Posted on 30. Jul 2018 in Top | Keine Kommentare

Der Hausbau in Massivbauweise ist teuer, zeitraubend und oft mit großem Stress und Ärger verbunden. Fertighäuser sind hingegen schnell gebaut und obendrein häufig um einiges günstiger. Inzwischen stimmt aber auch die Qualität moderner Bungalows.

Ist der Bungalow endlich ausgereift?

Der Bungalow ist ein zumeist eingeschossiges Wohngebäude, das die Wohnfläche folgerichtig auf die Fläche und nicht auf die Höhe verteilt. Die Fertigbauweise ist für den Bungalow wie geschaffen, denn die verschiedenen Designs eignen sich besonders gut für den schnellen und modularen Aufbau vorgefertigter Bauteile. In der Vergangenheit hat der Bungalow immer wieder bestimmte Phasen gehabt, in denen sein Design besonders beliebt war.

Allerdings mangelte es meist an der Ausführung, denn die in den 50er und 60er Jahren entstandenen Bungalows mit Flachdach waren zwar günstig und modern anzusehen, krankten jedoch oft an der Qualität. Das Eindringen von Feuchtigkeit war nur ein Problem, besonders bei Fertighäusern gab es zahlreiche Mängel, die ihnen in der Regel keine lange Haltbarkeit beschert haben. Doch das hat sich inzwischen geändert. Moderne Fertigungsmethoden und neue Konzepte haben den Bungalow als günstige und schöne Alternative für viele Häuslebauer wieder interessant gemacht.

In den USA macht man es vor: Bungalows findet man dort im Durchschnitt häufiger als hierzulande. (#01)

In den USA macht man es vor: Bungalows findet man dort im Durchschnitt häufiger als hierzulande. (#01)

Der Bungalow hat ein Comeback: Wieder einmal

In den USA macht man es vor: Bungalows findet man dort im Durchschnitt häufiger als hierzulande. Nun ist die Massivbauweise in den Staaten ohnehin eher die Ausnahme, was hierzulande gerne belächelt wird. Allerdings sprechen günstige Baupreise und die Tatsache, dass man in Amerika eher dazu bereit ist, den Wohnort dem Arbeitsplatz anzupassen, für dieses Konzept. Im Gegenzug besitzen die meisten amerikanischen Familien schon in den späten 20er Jahren ihres Lebens ihr erstes Haus und arbeiten nicht ihr ganzes Arbeitsleben für ein Eigenheim, das dann im Alter eventuell gar nicht mehr genutzt werden kann, weil die Kinder längst ausgezogen sind und aufgrund mangelnder Barrierefreiheit das Altersheim winkt. Speziell beim letzten Punkt sind Fertighäuser als Bungalows eine echte Innovation.

Durch die eingeschossige Bauweise fallen Treppen komplett weg. Konzipiert man ein solches Fertighaus entsprechend weitsichtig, kann man schon früh Sorge dafür tragen, auch im Alter problemlos und barrierefrei im eigenen Haus bleiben zu können. Nicht umsonst sind viele Seniorenkolonien in der effektiven eingeschossigen Bauweise eines Bungalows gestaltet. Was aber nicht bedeutet, dass das nur etwas für alte Leute ist. Im Gegenteil: Kleinfamilien und sogar Singlehaushalte können mit einem Fertighaus-Bungalow ihre eigenen Vorstellungen verwirklichen, ohne dabei auf unabsehbare Zeit Schulden machen zu müssen. Das einzige, was wirklich passen muss, ist ein entsprechend großes Grundstück, denn wenn man nicht in die Höhe bauen möchte, muss die Grundfläche natürlich größer ausfallen.

Beim Design hat sich viel getan. Waren früher beim Bungalow in erster Linie Flachdächer angesagt, kann man heutige Modelle kaum noch auf den ersten Blick als Fertighaus identifizieren. (#02)

Beim Design hat sich viel getan. Waren früher beim Bungalow in erster Linie Flachdächer angesagt, kann man heutige Modelle kaum noch auf den ersten Blick als Fertighaus identifizieren. (#02)

Keine billigen Wohncontainer

Beim Design hat sich viel getan. Waren früher beim Bungalow in erster Linie Flachdächer angesagt, kann man heutige Modelle kaum noch auf den ersten Blick als Fertighaus identifizieren. Moderne Fertigungsmethoden und die Verwendung neuer Baustoffe machen fast alle Designs und Formen möglich, die sich der Bauherr vorstellt. Grenzen setzt dabei eigentlich nur noch der Geldbeutel, der beim Fertighaus aber insgesamt weniger belastet wird. Die alte Vorstellung, dass ein Fertighaus aussehen muss wie ein Wohncontainer und die Haltbarkeit eines Schuhkartons aufweist, kann man getrost vergessen. Unternehmen wie TAFF Haus bieten eine große Bandbreite an Möglichkeiten, die es früher so nicht gab.

Die Wohnqualität ist in diesen Fertighäusern nicht mehr schlechter als bei herkömmlich konstruierten Massivhäusern. Zudem ist der moderne Bungalow nicht nur etwas für Sparbrötchen: Wer über das notwendige Kleingeld verfügt, kann aus einem Fertighaus einen echten individuellen Palast mit luxuriösen Bauausführungen machen, bei denen keiner mehr auf das vermeintlich billige Baukonzept herabblicken wird.

Das zeigt auch ein Blick in die Statistik: Obwohl es günstige Bungalows in Fertigbauweise schon für unter 100.000 Euro gibt, investieren die meisten Bauherren deutlich mehr. Summen von 200.000 Euro sind eher die Regel, nach oben gibt es keine Grenzen. Bereits heute ist mehr als ein Viertel aller Fertighäuser in der Kategorie von über 300.000 Euro anzusiedeln. Der entscheidende Vorteil ist und bleibt jedoch vor allem die kurze Bauzeit.

Große architektonische Vorbildung braucht man dazu nicht, denn die meisten Hersteller ermöglichen eine vergleichsweise freie Gestaltung des Wohnraums. Die Aufteilung von Zimmern, Küchen, Bädern, Garagen und vieles mehr kann – abhängig vom Geldbeutel – mehr oder weniger frei gewählt werden und wird eigentlich nur von den Eigenschaften des Grundstücks begrenzt. (#03)

Große architektonische Vorbildung braucht man dazu nicht, denn die meisten Hersteller ermöglichen eine vergleichsweise freie Gestaltung des Wohnraums. Die Aufteilung von Zimmern, Küchen, Bädern, Garagen und vieles mehr kann – abhängig vom Geldbeutel – mehr oder weniger frei gewählt werden und wird eigentlich nur von den Eigenschaften des Grundstücks begrenzt. (#03)

Viele Möglichkeiten erfordern auch eine sorgfältige Planung

Trotz der günstigen Preise und der vergleichsweise einfachen Konzeption von Fertighäusern ist der Kauf eines solchen Bungalows allerdings nichts, was man über das Knie brechen sollte. Schließlich bleibt es eine gewaltige Investition für die meisten Bauherren, die ebenso sorgfältig geplant werden sollte wie jeder andere Immobilienkauf. Die Tatsache, dass ein solches Haus schnell gebaut ist, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass man es dennoch vernünftig planen muss. Selbst bei der Wahl von fertigen Konzepten aus dem Katalog muss man überlegen, ob man mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sein wird. Wem so etwas liegt, der wird mit der individuellen Planung eines Fertighauses seine Freude haben.

Große architektonische Vorbildung braucht man dazu nicht, denn die meisten Hersteller ermöglichen eine vergleichsweise freie Gestaltung des Wohnraums. Die Aufteilung von Zimmern, Küchen, Bädern, Garagen und vieles mehr kann – abhängig vom Geldbeutel – mehr oder weniger frei gewählt werden und wird eigentlich nur von den Eigenschaften des Grundstücks begrenzt. Hier zeigt sich ein besonderer Vorteil des Bungalows: Da man nur ein Geschoss baut, muss man sich über die Statik weitaus weniger Gedanken machen als bei mehrgeschossigen Bauwerken. Das kommt der Individualität zugute. Eine Bauzeit von manchmal nur 24 Stunden kann dann realisiert werden, wenn alle Vorarbeiten (Bodenplatte bzw. eventueller Keller) bereits abgeschlossen sind.

Dadurch kann der Bauherr besser planen, ab wann das neue Haus wirklich bezugsfertig ist. Bei Massivhäusern führen Verzögerungen immer wieder dazu, dass man sowohl die Finanzierung des noch nicht fertigen Hauses als auch die Miete für die alte Wohnung gleichzeitig stemmen muss. Bei guter Planung kommt es zu solchen Problemen mit einem Fertighaus überhaupt nicht erst.

Auch aus ökologischer Sicht ist ein Bungalow in Fertigbauweise durchaus überlegenswert. Dinge wie Solaranlagen und CO2-neutrale Bauweise sind bei solchen Häusern in der Regel sehr eAuch aus ökologischer Sicht ist ein Bungalow in Fertigbauweise durchaus überlegenswert. Dinge wie Solaranlagen und CO2-neutrale Bauweise sind bei solchen Häusern in der Regel sehr einfach zu implementieren.infach zu implementieren.

Auch aus ökologischer Sicht ist ein Bungalow in Fertigbauweise durchaus überlegenswert. Dinge wie Solaranlagen und CO2-neutrale Bauweise sind bei solchen Häusern in der Regel sehr einfach zu implementieren. (#04)

Ökologische Vorteile des Bungalows

Auch aus ökologischer Sicht ist ein Bungalow in Fertigbauweise durchaus überlegenswert. Dinge wie Solaranlagen und CO2-neutrale Bauweise sind bei solchen Häusern in der Regel sehr einfach zu implementieren. Heutzutage gibt es Fertighäuser in allen Energieeffizienz-Klassen, die sich über staatliche Fördermittel mitfinanzieren lassen. Besonders die KfW-Bank bietet hier viele Möglichkeiten. Wichtig: Förderungen müssen in der Regel vor Baubeginn beantragt werden, das gilt sowohl für Landes- als auch Bundesmittel. Gerade bei einem vergleichsweise günstigen Fertighaus kann das schon einen erheblichen Teil der Finanzierungssumme ausmachen.

Wer gerne etwas selbst macht und handwerklich entsprechend begabt ist, hat bei vielen Anbietern die Option, ein Ausbauhaus zu konstruieren, bei dem der Innenausbau in Eigenleistung erfolgt. Auch das spart Geld, sofern man diese Eigenleistungen wirklich zeitnah und ohne große Schwierigkeiten erbringen kann. Gerade bei der Installation sanitärer Einrichtungen und der Wärmedämmung sollte man über mehr als nur Heimwerkerwissen verfügen. Beim Kauf eines Fertighauses werden von den Anbietern in der Regel Musterhäuser zur Verfügung gestellt, die sich die Interessenten vor der Entscheidung genau ansehen können.

Hier läuft es aber ein wenig wie beim Autokauf: Der Vorführwagen verfügt unter Umständen über Sonderausstattungen, die nicht im Basismodell enthalten sind. Auch bei Fertighäusern gibt es Unterschiede bei der Ausführung, den verwendeten Materialien und anderen Optionen, die sich auf den Endpreis auswirken können. Was man wirklich benötigt und sich leisten kann, muss man also sorgfältig anhand der Preislisten entscheiden.

Der Hausbau in Massivbauweise ist teuer, zeitraubend und oft mit großem Stress und Ärger verbunden. Fertighäuser sind hingegen schnell gebaut und obendrein häufig um einiges günstiger. Inzwischen stimmt aber auch die Qualität moderner Bungalows. (#05)

Der Hausbau in Massivbauweise ist teuer, zeitraubend und oft mit großem Stress und Ärger verbunden. Fertighäuser sind hingegen schnell gebaut und obendrein häufig um einiges günstiger. Inzwischen stimmt aber auch die Qualität moderner Bungalows. (#05)

Der Wiederverkaufswert ist die Achillesferse der Fertighäuser

Zu guter Letzt noch ein Wort zum Wiederverkauf. Er stellt nach wie vor die größte Schwäche der Fertighäuser dar. Vielleicht ändert sich das in Zukunft, wenn auch in Deutschland der Bungalow in Fertigbauweise weitere Fans gewinnt. Doch im Moment sieht es so aus, dass man auf dem Immobilienmarkt beim Wiederverkauf eines solchen Hauses mit einigen Einbußen rechnen muss. Ob das objektiv gerechtfertigt ist oder nicht: Fertighäuser haben nun einmal keinen so guten Ruf wie Massivhäuser und gelten allgemein als weniger wertig.

Die Frage, die viele Käufer stellen: Warum sollte sich jemand ein gebrauchtes Fertighaus kaufen, wenn er für nur wenig mehr Geld ein nagelneues selbst errichten könnte? Entsprechend groß sind die Abschläge, mit denen man beim Verkauf rechnen muss. Wer gar nicht die Absicht hat, sein Haus später zu verkaufen, dem kann der fiktive Wertverlust relativ egal sein. Kalkuliert man dies ein und betrachtet man die Vorteile der Fertigbauweise, können aber sowohl Singles als auch Familien und Senioren mit einem individuell gestalteten Bungalow sehr glücklich werden.


Bildnachweis:&copy,Shutterstock-Titelbild: _Frank Oppermann  -#01:_Frank Oppermann  -#02:_Frank Oppermann  -#03: korisbo -#04: Usawicka _-#05: _Robert Kneschke

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.