Faszination Walhai: Deutschland auf den Spuren der sanften Meeresriesen

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Taucher, Tierfreunde, Artenschützer: Der Faszination Walhai kann sich niemand entziehen. Wer den majestätischen Meeresbewohner einmal selbst bestaunen konnte, der weiß, warum.

Dank des Internets und unzähliger Tauchvideos hat sich auch in Deutschland ein regelrechter Hype um das einzigartige Tier entwickelt. Was den Walhai so faszinierend macht, wieso man ihn unbedingt selbst gesehen haben sollte und wo man ihm begegnen kann.

Warum sind Walhaie so beliebt?

Kaum ein Meerestier versetzt uns mehr in Staunen, als der Walhai. Menschen aus Deutschland und aller Welt reisen zu den Tauchgebieten und Aquarien, in denen man ihn finden kann, um ihn einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben. Denn die Begegnung mit dem Unterwasserriesen ist ein unvergesslicher Gänsehautmoment. Bis zu 13 Meter kann er groß und über 12 Tonnen schwer werden. Das macht ihn zum größten Fisch und auch Hai der ganzen Welt.

Was gefährlich klingt, ist in Wirklichkeit jedoch absolut harmlos. Schaden tut der Walhai nämlich niemandem. Trotz seiner eindrucksvollen Körpergröße ernährt er sich ausschließlich von Plankton und Kleinstlebewesen. Und auch sonst ist der wunderschön gepunktete Riesenhai ein durch und durch sanftmütiges Wesen.

Langsam schwebt er durch die Meere und sorgt bei Tauchern und Abenteurern für Ehrfurcht und Freude. Das liegt, neben seiner einzigartigen und atemberaubenden Erscheinung, auch daran, dass er zu den bedrohten Arten gehört und es schon lange nicht mehr selbstverständlich ist, ihm bei einer Exkursion zu begegnen. Schafft man es jedoch, ihn zu Gesicht zu bekommen, ist das ein Augenblick, der einem ein Leben lang in Erinnerung bleibt.

Vor allem, wenn man ihm beim Tauchen begegnet. Denn der größte Hai der Welt ist friedlich und so können Unterwasserfans ihm ganz nah kommen. Mit etwas Glück gelingt es sogar, ihn zu berühren und ein Stück mit ihm durch das kühle Blau zu gleiten. Das Internet ist voller Tauchvideos, in denen Menschen und Walhaie sich kennenlernen.

Der Größenunterschied ist selbst über den Monitor oder das Display so überwältigend, dass sich viele Wassersport- und Tierfreunde aus Deutschland dem Tauchtrend anschließen und dem Riesenfisch einmal selbst begegnen wollen. Mit seiner freundlichen Art, seiner auffallenden Zeichnung und seinem 1,5 Meter breiten Maul wurde der Walhai zu einem Liebling der Meere, für den viele tausende von Kilometer weit reisen. Als sanftmütiger Rekordhalter hat er sich einen Namen bei Tauchern und Unterwasserfreunden gemacht und wurde zum Symbol für die ultimative Taucherfahrung.

Kaum ein Meerestier versetzt uns mehr in Staunen, als der Walhai. Menschen aus Deutschland und aller Welt reisen zu den Tauchgebieten und Aquarien, in denen man ihn finden kann, um ihn einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben. Foto: Shuttestock- _Max Topchii )

Kaum ein Meerestier versetzt uns mehr in Staunen, als der Walhai. Menschen aus Deutschland und aller Welt reisen zu den Tauchgebieten und Aquarien, in denen man ihn finden kann, um ihn einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben. (Foto: Shutterstock- _Max Topchii )

Gibt es Walhaie in Deutschland?

Deutschland punktet, neben seiner vielseitigen Landschaft, mit gleich zwei Meeren: der Nordsee und der Ostsee. Und auch wenn beide artenreiche und zum Tauchen geeignete Naturparadiese sind, findet man in Deutschland leider keine Walhaie. Die sanften Riesen bewohnen Gewässer mit einer Temperatur von 21 bis 25 Grad Celsius. Nord- und Ostsee sind also zu kalt für Walhaie.

Warme, tropische und subtropische Meere sind ihre Heimat. Ganz besonders die Orte, an denen es viel Plankton gibt. Diesen nehmen sie auf, indem sie bis zu 6000 Liter Wasser pro Stunde einsaugen und filtern. Wer sich dieses Spektakel selbst einmal ansehen möchte, der hat in Deutschland leider kein Glück und muss ins Ausland reisen.

Denn auch wenn es in Deutschland mehrere große Aquarien, wie das Ozeaneum in Stralsund oder das SEALIFE in Berlin gibt, findet man dort keine Walhaie. Um den größten Fisch der Welt in seiner ganzen Pracht bestaunen zu können, muss man Deutschland also verlassen und eine gewisse Strecke zurücklegen. Doch die lohnt sich.

Selbst für Menschen, die sich sonst eher weniger für die Meere und ihre Bewohner interessieren, ist der Anblick eines Walhais ein Wow-Moment, der unter die Haut geht. Damit auch Walhai-Enthusiasten aus Deutschland den Bann der größten Haie erleben können, haben wir anschließend einige Orte aufgelistet, an denen man den friedlichen Riesen begegnen kann. Und das in jedem Alter und sowohl vom Wasser, als auch vom Land aus.

Theoretisch kann man den Walhai in einigen warmen und tropischen Gewässern finden. Es gibt allerdings Hotspots, an denen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, da er sich dort in besonders großer Zahl ansammelt. (Foto: Shutterstock- Rich Carey )

Theoretisch kann man den Walhai in einigen warmen und tropischen Gewässern finden. Es gibt allerdings Hotspots, an denen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, da er sich dort in besonders großer Zahl ansammelt. (Foto: Shutterstock- Rich Carey )

Wo man Walhaie in freier Wildbahn bestaunen kann

Theoretisch kann man den Walhai in einigen warmen und tropischen Gewässern finden. Es gibt allerdings Hotspots, an denen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, da er sich dort in besonders großer Zahl ansammelt. Plant man seinen (Tauch-)Trip also mit der Absicht, eines der sanften Meeresgeschöpfe zu sehen, dann empfiehlt es sich, einen der folgenden Orte als Ziel für die Reise zu wählen:

Taucher, Tierfreunde, Artenschützer: Der Faszination Walhai kann sich niemand entziehen. Wer den majestätischen Meeresbewohner einmal selbst bestaunen konnte, der weiß, warum. (Foto: Shutterstock- Leonardo Gonzalez)

Taucher, Tierfreunde, Artenschützer: Der Faszination Walhai kann sich niemand entziehen. Wer den majestätischen Meeresbewohner einmal selbst bestaunen konnte, der weiß, warum.

Die Similan Islands in Thailand

Vor der Küste von Khao Lak liegt eine eindrucksvolle Inselgruppe, deren Schönheit so faszinierend ist, dass sich eine Reise dorthin alleine schon wegen der Landschaft mit ihren bizarren Felsformationen lohnt. Bei all der herrlichen Natur ist es kein Wunder, dass sich auch eine einzigartige Flora und Fauna unterhalb des Meeresspiegels angesiedelt hat. Und zu dieser gehört auch der Walhai. Man kann ihn dort also nicht nur in freier Wildbahn, sondern auch noch in schönster Kulisse erleben und eine Exkursion starten, die Taucherherzen höher schlagen lässt.

Die Isla Holbox in Mexiko

34 Kilometer feinster Sandstrand, gesäumt von Palmen, Hängematten, Strandhütten und Fischerbooten: Die Isla Holbox vor Mexiko ist eine Trauminsel, wie von einer Postkarte. Im Gegensatz zum sonst so lebhaften Mexiko findet man hier Ruhe und Erholung – und jede Menge Walhaie. Um dieses spektakuläre Ereignis passend abzurunden, kann man in einem der Bungalows oder Luxushotels direkt am Strand übernachten.

34 Kilometer feinster Sandstrand, gesäumt von Palmen, Hängematten, Strandhütten und Fischerbooten: Die Isla Holbox vor Mexiko ist eine Trauminsel, wie von einer Postkarte. (Foto: Shutterstock- _feel4nature )

34 Kilometer feinster Sandstrand, gesäumt von Palmen, Hängematten, Strandhütten und Fischerbooten: Die Isla Holbox vor Mexiko ist eine Trauminsel, wie von einer Postkarte. (Foto: Shutterstock- feel4nature )

Das Ningaloo Reef in Australien

Dieses Riff ist so schön, dass es zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Sein Artenreichtum begeistert Tauchfans aus aller Welt. Besonders deshalb, weil die Chancen extrem hoch sind, dort dem Walhai zu begegnen. Dieser fühlt sich in der bunten und lebendigen Unterwasserwelt vor der Westküste Australiens nämlich äußerst wohl. Unzählige Korallen- und Meerestierarten machen, neben den sanften Riesen, das 250 km lange Riff zu einem außergewöhnlichen Tauchspot, dessen Faszination jeder Wassersportler einmal selbst erlebt haben sollte.

Türkisblaues Wasser, paradiesische Inseln und eine unfassbar schöne Unterwasserwelt: Die Malediven gehören nicht umsonst zu den beliebtesten Tauchplätzen auf unserem Planeten. (Foto: Shutterstock-Myroslava Bozhko)

Türkisblaues Wasser, paradiesische Inseln und eine unfassbar schöne Unterwasserwelt: Die Malediven gehören nicht umsonst zu den beliebtesten Tauchplätzen auf unserem Planeten. (Foto: Shutterstock- Myroslava Bozhko)

Die Atolle der Malediven

Türkisblaues Wasser, paradiesische Inseln und eine unfassbar schöne Unterwasserwelt: Die Malediven gehören nicht umsonst zu den beliebtesten Tauchplätzen auf unserem Planeten. Wer Walhaien ganz nah sein will, und das in schönster Kulisse, der ist hier goldrichtig. Denn die größten Haie der Welt fühlen sich hier mindestens genauso wohl, wie wir Menschen. Ihnen im kristallklaren Wasser der Atolle zu begegnen, ist ein unvergessliches Abenteuer, für das man die weite Strecke gerne auf sich nimmt.

Die Galapagosinseln in Ecuador

Sowohl unterhalb, als auch oberhalb des Meeresspiegels sind die Galapagosinseln ein echtes Naturwunder. Das wild-romantische Landschaftsbild ist ein wahres Reise-Highlight. Tierfans können hier Riesenschildkröten, Pinguinen, Leguanen und auch Walhaien begegnen. Steinige Riffe bieten zudem unzählige Versteckmöglichkeiten für farbenfrohe und seltene Fische. Die schillernd-bunte Unterwasserwelt macht das Schwimmen mit dem gepunkteten Giganten noch spektakulärer und den Tauchgang zu einem Erlebnis, von dem man noch seinen Urenkeln erzählen möchte.

Sowohl unterhalb, als auch oberhalb des Meeresspiegels sind die Galapagosinseln ein echtes Naturwunder. (Foto: Shutterstock: _Seumas Christie-Johnston )

Sowohl unterhalb, als auch oberhalb des Meeresspiegels sind die Galapagosinseln ein echtes Naturwunder. (Foto: Shutterstock- _Seumas Christie-Johnston )

Walhaie in Aquarien: Die besten Orte, um den Riesen von Land aus zu beobachten

Wer nicht gerne taucht oder Kinder dabei hat, der muss nicht auf die atemberaubende Begegnung mit dem größten Fisch der Welt verzichten. Da Walhaie als gefährdet gelten, hat das ein oder andere Aquarium sich entschlossen, etwas zum Erhalt der einzigartigen Tierart beizutragen. In den Becken finden sie Schutz, sind nicht durch Umwelteinflüsse bedroht und können zudem ganz nah und von Land aus beobachtet werden. Taucher liefern in den Becken spannende Vorführungen und kümmern sich um allerlei Arten, von denen einige, wie der Walhai, als bedroht gelten.

So verbinden die Aquarien den Schutz der Tiere mit interessanten Tauchshows, bei denen Jung und Alt staunen und lernen können. Da man in Deutschland leider nicht fündig wird, kommen hier die drei besten Aquarien im Ausland, in denen man dem Walhai gegenübertreten kann:

Mit sage und schreibe 31.000 m³ Becken und 100.000 Meerestieren aus 500 Arten, ist das Georgia Aquarium in Atlanta das größte Meeresaquarium der Welt. Foto: Shutterstock- _leungchopan)

Mit sage und schreibe 31.000 m³ Becken und 100.000 Meerestieren aus 500 Arten, ist das Georgia Aquarium in Atlanta das größte Meeresaquarium der Welt. Foto: Shutterstock- _leungchopan)

Das Georgia Aquarium in den USA

Mit sage und schreibe 31.000 m³ Becken und 100.000 Meerestieren aus 500 Arten, ist das Georgia Aquarium in Atlanta das größte Meeresaquarium der Welt. Hauptattraktion sind, neben der gigantischen Größe und der Artenvielfalt, vier junge Walhaie. Im Panoramabecken schwimmen sie nur wenige Zentimeter entfernt von ihren Bewunderern und lassen sich somit aus nächster Nähe bestaunen. Insgesamt 60 Becken sorgen für reichlich Abwechslung und ein Aquatunnel gibt einem das Gefühl, selbst ein Meeresbewohner zu sein.

Den Anblick von Fischen, die direkt über dem Kopf hinwegschwimmen, sorgt garantiert für Gänsehaut und ein lautes „WOW!“. Möchte man bei der weiten Anreise aus Deutschland mittendrin, statt nur dabei sein, so darf man als Hobbytaucher oder Schnorchler nach Absprache sogar selbst im Becken tauchen. Wenn das mal keine Reise wert ist.

Auch die Japaner nehmen sich zu Herzen, dass der Walhai gefährdet ist. Deshalb finden man im Okinawa-Churaumi-Aquarium gleich mehrere der wunderschönen Riesen. (Foto: Shutterstock-_Moddy

Auch die Japaner nehmen sich zu Herzen, dass der Walhai gefährdet ist. Deshalb finden man im Okinawa-Churaumi-Aquarium gleich mehrere der wunderschönen Riesen. (Foto: Shutterstock-_Moddy

Das Okinawa-Churaumi-Aquarium in Japan

Auch die Japaner nehmen sich zu Herzen, dass der Walhai gefährdet ist. Deshalb finden man im Okinawa-Churaumi-Aquarium gleich mehrere der wunderschönen Riesen. Das zweitgrößte Erlebnis-Aquarium ist eine Sensation für sich. Denn die Scheibe des Hauptbeckens, hinter dem der Walhai seine ganze Pracht zeigt, ist so groß, dass sie mit ihrer Länge von 22 und ihrer Höhe von 8,2 Metern sogar ins Guiness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde.

In fantastischen 77 Becken können die unterschiedlichsten Meeresbewohner und Korallenriffe beobachtet werden. Einst lebte in einem von ihnen sogar die berühmte Delfindame Fuji, die ihre Schwanzflosse verlor und eine Prothese bekam, mit der sie die Medien und Herzen der Fans in Deutschland und der ganzen Welt eroberte.

Das Kaiyukan Aquarium in Japan

Das war es noch nicht mit Japan. Denn auch in der Stadt Osaka gibt es ein Meeresaquarium, in dem der Walhai heimisch ist: das Kaiyukan. 16 verschiedene Beckenanlagen zeigen unterschiedliche Lebensräume mit etwa 580 Tierarten. Insgesamt 30.000 Bewohner zählt das Kaiyukan und verzaubert seine Besucher mit einem Aquagate (einem Unterwassertunnel) und einem japanischen Indoor-Wald. Steht man dann auf einmal dem Walhai gegenüber, weiß man, dass es es wert war, die Distanz zwischen Deutschland und Japan auf sich zu nehmen.

Neben dem Walhai findet man auch Reptilien, Amphibien, Vögel, Säugetiere und tropische Pflanzenarten. Zudem repräsentiert das Kaiyukan die spannende Gaia-Hypothese nach James Lovelock, die besagt, dass die Vulkane und Lebewesen der Erde aufeinander wirken und somit ein gigantisches Lebewesen bilden. Klingt aufregend? Ist es auch!

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Iris Martin

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