Posted on 22. Mai 2014 in Familie, Internet, Lifestyle, Marketing, My Home, Shopping, StartUps, Technik, Wirtschaft | 1 Kommentar

Erfolg auf der ganzen Linie: auf den „Kleiderkreisel“ hat frau absolut gewartet. Der Gedanke schießt einem durch den Kopf, wenn man sich die Online-Plattform genauer ansieht. Der Kleiderkreisel ist ein Online-Flohmarkt auf dem frau ihre „alten Klamotten“ sicher verkaufen kann. Sobald also nun beim kritischen Blick in den Kleiderschrank der Gedanke „Ich habe überhaupt nichts mehr anzuziehen“ durch den Kopf schießt, ist der beste Zeitpunkt gekommen, sich bei dem Kleiderkreisel anzumelden und loszulegen. Tausende andere Frauen warten bereits neugierig darauf.

Tauschbörse für Kleider

Wehe dem, der bei dem Begriff „Preloved Fashion“ an Second-Hand-Klamotten denkt! Sharing ist der Trend der Stunde und wir alle sind ja sowieso „dressed for the moment„. „Teilen ist das neue Haben„, man merkt schnell, wie gut, das Konzept mit dem Zeitgeist harmoniert.

„Mein Rock ist bald dein Rock“. So könnte man das Motto der Online-Plattform www.kleiderkreisel.de umschreiben, die von Susanne Richter, Sophie Utikal und Martin Huber ins Leben gerufen wurde. Ganz neu ist das Thema mit den Kleidern nicht. Schon seit Jahren bringt der eine oder andere seine gar nicht mehr tragbaren Klamotten in den Second-Hand-Laden. Seit es unser aller ebay gibt, hat sich zunächst ein bisschen was geändert. Aber mal ganz im Ernst, auf ebay gehen doch die wenigen eigenen Auktionen im Wust der ganzen anderen Auktionen unter. Das war sicher auch der Grund für die Gründung des Startups Kleiderkreisel. Die Kleiderkreisel-Gründer Susanne Richter, Sophie Utikal und Martin Huber stehen mit ihrem Erfolg dafür.

Was macht Kleiderkreisel anders?

Wer im Schrank wieder mal etwas mehr Platz schaffen möchte, postet sie auf www.kleiderkreisel.de. Neu ist, dass die Prachtstücke dort nicht nur verkaufen kann. Kleidung tauschen und auch die Kleidung zu verschenken sind möglich. Das macht die ganze Plattform auch gleich viel liebenswerter. Während bei ebay der schnöde Mammon den Pulsschlag vorgibt, hat der Kleiderkreisel doch gleich etwas Liebenswürdiges.

Kleiderkreisel: die neue Community

Die nette Art, auf Kleiderkreisel über das Abgeben der bis vor kurzem noch geliebten Hosen, Röcke, Tops, Schuhe, Diamanten… nette Leute kennenzulernen hat dazu geführt, dass sich auf www.kleiderkreisel.de eine Community etabliert hat. Angefangen hat es damit, dass Blogger dort ihre Vintage-Stücke angeboten – und darüber in ihren Blogs berichtet haben. Ganz offensichtlich war das „Nutzererlebnis“ – wie „Big-Brother-eBay“ es formulieren würde – ganz besonders angenehm. Sehr zur Unfreude von ebay floriert die neue Plattform und die Nutzerzahlen steigen.

Kleiderkreisel und seine App

Wer auch von unterwegs auf seine Angebot auf Kleiderkreisel zugreifen will, kann eine App nutzen. Sucht man im Netz nach Erfahrungen von Nutzern mit der App, liest man ausschließlich Positives. „ich nutz sie, und kenne auch viele die sie nutzen. is viel praktischer als am pc!“, „nutze die app und steig auch via pc ein, da uebersichtlicher.
zum schnellen reagieren auf anfragen usw ist die app für mich unentbehrlich“, „Mach fast alles über die App“.

Nutzerzahlen von Kleiderkreisel

Das Münchner StartUp Kleiderkreisel hat in der Rekordzeit von gerade mal etwas über vier Jahren schon immerhin über eine Million Mitglieder geworben und über 3 Millionen gebrauchte Kleidungsstücke, Schmuck und Schuhe über Verkauf, Tausch, Schenkung vermittelt. Ein schöner Erfolg, der die Macher von ebay sicher nachdenklich werden lässt. Offenbar sind Sofort-Kauf und Angebotsstreichung doch nicht das Vokabular, auf das die Menschheit gewartet hat.

Preloved Fashion: der neue Trend im Netz

Kleiderkreisel ist nicht die einzige Plattform im Netz mit diesem Thema. Preloved Fashion – das schöne, neue In-Wort macht die guten, alten Second-Hand-Klamotten der Sechziger und Siebziger plötzlich wieder salonfähig (pardon: lovable) – ist offenbar ein Mega-Markt. Oft sind es aber kleine Unterschiede, mit denen sich andere Startups einen Vorsprung erhoffen.

www.maedchenflohmarkt.de: mit Concierge Service

Mädchenflohmarkt ist ein Online-Ableger von Flohmärkten in der realen Welt. Creator ist die Shopping-Community „edelight“. Mädchenflohmarkt adressiert sich an die gleiche Zielgruppe wie Kleiderkreisel und ist powered by Peter Ambrozy, Tassilo Bestler, Thorsten Lückemeier, und Maria Spilka. Neu ist hier der Concierge Service. Mit dem Concierge Service können Anbieter ihre Kleidungsstücke an Mädchenflohmarkt schicken. Das Online-Einstellen der Angebote übernimmt dann das Team von Mädchenflohmarkt. Das ist natürlich clever, denn die guten Fotos und die Top-Präsentation der Artikel, die letztlich zum Abverkauf beitragen, machen Arbeit und so hat die Verkäuferin von Anfang an das Empfinden, dass der Verkauf auf Mädchenflohmarkt einfach verläuft. Den Erlös erhält die Verkäuferin, sobald sich die ersten Verkäufe ergeben. Mädchenflohmarkt behält zehn Prozent des Erlöses als Provision ein, während Kleiderkreisel kostenfrei anbietet und sich ausschließlich über Werbeeinnahmen finanziert.
www.maedchenflohmarkt.de

www.myfashionmarket.de

myfashionmarket.de ist von ähnlichen Ideen angetrieben und Yannis und Matti Niebelschütz, die Gründer von MyParfuem, haben in Berlin in Sachen Preloved Fashion den Startschuss gegeben. Zielgruppe und Produkte sind mit Mädchenflohmarkt und Kleiderkreisel identisch. Ein Alleinstellungsmerkmal kann man auf den ersten Blick nicht ausmachen. Das Look-and-Feel ist etwas unsexy, aber man darf gespannt sein, was der Familie Niebelschütz einfällt, ihre Plattform voranzubringen.
www.myfashionmarket.de

www.fashionlend.com

Fashionlend hat sich ebenfalls im Segment „Preloved Fashion“ breit gemacht. Unterschied zu den anderen Anbietern: hier werden Kleidung und Accessoires nicht verkauft sondern verliehen. Insofern passt „Preloved Fashion“ hier nicht so ganz, denn man (frau) will ja die verliehenen Schätze doch eher behalten und auch selbst weiter tragen. Allerdings lassen sich so ein paar Euronen für manchen Edelfummel wieder einspielen.
www.fashionlend.com

www.xanaroo.de

xanaroo hat sich aus dem Mädels-Klamottenthema die Schuhe herausgepickt. Die Sache läuft hier ein Stück anders – vor allem automatisierter ab. Die Schuhe werden von xanaroo angekauft und sofort auf ebay zum Verkauf angeboten. Das ist vom Betreiber nicht unclever gelöst, weil man so eine fremde Verkaufsplattform nutzen und die eigenen Investitionskosten erstmal klein hält. Der Gründer Helge Groß hat sich mit seiner Plattform geschickt im Bereich „Überflussprodukte“ platziert, wie er es selbst nennt. Nach dem Erfolg bei Damenschuhen switcht er nun mit xanaroo rüber zu den Herren der Schöpfung und holt diese auch noch mit ins Boot. Während bei anderen Plattformen ( etwa im Bereich CD / DVD-Ankauf ) ein Preisverfall beim Ankauf beobachtet wird, glaubt er, dass die von ihm gezahlten Preise für Markenprodukte stabil bleiben werden.
www.xanaroo.de

www.textil-ankauf.com: verkaufen statt entsorgen

In den Venen von textil-ankauf.com fließt wenig Gründerblut. Ein Joint-Venture deutscher Entsorger, das Unternehmen Zentek, steckt hinter textil-ankauf.com. Wenn man das liest, prickelt das natürlich wenig, aber offenbar zieht der neue Hype „Preloved Fashion“ Viele an.
www.textil-ankauf.com

Was ist so neu an Preloved Fashion?

Na, es wird hier schon ein wenig alter Wein in neuen Schläuchen verkauft. Auf vintagein.de oder marketplace.asos.com ist der Verkauf gebrauchter Kleidung schon länger möglich. Natürlich ist es für die Verkäuferin cool, wenn sie sich mit Stylingtipps in der Community in Szene setzen kann und ein positives Feedback erntet. Da heutzutage jede Kleinigkeit zelebriert und zu einem Erlebnis erhoben wird, passt das ganz gut ins Bild.

Woher kommt der Erfolg von Kleiderkreisel?

In einem Interview in der GLAMOUR haben die Kleiderkreisel-Gründer erklärt, wie bei Kleiderkreisel der Erfolg ins Rollen kam, nämlich ziemlich zufällig. In Vilnius lernten die drei den Betreiber des dortigen Vorläufers von Kleiderkreisel – Justas Janauskas – kennen. Man portierte die Plattform ins Deutsche und startete sein Marketing im Bekanntenkreis, in Facebook und StudiVZ – bis Modeblogger auf Kleiderkreisel aufmerksam wurden.


Bildnachweis: kleiderkreisel.de

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