Posted on 23. Okt 2017 in Aktien | Keine Kommentare

Aktien von Unternehmen aus der Solarthermie haben nicht mehr den gleichen Stellenwert wie noch vor einigen Jahren. Wie sieht es zum aktuellen Zeitpunkt mit den Anlagerisiken aus?

Grundlegendes zur Solarthermie Aktie

Die teilweise noch jungen Unternehmen aus der Sparte Solar haben in der Zeit von 2010 bis 2017 stark nachgelassen. Dennoch ist es einigen gelungen, die Insolvenz abzuwenden, während andere noch mit ihrer wirtschaftlichen Situation zu kämpfen haben.

Für die Anleger scheint es riskant zu sein, auf Solarthermie Aktien zu setzen, doch ganz chancenlos ist eine solche Investition nicht. Allerdings sollte man vor dem Kauf einer solchen Aktie die Risiken kennen und sich genau über die Hintergründe des betroffenen Aktienunternehmens informieren.

Für den Einstieg ist es hilfreich, sich mit den Details zum Thema Solarthermie zu befassen. Hier stellt sich beispielsweise die Frage, worin der Unterschied zur Photovoltaik besteht.

Wie Solarthermie funktioniert

Im Gegensatz zur Photovoltaik lässt sich mit einer Solarthermischen Anlage der Strom besonders preiswert herstellen. Ein Solarthermie-Kraftwerk kommt in sonnenreichen Gebieten zum Einsatz und produziert aus den empfangenen Sonnenstrahlen zuerst Wärmeenergie und dann Strom.

Das funktioniert folgendermaßen:

  • In dem Parabolrinnenkraftwerk sind rinnenähnliche Spiegel dafür verantwortlich, die Strahlen auf ein Rohrelement in der Kollektor-Brennlinie zu bündeln.
  • Bei der Absorption erhitzt sich die Wärmeträgerflüssigkeit und erzeugt über einen Wärmetauscher im Kraftwerk Dampf.
  • Dieser Dampf dient dazu, in einem konventionellen Kraftwerk mit einer Turbine Strom zu generieren.
  • Durch die Integration eines Wärmespeichers lässt sich der Strom entsprechend der Planung bereitstellen.
  • Die Solarkraftwerke können also auch dann Strom liefern, wenn die Sonne nicht scheint.

Video: Bayerischer Rundfunk, Xenial: Wie funktioniert Solarthermie?

Veränderte Förderung im Bereich der thermischen Anlagen

Die führenden Verbände aus den verschiedenen Wirtschaftsbranchen sind daran interessiert, dass die innovativen Brennwertheizungen weiter gefördert werden. In einer gemeinsamen Stellungnahme plädieren sie für die Fortsetzung der bisherigen Förderungen. Hier gibt es eine Diskrepanz zu den Plänen, die vom Bundeswirtschaftsministerium kommen.

Die Regierung plant, die Förderung des Austauschs von herkömmlichen Heizelementen durch innovative, effizientere Brennwertgeräte maximal bis 2020 fortzuführen und dann zu beenden. Dies würde zu einer Verteuerung der Wärmepolitik führen und die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen deutlich erschweren.

Gegenüber der erhofften Energiewende wäre die Beendigung der Förderpolitik ein starker Widerspruch, und zwar nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in Bezug auf die technischen Möglichkeiten.

Wie wichtig effiziente Heizgeräte sind

In Deutschland sind grob geschätzt 21 Millionen Heizungen installiert. Bei nur etwa 6 Millionen davon handelt es sich um energieeffiziente Brennwertgeräte, während 13 Millionen Heizgeräte veraltet und dementsprechend ineffizient sind. Eine Veränderung des Wärmemarkts hätte die Folge, dass sich der CO2-Ausstoß deutlich reduzieren und außerdem der Energieverbrauch sinken würde.

Momentan werden im Jahr etwa 450.000 Modernisierungen an Heizungsanlagen durchgeführt. Wenn man diesen Schnitt beibehielte, gäbe es bis ins Jahr 2030 über 75 Millionen Tonnen CO2 weniger. Das ist ein enormes Potenzial, das man im Rahmen des vernünftigen, nachhaltigen Klimaschutzes nicht vernachlässigen darf. Der Ressourcenschutz spielt eine zu wichtige Rolle und muss stärker im Auge behalten werden.

Die Fördermittel sollten deshalb unbedingt beibehalten werden, wie die verschiedenen Verbände empfehlen. Anstatt sie zu kappen, wäre es ihrer Meinung nach besser, die Austauschförderung weiter auszubauen.

Solarthermie ist ideal zur Unterstützung einer Fußbodenheizung. (#1)

Solarthermie ist ideal zur Unterstützung einer Fußbodenheizung. (#1)

Solarthermische Anlagen als Brennwerttechnik der Zukunft

Die CO2-Einsparungen werden auf der Basis von eingesetzten Euros kalkuliert. Bei der Förderung geht es um 10 % der investierten Summe, die laut Angaben der großen Verbände sehr attraktiv und effizient ist. Bei einer anstehenden Investition von 10.000 Euro erhält man 1.000 Euro Förderzuschuss.

Nach dem Einbau der Brennwertanlage lassen sich etwa 30 % Energie sparen, wenn das System mit einer Solarthermie-Anlage kombiniert wird, sind sogar nahezu 40 % möglich. Im Vergleich zu dieser Fördermaßnahme bieten andere Förderungen weniger Einsparungen.

In Zukunft wäre es sinnvoll, nachhaltige „grüne“ Komponenten zu integrieren, um die Energieträger für den Ressourcen- und Klimaschutz zu gewinnen. Schon jetzt gilt die Brennwerttechnik als wichtiger Partner bei der Nutzung von erneuerbaren Ressourcen. Einige Heizanlagen bieten die Option, die Systeme schrittweise anzupassen. Hierbei handelt es sich um Hybridheizungen.

Video: Wie funktioniert ein Sonnenkollektor? | frage-trifft-antwort.de | Planet Schule

Von der nachhaltigen Wärmetechnik zur Solar Aktie

Erneuerbare Energien helfen, günstig und umweltbewusst zu heizen. Das macht die großen Unternehmen so attraktiv für Aktienanleger. Trotzdem scheinen Solaraktien inzwischen nicht mehr so hoch bewertet zu werden.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Aktie Solarthermie um eine bewährte Möglichkeit, sein Geld in die Zukunft zu investieren. Die effiziente Nutzung der Solarenergie ist eine unmittelbare Energieform, die auf den ersten Blick nur Vorteile hat.

In der Solarbranche gibt es zahlreiche Firmen, die sich in den beiden Bereichen Solarthermie und Photovoltaik bewegen. Wer mit den Aktien handelt, der setzt auf eine innovative Energieversorgung.

Teilweise handelt es sich bei den Solaraktien nicht nur um die Wertpapiere der Solarkraftwerke, sondern auch um Anteile von Firmen aus der Produktion, Rohstoffversorgung oder dem Anlagenbau, die mit Solarthermie arbeiten.

Zu den großen Solarthermie-Konzernen gehören:

  • Solaria, ein spanischer Projektentwickler und Hersteller von Photovoltaik-Modulen und solarthermischen Anlagen
  • RWE, einer der größten europäischen Energiekonzerne
  • MAN SE, Hersteller von Nutzfahrzeugen und Motoren, befasst sich auch mit solarthermischen Projekten
  • Abengoa, ein spanischer Mischkonzern für Solarenergie, Industrieabfälle, IT-Bereich und Ingenieursarbeiten
Manche Unternehmen setzen auf beide Bereiche: Solarthermie und Photovoltaik. Auch für den Kunden kann eine Kombination interessant sein z.B. das Süddach mit Solarthermie austatten und das Noddach mit Photovoltaik. (#3)

Manche Unternehmen setzen auf beide Bereiche: Solarthermie und Photovoltaik. Auch für den Kunden kann eine Kombination interessant sein z.B. das Süddach mit Solarthermie austatten und das Noddach mit Photovoltaik, oder beides kombinieren. (#2)

Die Solarthermie Aktie: Eine Profitchance oder zu riskant?

Im Jahr 2010 hat es bei der Solar Aktie aufgrund der reduzierten Einspeisevergütungen für Solarstrom einen starken Einschnitt gegeben. Durch den sinkenden Aktienwert kam es im zweiten Halbjahr zu einem drastischen Kurseinbruch. Im Gegenzug konnten Unternehmen aus Asien durch ihre günstigen Preise auf dem deutschen Markt Fuß fassen.

Wenn die staatlichen Fördermittel weiter reduziert werden, muss man davon ausgehen, dass die europäische Solarbranche dieser Belastung nicht standhält. Das kann zu Übernahmen und Insolvenzen der Unternehmen führen.

Bei der Solarthermie Aktie verschiebt sich der Kernmarkt schon jetzt. Die Wachstumsländer der Solarenergie sind China, Indien und die USA, während in Europa rückläufige Werte zu beobachten sind. Aber sieht es wirklich so ungünstig für die wirtschaftliche Entwicklung der Solarbranche aus?

Zukunftschancen der Solarthermie Aktie

Obwohl die aktuelle Entwicklung auf eine Krise in der Solarbranche hinweist, gibt es noch Chancen. Diese hängen damit zusammen, dass die Solaranlagen in Zukunft günstiger werden und der Markt wieder anspringt.

Wer an einer Solar Aktie interessiert ist, sollte vor dem Kauf gut aufpassen und ein paar Grundregeln berücksichtigen:

  • Aktienunternehmen, die ihren Umsatz auch im Ausland machen, bieten oft mehr Sicherheit,
  • die Unternehmen sollten technisch auf dem aktuellen Stand sein und zu den Marktführern zählen,
  • die Aktiengesellschaften müssen in Forschung und Weiterentwicklung investieren,
  • es muss genügend Kapital vorhanden sein,
  • je mehr Anteile der Produktionskette abgedeckt werden, umso stärker ist die Gesellschaft.

Wenn die zurzeit schwierige Phase überwunden ist, kann die Solar Aktie wieder eine bessere Rendite erzielen. Allerdings lässt sich noch nicht sagen, wer von den aktuellen Marktführern letztendlich zu den Gewinnern zählt. Wichtig ist, dass die deutschen Konzerne nicht den Anschluss verlieren, denn die Solarthermie Aktie aus China ist klar auf dem Vormarsch.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Pavel Vakhrushev, -#1 Costazzurra, -#2 Costazzurra-

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.