Posted on 8. Mai 2017 in Marketing, Top | Keine Kommentare

Firmen stehen permanent vor der Herausforderung, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern und gleichzeitig möglichst viele Kunden zu akquirieren. Um diese Ziele zu erreichen, ist es wichtig, von Anfang an gezielt die Werbetrommel zu rühren. Dafür entwickeln sie verschiedene Marketingstrategien, mit denen sie die Meinung der Konsumenten positiv beeinflussen wollen. Dabei spielen Werbemittel eine entscheidende Rolle, wie der Zentralverband der Werbewirtschaft (ZAW) auf seiner Webseite feststellt.

Der Zentralverband erfasst jedes Jahr aufs Neue die Gesamtausgaben deutscher Unternehmen für kommerzielle Werbung. Er hält fest, dass allein in Deutschland jährlich rund 45 Milliarden Euro dafür ausgegeben wird. Allein um die 19,33 Milliarden für Mittel wie Werbeartikel oder Sponsoring. Es ist daher vollkommen verständlich, dass sich die Firmen auch weiterhin dieses Marketinginstrument zunutze machen. Doch warum sind Werbeartikel sowohl bei den Kunden als auch bei den Unternehmen so beliebt?

Unternehmen wollen sich präsentieren – Kunden wollen sich identifizieren

Der Sinn und Zweck von Werbung ist es, den Endverbraucher davon zu überzeugen, bei einem Unternehmen ein Produkt oder eine Dienstleistung zu erwerben. Dafür greifen Firmen tief in die Trickkiste: Werbebanner in den Sozialen Medien, Werbespots im Fernsehen und Kaufempfehlungen im Radio. Die Nutzer der digitalen Medienlandschaft werden förmlich bombardiert mit Werbung und reagiert oftmals genervt durch die Reizüberflutung. Um sich von den eigenen Mitbewerbern abzuheben, muss man mit innovativen sowie kreativen Ideen auftrumpfen. Nur so lassen sich heutzutage sowohl Neu- als auch Bestandskunden gewinnen. Große Aufmerksamkeit erzielt ein Betrieb mit Werbeartikeln. Diese sind zum einen unauffälliger als beispielsweise TV-Spots, erzielen aber eine sehr hohe Wirkung.

Video:Susanne Kay: Wonach suche ich Werbeartikel aus?

Unauffällig, praktisch, gut

Es ist wichtig, die Sympathie eines Kunden zu gewinnen. Dafür greifen Unternehmen meist zu bewährten Werbeartikeln:

  • Schreibgeräte
  • Notizblöcke
  • Kalender

Sogenannte Streuartikel sind günstig in der Anschaffung und lassen sich in großer Menge produzieren. Mit ihnen kann man bei Messen, Veranstaltungen oder Events dezent auf sich aufmerksam machen, indem Firmen zwar Werbeartikel anbieten, dem potenziellen Kunden jedoch freistellen, von dem Angebot Gebrauch zu machen. Momentan geht der Trend allerdings weg vom klassischen Design und hin zu einem moderneren Look: die kleinen Geschenke werden nicht mehr nur einfach mit einem Branding bzw. Logo ausgestattet.

Stattdessen entwickelt man sie weiter oder erfindet sie optisch neu. Viele Unternehmen entscheiden sich zum Beispiel gegen normale, bedruckte Buntstifte. Stattdessen bieten sie nachhaltige Werbeartikel im individuellen Design an – in Kombination mit Ausmalbildern für Kinder bzw. Erwachsene. Sehr beliebt sind weiterhin Tassen, die sich im eigenen Corporate Design einfärben, sobald sie mit einer warmen Flüssigkeit befüllt werden. Je höher der praktische Nutzen eines solchen Goodys ist, umso höher ist gleichzeitig die Chance, dass er langfristig genutzt wird.

Firmen stehen permanent vor der Herausforderung, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern und gleichzeitig möglichst viele Kunden zu akquirieren. Um diese Ziele zu erreichen, ist es wichtig, von Anfang an gezielt die Werbetrommel zu rühren.(#01)

Firmen stehen permanent vor der Herausforderung, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern und gleichzeitig möglichst viele Kunden zu akquirieren. Um diese Ziele zu erreichen, ist es wichtig, von Anfang an gezielt die Werbetrommel zu rühren.(#01)

Werbeartikel wecken Emotionen

Bereits in den 90er Jahren stellten Wissenschaftler fest, dass Entscheidungen größtenteils nicht rational, sondern unterbewusst bzw. aus dem Bauch heraus getroffen werden. Und darin legt der große Vorteil von Werbegeschenken: mit ihnen sprechen Unternehmen die Sinne der Konsumenten an – man kann sie anfassen, riechen, schmecken, hören. Teilweise werden sogar mehrere Sinne gleichzeitig stimuliert. Und je mehr sinnliche Reize ein Unternehmen transportiert, umso größer ist die Wirkung auf den Kunden. Einen hohen Stellenwert nimmt die Haptik ein. Werbung zum Anfassen, das Gefühl von Material und Struktur machen die Firma sowie deren Produkte greifbar.

Werbegeschenke sind bei Kunden sehr beliebt

Das beweist die Werbeartikel-Wirkungsstudie 2017 des GWW (Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft e.V.). Im Rahmen dieser Studie wurden rund 1000 Männer und Frauen ab 14 Jahre zu der Reichweite von Werbeartikeln und deren Kommunikationsleistung befragt. Der Verband kam zu dem Ergebnis, dass 91 Prozent der Teilnehmer einen der vorgestellten Werbeartikel besitzen.

Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ergibt dies 64,2 Millionen Deutsche, die Kugelschreiber, Notizblöcke/Haftblöcke und Kalender als Werbegeschenke aktiv nutzen. Moderne Artikel wie Fitnessbänder oder Powerbanks finden dagegen nicht so viel Anklang. Weiterhin unterstützen die Ergebnisse die Tatsache, dass Produkte mit guter Qualität langfristig im Besitz der Kunden bleiben. 22 Prozent der Probanden gaben an, seit ein bis zwei Jahren und sogar 39 Prozent seit mehr als zwei Jahren einen genannten Artikel zu besitzen.

Im Gegensatz zu anderen Werbeträgern wie Radio, TV oder Print ist das Wirkungsmaß eines Werbeartikels deutlich höher. Denn während mediale Maßnahmen häufig wiederholt, verändert und angepasst werden müssen, bleiben Streuartikel wie Schreibgeräte über einen längeren Zeitpunkt im Besitz. Das bedeutet, dass sich die Wirkung eines Logos oder Schriftzugs deutlich länger im Gedächtnis des Nutzers verankert. Außerdem werden Werbemittel nicht als aufdringlich wahrgenommen, stattdessen signalisieren sie ein gewisses Maß an Wertschätzung und eine hohe Kundenorientierung.

Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ergibt dies 64,2 Millionen Deutsche, die Kugelschreiber, Notizblöcke/Haftblöcke und Kalender als Werbegeschenke aktiv nutzen. (#03)

Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ergibt dies 64,2 Millionen Deutsche, die Kugelschreiber, Notizblöcke/Haftblöcke und Kalender als Werbegeschenke aktiv nutzen. (#03)

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Unternehmen haben schon lange erkannt, dass eine kleine Beigabe mehr wert ist, als große bzw. aufdringliche Geschenke. Daher zeigen sie ihre Wertschätzung gegenüber Geschäftspartner, Neu- und Bestandskunden, indem sie auf Präsente mit einem hohen Mehrwert setzen. Um Kaufverhalten positiv zu beeinflussen, greift man gern zu bewährten Mitteln:

  • Paketbeigaben: Sicherlich haben die wenigsten Verbraucher etwas gegen ein Gratisgeschenk einzuwenden. Das wissen Firmen und versenden daher Printwerbung mit Pröbchen, um potenzielle Konsumenten auf sich aufmerksam zu machen. Um Kunden zu einem weiteren Einkauf zu verführen, locken Unternehmen mit zusätzlichen kostenlosen Geschenken, sobald ein Mindestbestellwert beim
    Treuegeschenke: Langjährige Treue wird belohnt. Für Kunden, die seit einem längeren Zeitpunkt dem Unternehmen treu sind und regelmäßig in deren Shops einkaufen, gibt es Gutscheine, Rabatte und Geschenke. (#02)

    Treuegeschenke: Langjährige Treue wird belohnt. Für Kunden, die seit einem längeren Zeitpunkt dem Unternehmen treu sind und regelmäßig in deren Shops einkaufen, gibt es Gutscheine, Rabatte und Geschenke. (#02)

    Einkauf erreicht wird. Nutzern von Kundenkarten wird ein zusätzlicher Anreiz geschaffen, indem ein Gratisartikel auf sie wartet, wenn sie eine bestimmte Anzahl von Punkten erreicht haben.

  • Treuegeschenke: Langjährige Treue wird belohnt. Für Kunden, die seit einem längeren Zeitpunkt dem Unternehmen treu sind und regelmäßig in deren Shops einkaufen, gibt es Gutscheine, Rabatte und Geschenke. Besonders häufig greift man zu diesen Mitteln, wenn beispielsweise ein bestehender Vertrag ausläuft. Damit wollen Firmen verhindern, dass Kunden zur Konkurrenz wechseln und zusätzliche Anreize schaffen.
  • In-/Onpack: „Nimm zwei, bezahl eins“-Maßnahmen sind in diversen Supermärkten, Discountern und Geschäften eine alltägliche Methode der Kundenbindung. Um die Zugriffsrate vieler Produkte zu erhöhen sowie einen zusätzlichen Absatz zu generieren, fügen Unternehmen dem Produkt ein kostenloses Goody bei. Seit vielen Jahren ist das ein regelrechter Erfolgsschlager bei Cornflakes mit einer Spielfigur oder bei Zeitschriften, wo Käufer neben dem Printprodukt einen aktuellen Film oder ein Computerspiel erhalten. Marken wie Überraschungseier funktionieren sogar nur durch das begehrte Innenleben.
  • Merchandising: Bekannte Unternehmen wie Adidas oder Puma machen es vor – sie bedrucken Kleidung, Taschen oder auch Parfüme mit ihrem Label und befriedigen damit die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Zielgruppe. Denn der Name wird mit Qualität sowie mit einem gewissen Preis verbunden. Ein weiteres Beispiel wäre Coca Cola, wo es schon lange nicht mehr nur um das Getränk per se geht. Mittlerweile gibt es im Merchandising-Bereich auch Kühlschränke im Coca-Cola-Design.
  • Kontaktpräsente: Werbeartikel, die während einer Live-Kommunikation auf Messen oder Events verteilt werden, bleiben länger in Erinnerung. Denn sie werden mit einem persönlichen Kontakt verbunden. Durch das persönliche Überreichen eines Geschenks wird das Gefühl erhöht, dass sich ein Unternehmen mit seinen Kunden sowie Geschäftspartnern befasst und ihnen einen hohen Stellenwert zuschreibt.
Auf die Frage, inwiefern sich die Ausgaben für Werbegeschenke im Unternehmen in den nächsten fünf Jahren entwickeln, sind sich 72 Prozent der Teilnehmer sicher, dass diese gleichbleibend sein werden. (#04)Auf die Frage, inwiefern sich die Ausgaben für Werbegeschenke im Unternehmen in den nächsten fünf Jahren entwickeln, sind sich 72 Prozent der Teilnehmer sicher, dass diese gleichbleibend sein werden. (#04)

Auf die Frage, inwiefern sich die Ausgaben für Werbegeschenke im Unternehmen in den nächsten fünf Jahren entwickeln, sind sich 72 Prozent der Teilnehmer sicher, dass diese gleichbleibend sein werden. (#04)

Unternehmen setzten 2016 weiterhin auf Werbeartikel

Seit 2004 veröffentlicht der GWW in Kooperation mit dem DIMA Marktforschungsinstitut den sogenannten Werbeartikel-Monitor. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Studie, die sich mit der Entwicklung des Werbemitteleinsatzes in den deutschen Unternehmen beschäftigt und die Erkenntnisse jährlich veröffentlicht. Im Werbeartikel-Monitor 2017 kam der Verband zu dem Ergebnis, dass die Firmen im vergangenen Jahr ungefähr 3,45 Milliarden Euro in Werbeartikel investiert haben. Obwohl die Ausgaben 2015 bei 3,48 Milliarden Euro lagen und demnach ein geringer Abwärtstrend zu verzeichnen ist, bleiben Werbeartikel auch weiterhin die beliebtesten Werbemittel.

Auf die Frage, inwiefern sich die Ausgaben für Werbegeschenke im Unternehmen in den nächsten fünf Jahren entwickeln, sind sich 72 Prozent der Teilnehmer sicher, dass diese gleichbleibend sein werden. Interessant zu beobachten ist, dass besonders Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern größere Ausgaben für diese Werbemittel haben (über zwei Milliarden Euro), aber lediglich 40 Prozent der Firmen Werbeartikel einsetzen. Bei Großunternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern sind es hingegen 87 Prozent, wobei es sich zum Großteil um günstigere Streuartikel bis zu 10 Euro handelt.


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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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