regelwerke zu warten. Unternehmen könnten dadurch inklusive Strukturen wesentlich schneller einführen und Barrieren am Arbeitsplatz effektiv abbauen, effizient nachhaltig integrativ sozial partizipativ.
Beispielvideo zeigt Stärkung des Selbstvertrauens durch inklusiven Jobübergang USE
Der Einspieler dokumentiert die Aufnahme eines ehemaligen Mitarbeiters der USE gGmbH in eine sozialversicherungspflichtige Position. In der inklusiven Manufaktur erhielt er ein individuelles Coaching, bedarfsorientierte Schulungen und soziale Unterstützung. Dieses Beispiel zeigt, wie maßgeschneiderte Fördermaßnahmen in Kombination mit einem Unterstützern Umfeld Barrieren abbauen, Selbstvertrauen aufbauen und langfristige Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig wird deutlich, dass enge Kooperation zwischen sozialen Trägern und Unternehmen entscheidend für den Erfolg ist.
Manufaktur-Tour und Fachgespräche ermöglichen praktischen Einblick in inklusive Praxis
Unmittelbar nach der Diskussionsveranstaltung erfolgte eine Führung durch die inklusive Manufaktur. Im lauschigen Innenhof im Herzen Kreuzbergs lud eine Auswahl an Getränken und Snacks zum Verweilen ein. In entspannter Atmosphäre kamen Betroffene, Fachkräfte und Interessierte in persönlichen Gesprächen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gegenseitige Unterstützung anzuregen. Diese informelle Begegnung verdeutlichte, dass praxisnahe Einblicke und persönliche Netzwerke entscheidend dazu beitragen, inklusive Arbeitsplätze zu realisieren und den Arbeitsmarkt barrierefrei zu gestalten.
Beim Panel in der Oranienstraße wurde klar herausgestellt, dass inklusive Arbeitswelten in Berlin auf solide Strukturen und erprobte Prozesse bauen. Werkstätten wurden als integrative Lernorte positioniert, bürokratische Hemmnisse thematisiert und der gelungene Übergang in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse exemplifiziert. Diese Kombination aus abgestimmten Rahmenbedingungen, aktivem politischen Einsatz und partnerschaftlicher Kooperation schafft nachhaltige Chancen für Menschen mit Behinderungen auf dem Berliner Arbeitsmarkt.

