Leihmutter-Preise: Kosten des Elternglücks

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Das deutsche Gesetz verbietet die Leihmutter. Punkt. Es ist das Embryonenschutzgesetz (ESchG), das Ärzte und Ärztinnen davon abhält den lange gehegte Kinderwunsch so manchen Paares mittels einer Leihmutterschaft – trotz hoher Kosten und Preise – doch noch wahr werden zu lassen. Auch in Regenbogenfamilien kommt oft der Wunsch nach den Diensten einer Leihmutter auf. Spätestens seit Nicole Kidman und Sarah Jessica Parker Leihmutter-Dienste in Anspruch nahmen, ist das Thema präsent.

Leihmutterschaft: in Ukraine, Indien oder Kalifornien erlaubt

Während in Deutschland die Leihmutterschaft verboten ist, ist sie heterosexuellen Eltern in der Ukraine erlaubt. Homosexuellen Paaren hingegen steht der Weg nach Kalifornien oder Indien offen. Probleme können sich nach der Geburt bei der Einreise der Babys nach Deutschland ergeben – manchmal lässt es sich lösen oder umgehen.

Kosten der Leihmutterschaft

Der Preis für eine Leihmutter werden ganz unterschiedlich angegeben. Auf focus.de liest man, dass die Kosten bei 80.000 Dollar pro Kind beginnen. Im Jahr 2012 schätzte man die Zahl der Geburten von Kindern, die von Leihmüttern zur Welt gebracht werden, auf etwa 6.000 – alleine in den USA. Leihmütter in der Ukraine oder Indien sollen „Preise“ haben, die bei etwa einem Zehntel davon liegen.

queer.de: 42.500 Euro Preis für eine Leihmutter in Kaliningrad (Ukraine)

Andere Kosten werden auf queer.de aufgerufen. Dort spricht man von 42.500 Euro. Von diesem Betrag erhält die Leihmutter für das Austragen des „Surrogate Baby“ dann etwa 15.000 bis 20.000 Euro.

bild.de: 17.000 Euro Leihmutter-Preis in Indien

Im indischen Anand liegt der Preis für ein Surrogate Baby bei 17.000 Euro weiß bild.de zu berichten. Wünscht man Zwillinge, kostet dies nur 25 Prozent mehr. Die Leihmutter selbst erhält dabei etwa 7.500 Euro. Die dortige Infertility Clinic bedient vorzugsweise Kunden aus den USA. Der Leihmutter-Tourismus hat auch recht simple Gründe. Der Vergleichspreis für eine Leihmutterschaft beträgt in den USA bis zu 150.000 Dollar. Das ist natürlich ein Unterschied.

annabelle.ch: 30.000 Franken Leihmutter-Kosten in Kiew (Ukraine)

Das Schweizer Online-Magazin annabell.ch nennt Preise für Leihmütter in Kiew von 30.000 Franken, das sind grob gerechnet 24.600 Euro.

t-online.de: 100.000 US-Dollar Leihmutter-Kosten in USA

Auf T-Online nennt man Kosten (einschließlich Anwaltsgebühren, Vermittlungsagentur etc.) von 100.000 Dollar. Den Markt schätzt man in Indien im Jahr 2009 bereits auf 336 Millionen Euro. Der Verdienst für eine Leihmutter (in der Ukraine allerdings) wird mit ca. 21.500 Euro angegeben.

dasbiber.at: 16.550 Euro Leihmutter-Kosten in Charkow(Ukraine)

Das österreichische Online-Magazin dasbiber.at kennt offensichtlich günstigere Quellen. (Artikel leider offline 🙁 )Dort berichtet man von Leihmütter-Agenturen in Charkow, die für das Austragen einer eingepflanzten Eizelle nur 16.550 Euro verlangen – hier gelangen nur 6.000 Euro an die Leihmutter. Wie immer sind auch dort Mediziner und Juristen aktiv, die eine problemlose Abwicklung und da vor allem eine Einreise nach Österreich in Aussicht stellen. Der Preis in den USA liegt bei 100.000 Dollar, von denen allerdings 30.000 Dollar an die Leihmutter gehen.

Gerald Tatzgern vom Österreichischen Bundeskriminalamt warnt im dortigen Interview auch: (Zitat) „Dort wo krimineller Profit zu erwarten ist, gibt es auch kriminelles Potenzial, insbesondere in einem armen Land wie der Ukraine.“ Er berichtet auch von Fällen, in denen das Vorhaben der Leihmutterschaft scheitert und alsdann behördliche Probleme auftauchen.

In-Vitro-Fertilisation – IVF

In den Ländern dieser Erde gibt es oft ganz unterschiedliche Regelungen und Bestimmungen zur Leihmutterschaft, bzw. auch schon zur In-Vitro-Fertilisation (IVF), die für kommerzielle Zwecke in der Republik Südafrika, Russland, Georgien und der Ukraine erlaubt ist. Erlaubt ist sie auch in Australien, Großbritannien, Dänemark, Israel, Spanien, Kanada und den Niederlanden – allerdings ist die hier die Bezahlung verboten. Eine rechtliche Grauzone gibt es in Belgien, Griechenland, Irland und Finnland, wo kein Verbot existiert, jedoch auch keine Regelungen existieren. Klare Verbote gibt es dagegen in Österreich, Deutschland, Norwegen, Schweden und Frankreich.

Von der Eizellspende in Tschechien bis hin zur Leihmutterschaft in Belgien beschäftigt das Thema die Gemüter.

Nachtrag vom 28.05.2014: Sendung ZDF Frontal21
Das ZDF strahlte in seiner Reihe ZDF Frontal21 einen Beitrag zum Thema Leihmutterschaft Ukraine aus. Webbgleich das Thema dort recht einpeitschend dargeboten wird, macht dies doch deutlich, dass die Leihmütter derzeit in der öffentlichen Diskussion stehen.


Bildnachweis: © unsplash.com – Alexander Shustov

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