Im Rahmen der Agrarministerkonferenz (AMK) wurde ein Beschluss gefasst, der die Düngerechtsreform bis zur Saison 2027 vorsieht. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) begrüßt daher die Einberufung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die pauschale Ausweisungen nitratbelasteter Flächen überprüft. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) und in Abstimmung mit der EU-Kommission dienen wissenschaftliche Düngebedarfsermittlungen als Grundlage für eine flexible, rechtskonforme Regelung, die regionale Gemüseproduzenten stärkt und Gewässerschutz gewährleistet und Anbietern Planungssicherheit.
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Düngebedarfsermittlung und IGZ-Forschungsergebnisse bilden Grundlage für Nährstoffpläne im Gemüsebau
Die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe durch Bundes- und Landesministerien findet beim ZVG positive Resonanz. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob auf generelle rote Gebiete verzichtet werden kann, um das Düngerecht zielgerichteter zu gestalten. Durch intensive Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Verbänden sollen praxisnahe Düngebedarfsermittlungen entstehen. Dieses Verfahren berücksichtigt Bodenstadt, Pflanzentyp und regionales Klima, fördert Umweltschutz und erleichtert Gemüsebauern Entscheidungsfindung bei Planung, Umsetzung und Dokumentation ihrer Düngestrategien. Ziel ist effizienterer Ressourceneinsatz und Planungsfreiheit.
Frischer Gemüseanbau braucht individuelle praxisnahe Regelungen und gezielte Düngeplanung
Entsprechend ihrer Einschätzung ist eine pauschale Einstufung des spezialisierten Gemüsebaus als risikobehaftet in bestehenden Verordnungen ungeeignet, da unterschiedliche Kulturen und Böden individuelle Düngestrategien erfordern. Die frühzeitige Einbindung der Produzenten in die Gesetzesentwürfe ermöglicht flexible, auf Betriebsebene anwendbare Vorgaben, die sowohl den Erhalt frischer, regionaler Ernten fördern als auch ökologische Ziele unterstützen. So lässt sich eine Produktionsverlagerung ins Ausland vermeiden und heimische Betriebe bleiben konkurrenzfähig und stärken nachhaltige Wertschöpfungsketten regionaler Erzeugerverbünde.
Leibniz-IGZ-Forschung liefert Grundlagen für individuelle, bedarfsgerechte Düngekonzepte im Gemüsebau
Die präzise Düngebedarfsermittlung stützt sich auf etablierte Messmethoden und wissenschaftliche Bestimmungen. Durch standardisierte Bodenuntersuchungen werden Nährstoffreserven, pH-Wert und organische Substanz erfasst. Das IGZ ergänzt diese Inputs mit kulturspezifischen Wachstumsdaten. Gemeinsam mit Erfahrungen aus dem Gemüsebau entsteht eine datenbasierte Planung, die exakte Nährstoffmengen festlegt. Dieser optimierte Ansatz verhindert Nährstoffverluste, maximiert Ressourceneffizienz und gewährleistet umweltgerechte Produktion, ohne Ertragsqualität oder Landwirteinnahmen zu beeinträchtigen. Diese Verbindung aus Forschung und Praxis unterstützt regionalen Gemüseanbau nachhaltig.
Verbände und EU-Kommission beraten Düngerechtsreform bis Saisonstart 2027 gemeinsam
Die AMK beschloss jüngst eine Zielmarke für die Umgestaltung des Düngerechts mit Geltungsbeginn zur Saison 2027, um zeitgemäße Regeln für eine ressourcenbewusste Landwirtschaft zu etablieren. Zu diesem Zweck arbeitet eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Fach- und Branchenverbänden an praxisnahen Handlungsempfehlungen. Nach Fertigstellung erfolgt eine koordinierte Konsultation mit der EU-Kommission, um eine rechtlich sichere und konforme Verordnung auf nationaler Ebene einzuführen. Regelungen unterstützen Effizienz und Nachhaltigkeit gleichermaßen, fördern Schutz der Umwelt.
Praxisnahe Düngeverordnung fördert dauerhaft Biodiversität, Wasserschutz und regionale Wertschöpfung
Im Rahmen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe wird das Düngerecht bis zur Saison 2027 grundlegend überarbeitet. Ziel ist eine praxisnahe Düngebedarfsermittlung, die den individuellen Erfordernissen regionaler Gemüsebetriebe gerecht wird und Bodenbelastungen reduziert. Die enge Einbindung des Leibniz-IGZ, der AMK und der EU-Kommission sichert eine rechtssichere sowie praxisorientierte Umsetzung. Durch diese Kooperation wird der Gewässerschutz gestärkt und die regionale Gemüseproduktion nachhaltig gesichert, ohne Qualitätseinbußen befürchten zu müssen. Eine effiziente Umsetzung schafft Vertrauen bei Landwirten.

