Posted on 21. Dez 2016 in Energie | Keine Kommentare

Die Politik hat mit dem Atomausstieg bereits ein klares Zeichen gesetzt: weg von der Atom- und Kernenergie und damit den umweltbelastenden Energiequellen. Der Schutz unseres Klimas und der Umwelt als höchstes Gut. Auch viele Privatpersonen setzen mehr und mehr auf grünen Strom. Doch was ist Ökostrom eigentlich genau und wer bietet ihn an?

Ökostrom: Grüner Strom aus erneuerbaren Energien

Immer mehr Menschen ist es nicht mehr egal, woher genau ihr Strom kommt. Viele wollen selbst einen ganz persönlichen, eigenen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Die Botschaft, die die Menschen mit dem Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter vermitteln, ist klar: weg vom klassischen Gas-, Kohle- und Atomstrom, hin zum umweltfreundlichen, ökologische Produkt aus der Dose.

Doch was versteht man unter dem Begriff „Ökostrom“ genau und wie wird dieser überhaupt erzeugt?

Ökostrom wird mit Hilfe regenerativer, also erneuerbarer Energiequellen erzeugt. Der Unterschied zu den „gängigen“ Stromerzeugungs-Methoden liegt auf der Hand: die Gewinnung von Ökostrom ist – wie es in Fachdiskussionen immer heißt – „ökologisch vertretbar“. Dies meint, dass bei der Erzeugung des Stroms bzw. der dafür benötigten Energie, die Umwelt nicht belastet wird (CO2-Neutralität) und Ressourcen geschont werden.

Die Gewinnung konventionellen Stroms aus fossilen Quellen wie Öl (Erdöl), Kohle, Gas oder Kernenergie, ist umweltbelastend und treibt den weltweiten Klimawandel weiter voran. Und: die Energiequellen stehen nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung, sie sind nicht unendlich. Ganz anders die regenerativen Ursprünge und der aus ihnen gewonnene Strom. Er wird aus Quellen gewonnen, die unerschöpflich sind oder sich selbst erneuern. Sie stehen immer zur Verfügung, auch noch in vielen tausend Jahren.

Die geläufigen erneuerbaren, alternativen Energiequellen sind:

  • Wind
  • Sonne
  • Wasserkraft und
  • Biomasse (z.B. Holz oder Energiepflanzen)

Strom aus fossilen Quellen erzeugt man in Atom-, Kohlekraft- oder Erdölkraftwerken. Im Gegensatz dazu wird umweltverträglicher Ökostrom in Wasserkraftwerken, durch Windräder (Windenergie), anhand von Geothermie (die in der Erdkruste gespeicherte Wärme), Biomasse oder auch Photovoltaikanlagen (die Nutzung von Sonnen- bzw. Solarenergie anhand von Solarzellen), gewonnen.

 

Im Gegensatz dazu wird umweltverträglicher Ökostrom in Wasserkraftwerken, durch Windräder (Windenergie), anhand von Geothermie (die in der Erdkruste gespeicherte Wärme), Biomasse oder auch Photovoltaikanlagen (die Nutzung von Sonnen- bzw. Solarenergie anhand von Solarzellen), gewonnen. (#01)

Im Gegensatz dazu wird umweltverträglicher Ökostrom in Wasserkraftwerken, durch Windräder (Windenergie), anhand von Geothermie (die in der Erdkruste gespeicherte Wärme), Biomasse oder auch Photovoltaikanlagen (die Nutzung von Sonnen- bzw. Solarenergie anhand von Solarzellen), gewonnen. (#01)

Umweltfreundlich, CO2 frei, unerschöpflich – die Vorteile von Ökostrom

Rund 25 Prozent des Stroms in Deutschland wird aus regenerativer Energie gewonnen – Tendenz weiter steigend. Zum Vergleich: 1990 lag er noch deutlich unter fünf Prozent. Erst 2005 knackte der Verbrauch die zehn-Prozent-Marke. Das Ziel der Bundesregierung: den Anteil vom Ökostrom am Gesamtstrom im Jahr 2020 auf 35 Prozent zu steigern. 2050 soll er dann bei 80 Prozent liegen. Diejenige Energiequelle, die für den größten Anteil am Ökostrom verantwortlich ist, ist die Windkraft, gefolgt von Biomasse und der Photovoltaik, also der unmittelbaren Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie. Aktuell beziehen schon 22 Prozent aller Haushalte in Deutschland den ökologischen Strom, das sind fast zehn Millionen Menschen. Immer mehr Haushalte bzw. Privatpersonen erkennen also den Nutzen von grünem Strom und die Tatsache, dass man selbst auch selbst einen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann.

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • die Energiequellen sind erneuerbar und damit unerschöpflich
  • die Gewinnung des Stroms ist CO2-frei und damit nicht umweltschädlich
  • der Ausbau der regenerativen Energien bringt auch wirtschaftliche Vorteile: neue Arbeitsplätze entstehen. Die lokale Wirtschaft vor Ort erfährt auftrieb
  • (kostspielige) Energieimporte aus dem Ausland werden – auf die lange Sicht –

hinfällig

  • man leistet einen individuellen Beitrag für den Klimaschutz
  • man hilft mit, die Kernenergie Schritt um Schritt zurückzufahren und irgendwann vollständig zu ersetzen
  • Ökostrom wird in der Erzeugung immer günstiger und ist damit auch für den Endverbraucher zunehmend billiger zu haben. Schon in wenigen Jahren wird die Argumentation, er sei doch so kostspielig, nicht mehr haltbar sein

Jede Person, die sich für Ökostrom entscheidet, reduziert ihren persönlichen Ausstoß von Kohlendioxid um 80 Prozent. Der einzige echte, aber dafür tatsächlich nicht unerhebliche Nachteil des weiteren Ausbaus von Ökostrom ist der Umstand, dass der Bau der „Förderanlagen“, Einschnitte in die Natur darstellt.

Gewaltige, riesige Windparks auf dem offenen Meer oder auch in erhabenen, schönen Naturlandschaften, sind für Flora und Fauna freilich nicht mit den positivsten Folgeerscheinungen verknüpft. Aber auf die lange Sicht, überwiegen die Vorteile klar und zweifelsfrei. Denn durch den geringeren – vor allem auf die Windkraftanlagen zurückzuführenden – CO2-Ausstoß, wird der „Klimakollaps“ (Erderwärmung, Wirbelstürme, Hochwasser, lange Dürreperioden etc.) womöglich doch noch verhindert. Zumindest aber wird er deutlich hinausgezögert: durch die Verringerung der klimaschädlichen CO2-Emissionen dank der erneuerbaren Energien.

Die Anzahl der Anbieter, die in Deutschland entsprechende Tarife bereitstellen, ist enorm: fast 750 Anbieter von Ökostrom gibt es hierzulande. Die unabhängigen Unternehmen definieren sich alle auch über folgende drei Leitlinien, die sie von den klassischen Anbietern unterscheidet und die auch als deren wichtigsten Ziele angesehen werden können: (#02)

Die Anzahl der Anbieter, die in Deutschland entsprechende Tarife bereitstellen, ist enorm: fast 750 Anbieter von Ökostrom gibt es hierzulande. Die unabhängigen Unternehmen definieren sich alle auch über folgende drei Leitlinien, die sie von den klassischen Anbietern unterscheidet und die auch als deren wichtigsten Ziele angesehen werden können: (#02)

 

Ökostrom-Anbieter – fast 750 in Deutschland

Die Anzahl der Anbieter, die in Deutschland entsprechende Tarife bereitstellen, ist enorm: fast 750 Anbieter von Ökostrom gibt es hierzulande. Die unabhängigen Unternehmen definieren sich alle auch über folgende drei Leitlinien, die sie von den klassischen Anbietern unterscheidet und die auch als deren wichtigsten Ziele angesehen werden können:

  • die (wirtschaftliche) Unabhängigkeit von den bekannten, großen Stromanbietern, die auch noch auf Atomenergie setzen
  • ein selbst auferlegtes, hohes ökologisches Engagement im Sinne des Klima- und Umweltschutzes sowie
  • die Nachhaltigkeit der regenerativen Förderung ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt

Daneben gibt es viele, auf die lokale Versorgung mit Ökostrom ausgelegte Unternehmen. Regionale Produkte sind für nicht wenige Menschen auch deshalb von Interesse, da sie mit dem Strompreis indirekt auch den Bau von Neuanlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien, vorantreiben – auch z.B. in der Metropolregion Rhein-Main sowie in Stadt und Landkreis Mainz. Ein günstiger Stromanbieter für Mainz ist ENTEGA.
Doch wie erkennt man als Verbraucher, vor allem bei der Fülle an Anbietern von Ökostrom, ein seriöses Unternehmen? Einen guten, transparenten Anbieter erkennt man u.a. daran, dass er jederzeit klar offenlegt und kommuniziert, wie „öko“ sein Strom auch wirklich ist.

Drei Fragen sind hier entscheidend, die sich auch die Nutzer stellen sollten wenn sie sich auf die Suche nach einem adäquaten Vertragspartner begeben:

  • wie wird der Ökostrom erzeugt? (durch Sonnenenergie, Windkraft, Biomasse etc.)
  • wo wird er gewonnen?
  • wie viel vom Strompreis fließt in die Neuerrichtung welcher Stromgewinnungs-Anlagen?

Zwei Möglichkeiten gibt es, wie der Anbieter an den Ökostrom kommt, um ihn anschließend an die umweltbewussten Endverbraucher zu liefern. Entweder wird der Ökostrom selbst aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen oder aber bei einem anderen Erzeuger erworben bzw. eingekauft. Zertifikate sowie Gütesiegel erleichtern es, unter den vielen Anbietern den passenden zu finden. Durch diese Zertifikate besteht die Möglichkeit, die Qualität eines Unternehmens quasi „einsehen“ zu können. Zudem kann man nachvollziehen, woher der Strom stammt und wie er erzeugt wird.

Der Hintergedanke dabei: durch die Zertifikate soll der Verbraucher unseriöse, dreiste Mogelpackungen von qualitativ hochwertigen Anbietern unterscheiden können. Außerdem sorgt die Stromkennzeichnung, die über die Zusammensetzung der Energiequellen informiert, für ein entscheidendes Maß an Transparenz. Auch daran erkennt der Verbraucher, wie grün der Ökostrom tatsächlich ist.

Video: Wie geht guter Ökostrom heute?

Ökostrom: die Qual der Wahl

Die größten und wichtigsten unabhängigen Ökostromanbieter – also ohne Verflechtungen zu anderen Anbietern oder einem großen Stromkonzern – in Deutschland sind: die Greenpeace Energy eG

  • die Naturstrom AG
  • die EWS Schönau GmbH
  • LichtBlick SE

Auf lokaler Ebene bieten jedoch oft auch die Stadtwerke vergleichbare Ökostrom-Produkte und -tarife an, vielfach sogar in ähnlich guter, also „ausreichend ökologischer“ Qualität. So natürlich auch für den Landkreis Mainz-Bingen sowie die betreffenden Städte und Kommunen.

Daneben gibt es aber noch Dutzende weitere, kleinere Anbieter, die Ökostrom zur Verfügung stellen, so z.B. Extra Energie, Grüner Funke, Kiss me green oder auch Green Linie. Häufig lässt sich aus dem Namen schon ableiten, dass das Unternehmen auf „alternative“ Formen der Energiegewinnung – und damit die erneuerbaren Energien – setzt. Und nicht zuletzt haben mittlerweile auch fast alle großen „Player“ am Markt, also Stromriesen wie Vattenfall oder ESWE, Ökostrom in ihrem Strom-Portfolio.

Wichtig zu wissen: fast alle Angebote der entsprechenden Anbieter unterscheiden sich nur in preislicher Hinsicht. Preisvergleichs-Portale bieten aber eine anschauliche, passende Alternative. Durch sie kann man die Tarife bestimmter Ökostromanbieter und die Merkmale der Unternehmen miteinander vergleichen, also z.B. auf welche Art von erneuerbarer Energie der Anbieter setzt oder wohin Teile des Strompreises fließen.


Bildnachweis:© Fotolia: Titelbild:Michael Rosskothen -#01:Schlierner -#02: animaflora

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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