Firefox-OS-Smartphone Mozillas Flame: sind Sie Feuer und Flamme dafür?

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Es ist schon einige Zeit ins Land gegangen seit die Mozilla Corporation die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems ankündigte. Nach beinahe 3 Jahren ist es nun endlich soweit und man kann das erste Referenzgerät vorbestellen. Zwar sind bereits im Laufe des letzten Jahres einige Smartphones mit Firefox OS erschienen, diese zielten jedoch eher auf den Billigsektor und waren noch nicht für einen ernsthaften Angriff auf Android oder iOS geeignet. Das „Flame“ soll nun den Startschuss für die Jagd auf die Platzhirsche und den Entwicklern ein gutes Testgerät an die Hand geben. Verbaut sind neben einem 1,2 GHz Dual-Core Prozessor von Qualcomm 8 GByte Speicher (erweiterbar durch MicroSD-Karte), jeweils eine Kamera auf Vorder- und Rückseite, ein 4,5-Zoll-Display und 256 Mbyte bis 1 GByte RAM. Insgesamt also solides Mittelfeld was die Hardware angeht.

Hat das Firefox-OS-Smartphone Mozillas Flame Marktchancen?

Es bleibt jedoch die Frage, ob Firefox OS langfristig wirklich Chancen darauf hat einen nennenswerten Marktanteil zu ergattern. Dass dieses Unterfangen zu einer Sisyphos-Aufgabe werden kann, das musste bereits Microsoft schmerzhaft erfahren. Trotz aller Anstrengungen liegt „Windows Phone“ was den Marktanteil angeht nach wie vor mit 10,3% auf dem dritten Platz hinter iOS (18,5%) und Android (68,6 %). Ist hier überhaupt noch Platz für einen weiteren Mitbewerber?

Wann kommen die Apps für das Mozillas Flame?

Eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg wird ein ausreichendes Angebot an Apps sein. Ein Thema, bei dem z.B. Blackberry bereits auf voller Linie versagt hat. Als man dort schließlich anfing seine Smartphones mit einem Emulator für Android-Apps auszuliefern, kam das einer Kapitulation gleich und konnte schließlich auch nicht zu nennenswert besseren Verkäufen führen.

Mozillas Flame: Apps mit HTML5

Doch genau an diesem Punkt bringt Firefox OS eine geniale kleine Idee mit: Sämtliche Apps werden mit HTML 5 programmiert, sind also theoretisch auch in einem Wald-und-Wiesen-Browser verwendbar. Zudem müssen Entwickler sich dadurch nicht erst in eine neue Entwicklungsumgebung einarbeiten, da sie die vertrauten Workflows aus der Webentwicklung anwenden können.

Ein weiteres grundlegendes Problem ist, dass das Betriebssystem erst einmal eine gewisse Verbreitung braucht, bevor es für Entwickler interessant wird. Und hier kommen wir mal wieder zum Problem mit der Henne und dem Ei. Denn ohne Apps gibt es keine Verbreitung, aber ohne Verbreitung entsprechend auch keine Apps.

Ob der Kniff mit den HTML5-Apps ausreichen wird, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, das wird sich erst zeigen müssen. Vielleicht hat sich die Mozilla Corporation auch genau deshalb dazu entschieden, erst einmal im Billigsektor einzusteigen. Die Hürde für die Anschaffung der Smartphones liegt in diesem Bereich niedriger, die Erwartungen sind im Regelfalle angepasst und Kunden stellen nicht denselben Anspruch an das Gerät wie sie das bei einem Produkt der Oberklasse tun würden. Sollte es ihnen gelingen auf diese Art den Markt so weit zu unterwandern, dass die Entwicklung von Apps wirklich attraktiv wird, könnten ein paar gut getimte Releases einiger High-End-Geräte eventuell den Durchbruch bringen. Wir wollen den Spekulatius aber noch nicht so früh im Jahr komplett aufbrauchen, da muss ja noch was bis zum Jahresende von übrig bleiben.

In diesem Sinne: Das Konzept ist interessant, ein Erfolg theoretisch möglich, schauen wir mal wie es ausgeht.


Bildnachweis: Smartphone © Mozilla, Hintergrund © Caleb George Morris – unsplash.com

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