Posted on 21. Mai 2018 in Immobilien | Keine Kommentare

Das Bauen mit Holz wird mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit, wobei die heutigen Holzhäuser nicht zwingend etwas mit den alten Blockhütten gemeinsam haben.

Holzhäuser: Mode seit den 1990er Jahren

Die Möglichkeit, ein Wohnhaus aus Holz zu bauen, ist heute nichts Neues mehr, auch wenn der überwiegende Anteil an Wohnhäusern aus Stein errichtet wird. Schon in den 1990er Jahren kam es wieder in Mode, eine ökologische Alternative zum Massivhaus zu errichten. Auch bei den Nebengebäuden stieg die Anzahl der aus Holz errichteten Objekte und so nehmen diese heute mehr als 25 Prozent aller Gebäude ein. Die Bauherren sehen im Bauen mit Holz eine ökologisch vertretbare Alternative, wobei es auf die Bauweise und die Verarbeitung der Hölzer ankommt, um den Anforderungen hinsichtlich Ökologie und Raumklima gerecht zu werden.

Denn eines ist sicher: Wenn die Bauausführung nicht korrekt verläuft, können sich die Fehler bis zur Vernichtung des Holzhauses auswirken. Daher gilt, dass eine erstklassige Qualität beim Bauen wichtig ist, was wiederum Auswirkungen auf den Preis hat. Wirklich günstiger als ein Massivbau ist ein hochwertiges Holzhaus nämlich nicht! Trotzdem entscheiden sich immer mehr Menschen für Häuser aus Holz, in dieser Form seit Jahrtausenden gebaut werden, die allerdings dank modernster Technologien und Erkenntnisse heute deutlich haltbarer und gesünder sind.

Bauherren und Bewohner von Holzhäusern sehen aber noch eine weitere Gemeinsamkeit bei allen Objekten dieser Art: Sie leben und beleben! (#01)

Bauherren und Bewohner von Holzhäusern sehen aber noch eine weitere Gemeinsamkeit bei allen Objekten dieser Art: Sie leben und beleben! (#01)

Was macht ein Holzhaus aus?

Natürlich vereint alle Formen der Holzhäuser eines: das Holz. Doch es gibt beispielsweise Blockhäuser, Umgebindehäuser oder Häuser, die in Holztafelbauweise gebaut werden. Sie sehen unterschiedlich aus und verfügen über einen verschieden hohen Anteil an Holz in den Außenwänden. Das Blockhaus besteht beispielsweise vollständig aus Holz, das Umgebindehaus hingegen besitzt nur einen Holzrahmen.

Diese Unterscheidungen gibt es:

  • Blockhaus
    Es wurde früher aus Rundhölzern errichtet, die übereinandergeschichtet wurden. Heute verleimt man Blockbohlen oder –balken und dämmt das Haus durch kerngedämmte Wandaufbauten in mehreren Schichten. Teilweise ist eine zusätzliche Dämmschicht an der Außenwand angebracht.
  • Holzrahmenbauweise
    Das Tragwerk des Hauses besteht aus Holzständern in regelmäßiger Anordnung. Die Hohlräume dazwischen sind mit Dämmstoffen zu füllen. Die Beplankung erfolgt mit Holzwerkstoffen.
  • Diffuser Holzrahmenbau
    Die Beplankung erfolgt innenliegend, die Außenseite des Hauses bekommt eine Verkleidung aus Holz, Folien und Gipsfaserplatten. Diese Bekleidung ist diffusionsoffen.
  • Holzskelettbau
    Durch die einzelnen Geschosse des Hauses verlaufen Stützen, die mit waagerechten Trägern verbunden sind. Vertikal wird die Last durch Stützen abgetragen, die Wände sind nicht tragend und können später leicht umgebaut werden. Das Skelett aus Holz bekommt eine Versteifung aus Holzwerkstoffen, Verspannungen und Streben, die Zwischenräume werden mit Dämmstoffen gefüllt.
  • Holzmassivbauweise
    Das Haus besteht aus großformatigen Bauteilen aus Holz, die aus Brettern gefertigt und miteinander verklebt wurden. Eine Dampfsperre ist seitlich nicht nötig.

Bauherren und Bewohner von Holzhäusern sehen aber noch eine weitere Gemeinsamkeit bei allen Objekten dieser Art: Sie leben und beleben! So bekommt das Heim den Charakter einer natürlichen Oase, ist eine gesunde Alternative zu anderen Bauweisen und vor allem bei Familien mit Kindern beliebt.

Es wurde früher aus Rundhölzern errichtet, die übereinandergeschichtet wurden. Heute verleimt man Blockbohlen oder –balken und dämmt das Haus durch kerngedämmte Wandaufbauten in mehreren Schichten. Teilweise ist eine zusätzliche Dämmschicht an der Außenwand angebracht. (#02)

Es wurde früher aus Rundhölzern errichtet, die übereinandergeschichtet wurden. Heute verleimt man Blockbohlen oder –balken und dämmt das Haus durch kerngedämmte Wandaufbauten in mehreren Schichten. Teilweise ist eine zusätzliche Dämmschicht an der Außenwand angebracht. (#02)

Darauf sollten Sie bei Holzhäusern achten

Neben all den Vorteilen, die Häuser in dieser Bauart mitbringen, sind auch Nachteile bei Holzhäusern zu sehen. Durch eine professionelle Bauweise können viele dieser Nachteile verringert oder gänzlich verhindert werden, daher sollten Sie beim Bau nur auf Profis setzen, die nicht zum ersten Mal ein Haus aus Holz errichten.

  • Ganz wichtig ist die Dämmung. Holz dämmt zwar besser als Beton oder Stein, speichert aber auch kaum Wärme. Das mag im Sommer vorteilhaft sein, im Winter kann das die Heizkosten deutlich erhöhen. Messen Sie der Dämmung daher immer besondere Bedeutung bei und setzen Sie auf moderne Materialien, die sogar so weit führen können, dass ein Holzhaus den Standard eines Passivhauses erreicht. Gleichzeitig darf ein Holzhaus aber nicht so stark abgedichtet werden, dass es nicht mehr atmen kann. Holz braucht Luft, um zu leben! Wird es mit Folien gänzlich umwickelt, sammelt sich dort Feuchtigkeit, die zum Schimmeln oder sogar Faulen führen kann.
  • Bei Holzhäusern ist die Brandgefahr ein Problem. Holz brennt generell besser als Beton oder Stein, doch vor allem die Inneneinrichtung ist ausschlaggebend für die Vernichtungskraft eines Feuers. Rauchmelder gehören daher zur Standardausstattung eines Holzhauses und verhindern auch das starke Ausbreiten eines Brandes. Denn greift dieser erst einmal auf die Wände über, brennt ein Holzhaus natürlich deutlich stärker als ein Massivhaus aus Stein.
  • Oftmals wird Lärm als Schwachpunkt bei Häusern in Holzbauweise gesehen, denn Geräusche dringen hier leichter durch als durch Steinwände. Achten Sie daher beim Bau vor allem auf die Dämmung und auf den Lärmschutz bei einzelnen Bauteilen. Auch Fenster und Türen dürfen nicht vergessen werden! Das gilt insbesondere, wenn Sie das Haus an einer Straße errichten, die stark frequentiert ist.
  • Experten sind sich bis heute nicht einig, ob Holzhäuser wirklich eine bessere Ökobilanz vorzuweisen haben als Objekte aus Stein. Doch da Holz als nachwachsender Rohstoff gilt, sollte seine Ökobilanz durchaus besser sein! Allerdings sind Holzhäuser meist häufiger zu renovieren und haben eine insgesamt kürzere Lebenszeit, welche jedoch durch eine geplante und umsichtige Bauweise verlängert werden kann. Achten Sie beim Bau auf die Verwendung von schadstofffreien Materialien und auf eine langlebige Konstruktion. Erfahrene Bauunternehmer beraten Sie hier umfassend. Wichtig ist zudem die Vorbehandlung des Holzes, sodass es gegenüber äußeren Einflüssen widerstandsfähiger wird.
  • Feuchtigkeit ist ein Problem für Holz, achten Sie daher auf die Verwendung von technisch getrocknetem und zertifiziertem Holz. Dieses sollte das Ü-Zeichen tragen, welches für die Zulassung durch die Bauaufsicht spricht. Experten achten normalerweise ohnehin darauf, sodass Sie als Bauherr diesen Punkt vernachlässigen können.
  • Holz ist anfälliger für einen Befall durch Schädlinge, daher sollte es entsprechend behandelt sein. Dennoch muss nicht mit Bioziden gearbeitet werden, wie zahlreiche Beispiele von Architekten für Holzhäuser zeigen. Eine regelmäßige Lackierung des Holzes ist unverzichtbar für ein langes Gebäudeleben. Vor allem Holzwürmer und Schimmelpilze stellen eine Gefahr dar, die der Hausbesitzer von Anfang an unterbinden muss.
  • Ein Holzhaus wartet mit der wunderbaren Eigenschaft, nachträglich korrigierbar zu sein, auf. Da die Wände in der Regel nicht tragend sind, können sie später noch umgesetzt oder herausgenommen werden, wodurch sich die Zimmer ändern können. Dennoch sollten Sie sich die geplanten Räume gut überlegen, denn jede nachträgliche Umbaumaßnahme kostet auch Geld!
  • Holz arbeitet, denn es handelt sich hierbei um ein Naturprodukt. Das heißt, dass es das ganze Jahr über Veränderungen unterliegt, die für die Bewohner durchaus relevant sind. Werden Leitungen und Rohre verlegt, muss dieser Fakt berücksichtigt werden! Das Holz bewegt sich, daher brauchen alle verlegten Bauteile einen gewissen Bewegungsspielraum. Das wiederum bringt mit sich, dass es im Haus Geräusche gibt – Holz knarrt und kann sogar quietschen, wenn es arbeitet.
Gerade Allergiker behaupten gern, dass sie in einem Holzhaus deutlich weniger Probleme hätten. Das verwundert nicht, denn wer auf Holz als Baustoff setzt, sorgt sich meist auch um die Verwendung von schadstoffarmen bzw. schadstofffreien Materialien. (#03)

Gerade Allergiker behaupten gern, dass sie in einem Holzhaus deutlich weniger Probleme hätten. Das verwundert nicht, denn wer auf Holz als Baustoff setzt, sorgt sich meist auch um die Verwendung von schadstoffarmen bzw. schadstofffreien Materialien. (#03)

Vorteile von Holzhäusern

Inzwischen gehören Holzhäuser zur Normalität und das aus guten Gründen. Sie warten mit Vorteilen auf, die durch ein Massivhaus kaum aufzuwiegen sind. Zum einen sind sie deutlich schneller errichtet und wer endlich aus seiner Mietwohnung ausziehen möchte, muss bei einem Holzhaus eine weniger lange Bauzeit in Kauf nehmen. Das Haus unterliegt auch keinen langen Prozessen der Trocknung, wie das bei einem Haus aus Stein der Fall ist. Es eignet sich zudem für alle Bodenverhältnisse, wobei in feuchten Regionen auf eine besonders gute Dämmung zu achten ist. Die Bodenfestigkeit muss weniger hoch sein, wenn ein Gebäude aus Holz errichtet wird, denn das Gesamtgewicht des Hauses ist geringer als bei der Steinbauart.

Gerade Allergiker behaupten gern, dass sie in einem Holzhaus deutlich weniger Probleme hätten. Das verwundert nicht, denn wer auf Holz als Baustoff setzt, sorgt sich meist auch um die Verwendung von schadstoffarmen bzw. schadstofffreien Materialien. Insofern ist der Grundstein für das gesunde Wohnen bereits dann gelegt, wenn Sie sich für die Errichtung eines Holzhauses entscheiden. Wenn Sie dann noch auf all die Punkte achten, die wir vorab angeführt haben und die teilweise auch für Massivhäuser aus Stein und Beton wichtig sind, können Sie davon ausgehen, lange Jahre Freude an einem naturnahen Wohnen zu haben.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: daizuoxin -#01: Alexphot  -#02: Dmitry Sedakov -#03: Artazum

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.