Posted on 22. Mai 2017 in Familie, Top | Keine Kommentare

Es ist besonders ärgerlich, wenn man das Gefühl hat, dass der Nachwuchs nicht hört. Eltern werden lauter und schimpfen, dabei kann das eine Ursache haben: Schwerhörigkeit. Bei Kindern ist diese oft nicht einfach festzustellen.

Das Gehör des Kindes und der Hörverlust

Für Eltern ist es besonders schwer einschätzen zu können, ob das Kind vielleicht schwerhörig ist, wenn es schon älter ist und ein gewisses Sprachvermögen hat. Grundsätzlich ist es jedoch besonders wichtig, als Eltern auf das Hörvermögen der Kinder richtig zu achten. Es kann immer wieder passieren, dass Kinder beispielsweise vorübergehende Hörverluste haben.

Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn sie eine schwere Mittelohrentzündung hatten oder das Gehör durch Ohrenschmalz belegt ist. Tatsächlich ist die Mittelohrentzündung die Ursache, die besonders häufig Auslöser von Schwerhörigkeit ist, wenn es sich nicht um eine Schwerhörigkeit von Geburt an handelt. Daher ist es wichtig, bei der Mittelohrentzündung den Arzt aufzusuchen und eine Medikation durchzuführen.

Ohrenschmalz dagegen ist bei Kindern ganz normal und ungefährlich. Dabei ist jedoch wichtig, dass es regelmäßig entfernt wird. Gemeint ist nicht, dass Eltern mit Ohrenstäbchen tief in das Ohr gehen sollen. Ohrenschmalz, das sich löst und aus dem Ohr kommt oder sich am Rand ablagert, kann es ausgewischt werden. Wer das Gefühl hat, dass Ohrenschmalz sich belastend auf das Gehör auswirkt, der geht mit dem Kind zum Kinderarzt und lässt die Ohren professionell reinigen.

Es ist besonders ärgerlich, wenn man das Gefühl hat, dass der Nachwuchs nicht hört. Eltern werden lauter und schimpfen, dabei kann das eine Ursache haben: Schwerhörigkeit. Bei Kindern ist diese oft nicht einfach festzustellen.(#01)

Es ist besonders ärgerlich, wenn man das Gefühl hat, dass der Nachwuchs nicht hört. Eltern werden lauter und schimpfen, dabei kann das eine Ursache haben: Schwerhörigkeit. Bei Kindern ist diese oft nicht einfach festzustellen.(#01)

Mögliche Arten von Schwerhörigkeit

Bei Kindern können verschiedene Arten von Schwerhörigkeit auftreten. Neben der Erscheinung nach einer Mittelohrentzündung oder durch zu viel Ohrenschmalz, gibt es noch weitere Varianten. So gibt es beispielsweise den sensorineuralen Hörverlust. Hier liegt eine Schwierigkeit im Innenohr vor. Die kleinen Haarzellen, die sich in der Schnecke befinden, werden geschädigt. Auslöser kann hier beispielsweise ein starker Lärm sein. Auch eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann vorliegen. Bei dieser Variante funktioniert die Weiterleitung von Lauten aus dem Außen- und Mittelohr bis hin zum Innenohr nicht mehr. Auch hierbei handelt es sich um eine vorübergehende Schwerhörigkeit. Eine Ursache für die Schallleitungsschwerhörigkeit ist Ohrenschmalz als Blockierung des Ohrkanals.

Video:Schwerhörigkeit Diagnose und Therapie

10 mögliche Hinweise auf Schwerhörigkeit bei Kindern

Für Eltern ist es gut, wenn sie einen Anhaltspunkt haben, um erkennen zu können, ob möglicherweise eine Schwerhörigkeit beim Kind vorliegt. Natürlich ist es wichtig, schon beim Verdacht einen Arzt aufzusuchen und dies abklären zu lassen. Allerdings dauert es oft eine ganze Weile, bis Eltern den Verdacht hegen, dass eine Schwerhörigkeit vorliegt. Die American Hearing Health Foundation möchte es Eltern einfacher machen und hat daher Hinweise formuliert, die bei der Identifikation einer Schwerhörigkeit bei Kindern helfen können.

  1. Das Kind hört teilweise ganz normal, teilweise hört es gar nicht. Dies tritt in unbestimmten Situationen auf.
  2. Damit das Kind beim Fernsehen etwas hören kann, dreht es den Fernseher besonders laut auf. Hier kann es helfen, das Kind einfach einmal selbst die Lautstärke bestimmen zu lassen.
  3. Das Kind fragt häufig nach, was gerade gesagt wurde.
  4. Wenn man mit dem Kind spricht, dann dreht es den Kopf mit einem Ohr zur Sprachquelle. Es ist besonders auffällig, wenn es immer dasselbe Ohr ist. Teilweise sagen die Kinder auch, dass sie nur auf einem Ohr hören können.
  5. Geht das Kind bereits zur Schule, dann kann es sein, dass die schulischen Leistungen absinken. Hier kann ein Gespräch mit dem Lehrer helfen. Dieser kann vielleicht einschätzen, ob die Reaktionsfähigkeit des Kindes nachgelassen hat.
  6. Kinder sind besonders ehrlich. Wenn man nachfragt, warum sie nicht reagiert haben, sagen sie häufig, dass sie es nicht gehört haben. Was bei Eltern oft Ärger auslöst, da diese das Gefühl haben, das Kind will nicht hören, ist oft ein Anzeichen für echte Hörprobleme. Passiert dies also öfter, sollte eine Kontrolle durchgeführt werden.
  7. Das Kind wirkt unaufmerksam und fahrig.
  8. Wenn Eltern mit dem Kind sprechen, dann wirkt es besonders konzentriert und wendet den Blick nicht ab.
  9. Das Kind spricht häufig besonders laut.
  10. Das Kind hört sich Stellen, beispielsweise bei einem Hörspiel, immer wieder an.

Haben Eltern die Vermutung, dass das Kind schwer hört, da sich mehrere der Anzeichen häufen, ist es wichtig, dies nicht abzutun sondern frühzeitig zum Arzt zu gehen.

Video:Welttag des Hörens: Through the ears of a child / Mit den Ohren eines Kindes

Wie wird Schwerhörigkeit bei Kindern behandelt?

Wird die Schwerhörigkeit bei Kindern diagnostiziert, sind Eltern erst einmal verunsichert. Sie stellen sich die Frage, wie sie ihren Kindern helfen können. Die Therapie basiert auf der Ursache für die Schwerhörigkeit. Damit Kinder wieder unbeschwert hören können, ist es daher besonders wichtig, der Ursache auf den Grund zu gehen. Nur so kann verhindert werden, dass das verminderte Hörvermögen sich negativ auf die Sprachentwicklung des Kindes auswirkt. Trägt beispielsweise das Ohrenschmalz einen Anteil daran, wird der Arzt dieses erst einmal entfernen und schauen, ob sich die Hörfähigkeit wieder verbessert. Oft wird jedoch mit Hörgeräten bei Kindern gearbeitet. Die Geräte sind heute bereits so klein, dass sie gar nicht auf den ersten Blick zu sehen sind.

Wichtig ist, dass das Hörgerät direkt an das Kind angepasst wird. Dafür lohnt es sich, den Weg zu einem speziellen Hörgeräte-Akustiker auf sich zu nehmen. Diese Pädakustiker sind Fachleute auf dem Gebiet der Anpassung von Hörgeräten. Hier gibt es verschiedene Varianten der Hörgeräte. Es gibt Ausführungen, die den Schall deutlich verstärken können. Es gibt aber auch Implantate, die Schallwellen weiter verarbeiten. Zusätzlich dazu können weitere Teile in die Therapie eingebaut werden. Dies ist abhängig davon, wie alt das Kind ist und ob eine Beeinträchtigung des Sprachvermögens vorliegt. So ist es möglich, dass das Kind ein Hörtraining bekommt, Lippenlesen lernt oder die Gebärdensprache beigebracht bekommt. Auch der Besuch bei der Logopädie kann helfen.

Die Diagnose der Schwerhörigkeit ist nicht nur für die Kinder schwierig, sondern auch für die Eltern. Diese müssen sich nun erst einmal auf die Erkrankung ihres Kindes einstellen und sich daran gewöhnen. (#02)

Die Diagnose der Schwerhörigkeit ist nicht nur für die Kinder schwierig, sondern auch für die Eltern. Diese müssen sich nun erst einmal auf die Erkrankung ihres Kindes einstellen und sich daran gewöhnen. (#02)

Die wichtigste Aufgabe für Eltern von einem schwerhörigen Kind

Die Diagnose der Schwerhörigkeit ist nicht nur für die Kinder schwierig, sondern auch für die Eltern. Diese müssen sich nun erst einmal auf die Erkrankung ihres Kindes einstellen und sich daran gewöhnen. Dabei ist es jedoch ganz besonders wichtig, dem Kind die eigene Erschütterung und vielleicht auch Sorge nicht zu zeigen. Stattdessen sollten Eltern ihre Kinder unterstützen und dafür sorgen, dass sie nicht das Gefühl haben, nicht normal zu sein. Wichtig ist es, von Beginn an ganz offen mit der Schwerhörigkeit umzugehen. Sowohl gegenüber dem Kind selbst, als auch gegenüber der Umwelt sollte das Thema nicht unter den Tisch fallen. Das ist allein schon deshalb wichtig, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.

Wenn das Kind beispielsweise in Schule oder Kindergarten geht, ist ein Gespräch mit Lehrern und Erziehern wichtig. Neben den Hinweisen dazu, worauf zu achten ist, sollte auch kommuniziert werden, dass der Nachwuchs vielleicht zusätzliche Unterstützung braucht. Vereinsamung wird so vorgebeugt. Gut aufgeklärte Kinder haben normalerweise kein Problem damit, wenn ihre Mitschüler nicht gut hören können. Allerdings müssen sie darüber eben erst einmal informiert werden.

Zudem haben Eltern natürlich die Aufgabe darauf zu achten, dass die Hörsysteme getragen werden. Nur dann können sie auch dauerhaft als Unterstützung für das Kind dienen. Auch die Reinigung und regelmäßige Kontrolle ist ein wichtiges Thema. Die Einweisung vom Arzt ist für die Eltern besonders interessant. Kommt das Gefühl auf, dass das Hörgerät nicht mehr richtig funktioniert oder passt, ist direkt der Arzt aufzusuchen. Falsch sitzende Hörgeräte können beim Kind für Schmerzen sorgen. Es weigert sich dann, das Gerät zu tragen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Lopolo  -#01:  Capifrutta  -#02: Lopolo

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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