Posted on 14. Dez 2015 in Freizeit, Gesundheit, My Home, Urlaub, Urlaub & Erlebnis | Keine Kommentare

Wer hat das nicht schon mal erlebt? Der Fahrer hinter einem bremst nicht schnell genug und kracht hinten rein. Man hat den Unfallschaden und der Verursacher radebrecht in schlechtem Deutsch „Unfallschaden … schlagen Link vor„. Was er eigentlich sagen will ist, dass er den Unfallschaden unter der Hand regulieren möchte. Soll man sich darauf einlassen?

Unfallschaden: „schlagen link vor“

Das Wort „Link“ deutet es bereits an. Es kann sich rasch eine „linke Tour“ dahinter verbergen. Der Unfallschaden muss repariert werden – er ist oftmals nicht unerheblich und die Fahrtüchtigkeit des Pkw ist beeinträchtigt. Wer sich an der Unfallstelle auf ein Palaver einlässt, riskiert, später in der Werkstatt eine saftige Rechnung präsentiert zu bekommen. „Schlagen Link vor“ ist also keine gute Idee und wenn man im Gespräch mit dem Unfallverursacher auf diese Redewendung stößt, ist allerhöchste Vorsicht angesagt.

Also kein „schlagen link vor“ – aber was tun?

Also man kann ja ganz klassisch die Polizei verständigen. Die allererste Sache ist es, den Unfall korrekt aufnehmen zu lassen. So werden Verursacher und Geschädigter aktenkundig und spätere Ansprüche lassen sich wesentlich leichter nachweisen. Und genau darum geht es ja auch.

Nur Unfallschaden? Oder auch Personenschaden?

Es kommt noch eine weitere Sache hinzu. Wer in einen Unfall verwickelt wird, steht möglicherweise unter Schock. In diesem Zustand agiert der Mensch weniger sorgfältig und kann auch weniger gut Sachverhalte abwägen und vergleichen. Auch die leicht ziehenden Schmerzen im Nacken werden womöglich leicht übersehen, während man sich mit dem „schlagen link vor„-Angebot auseinandersetzt. Man will ja wieder in ruhigere Gewässer. Kein Wunder, dass man die Schmerzen ignoriert – bis Abends dann. Der Schmerz wird stärker und beim Besuch des Arztes erfährt man, dass sich ein Schleudertrauma zugezogen hat.

Mit Schleudertrauma (englischer Begriff whiplash injury) bezeichnet man die Krankheitssymptome, welche nach einer ruckartigen Beschleunigugng und Überstreckung des Kopfes auftreten. Dabei muss gar keine direkte Schädigung von Schädel, Gehirn, Rückenmark oder Halswirbelsäule auftreten. Meist tritt das Schleudertrauma bei Autounfällen auf – besonders bei einem Heckaufprall. Einige der Symptome, die man bei sich beobachten kann, sind: unerklärliche Kopfschmerzen, leichte Nackenschmerzen, ein wenig Schwindel, leichte Sprachstörungen, eine merkwürdige Gangunsicherheit. Solcherlei Beobachtungen können innerhalb von bis zu 72 Stunden nach dem Unfall auftreten.

Die Folge eines Schleudertraumas können dauerhafte Schäden sein. Die Cochrane-Vereinigung (Cochrane Collaboration) – das ist ein internationales Netzwerk von Medizinern – bezeichnet das Schleudertrauma als ein Akzelerations-Dezelerationsmechanismus mit Energieübertragung auf die Nackenregion als Folge von Heckaufprall- oder Seitenaufprall-Verkehrsunfällen. Wobei dies grundsätzlich auch bei Tauchunfällen vorkommen kann.

Vorsicht vor den Folgen des Schleudertraumas: „schlagen link vor“

Es gibt Quellen, die besagen, dass bei etwa 14–42 % der mit einem Schleudertrauma Verunfallten keine Erholung eintritt. Dies bedeutet, dass die Störungen aufgrund des Schleudertraumas chronisch werden (WAD – whiplash associated disorder, zu deutsch: Schleudertrauma assoziierte Störung). Etwa 10 % der Verunfallten klagen permanent über Schmerzen. Bei einer Studie mit 586 Schleudertrauma-Patienten blieben immerhin 7 % der Patienten auf Dauer arbeitsunfähig. Gesundheitliche Beeinträchtigungen waren auch noch nach sieben Jahren nach dem Unfall zu beobachten. Zu diesem Ergebnis kam eine Quebec Studie von Bergholm, Cassidy, Holm. Dies zeigt, dass man sich bei einem Unfallschaden auf gar keinen Fall auf das „schlagen link vor“ – Palaver des Unfallgegners einlassen sollte.


Bildnachweis: © Fotolia – Monkey Business

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