Posted on 1. Dec 2014 in Finanzen, Immobilien, My Home, Urlaub, Vermögen, Welt, Wirtschaft | Keine Kommentare

In den letzten acht Jahren haben sich die Preise für Immobilien in Namibia verdoppelt. Im Jahr 2012 rangierte Namibia auf Platz vier der Regionen mit den am schnellsten in die Höhe schießenden Preisen weltweit hinter Hongkong, Brasilien und Dubai. Was ist los in dem Land, in dem es heute noch viele deutsche Namen auf der Landkarte gibt wie zum Beispiel die Lüderitzbucht.

Windhoek: Häuser sind ein knappes Gut

Wer sich mit dem Immobilienmarkt in Namibia befasst wird schnell auf ein Phänomen stoßen, dass er so noch nicht kennen dürfte. Wer ein Haus besichtigt, findet den Preis in der Regel zu teuer oder ist mit dem Zustand der Immobilie unzufrieden. Von Schäden am Dach über bröckelnden Putz bis hin zum undichten Pool im Garten findet man eine nicht enden wollende Liste von Mängeln. Manchmal mehr, manchmal weniger. Und das Unglaublichste: will man sich mit der besichtigten Immobilie anfreunden, weil sie etwa im Vergleich mit den anderen dreißig, vierzig oder mehr besichtigten Immobilien immer noch die „beste“ war, dann muss man feststellen, dass sie bereits verkauft ist. Und zu welchem Preis: genau zu dem unverschämten Preis, den man kurz zuvor noch als unannehmbar eingestuft hatte.

Woher kommt der Mangel an Häusern in Namibia?

Zum Einen gibt es eine starke Abwanderung aus ländlichen Gebieten in die Städte, vornehmlich nach Windhoek. Der Arbeitsmarkt in Namibia ist eine Katastrophe mit einer Arbeitslosenrate von über 50%, in ländlichen Gebieten sogar noch darüber. Hinzu kommt, dass auf dem Land zumeist nur einfachste Jobs verfügbar sind. Windhoek als Zentrum bietet nicht nur mehr, sondern meist auch qualifiziertere Arbeitsplätze. Bergbau und Finanzindustrie ziehen Monat für Monat 6.000 Menschen in die Wüste. Dort nämlich liegt Windhoek.

Der andere Grund für die Knappheit an Immobilien findet sich in dem begrenzten Zugang zu Wasser. Windhoek liegt in der Wüste und Wasser muss von außen in die Stadt transportiert werden. Im Fall von Windhoek bedeutet dies den Transport von dem cirka 500 Kilometer entfernten Stausee Goreangab-Damm (englisch: Goreangab Dam) im Nordwesten. Die gleiche Knappheit gilt auch für die Abwasserdienste. Während Stellenangebote und Einkaufszentren die Menschen anlocken, schaffen die knappen Ressourcen natürliche Barrieren für den Zuzug.

Die Preisentwicklung auf dem namibischen Immobilienmarkt

Luxusimmobilien in Namibia

Man muss den Immobilienmarkt differenziert betrachten. Im Luxussegment sind die Immobilienpreise sogar extrem rückläufig. Die ist darauf zurück zu führen, dass die früheren Käufer von Luxusimmobilien in Namibia aus Angola und Südafrika nun ausbleiben. Die Angolaner werden durch ein Gesetz gehindert, Geld im Ausland zu investieren. Die Wirtschaft im Nachbarstaat Südafrika wächst vergleichsweise langsam. So kommt es, dass früher kaufkräftige Gruppen ausgefallen sind.

First National Bank: Zahlen zum Häusermarkt in Namibia

Die Preise auf dem namibischen Immobilienmarkt sind exorbitant gestiegen. Vor zwei Jahren fand man Namibia direkt hinter Ländern wie Hongkong, Dubai und Brasilien an vierter Position auf der Liste der Regionen mit den am schnellsten steigenden Häuserpreisen. Dies jedenfalls ergeben die Zahlen der FNB, der südafrikanischen First National Bank. Das Folgejahr brachte etwas Erleichterung. Dennoch verzeichnet man seit 2006 eine Verdoppelung der Häuserpreise.

Viele Erstkäufer drängen auf den namibischen Markt, speziell im Bereich der Häuser zwischen 100.000 und 300.000 Dollar. Im Jahr 2000 lag der mittlere Preis laut FNB noch bei knapp 19.000 Dollar. Mittlerweile sind es 120.000 Dollar. Dies macht deutlich, in welchen Dimensionen sich das Spiel bewegt.

Namibia und seine deutschen Wurzeln

Namibia war dereinst deutsches Schutzgebiet. Viele geographische Namen im Land erinnern an die Zeit mit den Deutschen, die nach dem ersten Weltkrieg abrupt endete. Lüderitz an der Lüderitzbucht ist nur einer davon, vielleicht ein recht interessanter, bedenkt man, dass die Bevölkerung kürzlich gegen eine Umbenennung eintrat.

Während der deutschen Kolonialherrschaft war Windhuk das Zentrum. Auch später, während der südafrikanischen Apartheid war dies so. Das Ende der Kolonialherrschaft im Jahr 1990 führte dazu, dass die Bevölkerung in Windhuk in atemberaubendem Tempo anwuchs. Es waren nicht nur die Menschen aus dem Umland, auch Investoren trugen dazu bei, die Uran- und Diamantminen eröffneten. Bedenkt man, dass Windhuk seinerzeit für 150.000 Einwohner geplant wurde, dann macht die heutige Einwohnerzahl von 322.500 Menschen den Stand der Misere deutlich.


Bildnachweis: © morguefile.com – wallace

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